Zahltag: Nvidia kauft ARM-Holding für 40 Mrd. US-Dollar

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Anfang des Frühlings gab es erstmals Gerüchte, wonach das japanische Unternehmen SoftBank angeschlagen ist und sich deshalb unter anderem von der ARM-Holding trennen möchte. Dies war insofern überraschend, da man ARM erst vor vier Jahren für knapp 32 Mrd- US-Dollar kaufte. Doch die Gerüchte verdichteten sich rund um die WWDC 2020 und nun meldete man Vollzug

Nvidia übernimmt ARM

Nachdem im Juli schon Vieles auf Nvidia als neuen Besitzer der ARM-Holding hindeutete, meldeten beide Unternehmen nun erst Vollzug. Das ist angesichts des Kaufpreises und wettbewerbsrechtlicher Regularien auch nicht Ungewöhnliches.

Die waren übrigens auch der Grund, weshalb Apple nach ersten Gesprächen mit SoftBank schnell Abstand von einer möglichen Übernahme nahm, vor allem mit der Umstellung auf Apple Silicon im Mac.

Die Eckdaten der Übernahme sind amtlich, so zahlt Nvidia insgesamt 40 Mrd. Us-Dollar. SoftBank schließt das Geschäft so noch mit einem Gewinn ab, man zahlte seinerzeit nämlich knapp 32 Mrd. US-Dollar für die ARM-Holding. Somit streicht man acht Mrd. US-Dollar ein, wobei SoftBank behält einen Anteil von „weniger als 10%“.

So setzen sich die 40 Milliarden Dollar zusammen

Der Übernahmepreis von 40 Milliarden Dollar ist selbst für die Tech-Szene eine Hausnummer, weshalb ein Blick auf die genaue Aufschlüsselung der Kaufsumme durchaus interessant ist.

Nvidia begleicht den Betrag nicht auf einmal, es gibt nur wenige Unternehmen auf der Welt, die dazu überhaupt die Mittel hätten und Apple wäre Eines davon, sondern teilt die Kaufsumme in ein mehrschichtiges Verfahren auf.

An direkten Zahlungen fließen demnächst 12 Milliarden Dollar, wovon 2 Mrd. US-Dollar direkt mit der finalen Unterschrift fällig werden. Weitere 21,5 Milliarden Dollar werden in Aktien gezahlt, davon ausgenommen sind allerdings Stammaktien, welche als Kompensation an die Mitarbeiter von ARM gehen.

Zusätzlich gibt es eine performance-basierte Komponente in Höhe von 5 Milliarden Dollar, die sich mit Sicherheit an der Kursentwicklung von ARM in der Zukunft orientieren. Dank der Entscheidung von Apple, zukünftig auf ARM im Mac zu setzen, eine vergleichsweise sichere Wette.

Kartellbehörden müssen noch grünes Licht geben

Bei solch einer großen Übernahme steht es außer Frage, dass die Kartellbehörden ganz genau hinschauen. Wenn dann noch ein Marktführer in einem Segment einen Marktführer in einem ähnlichen Segment kauft, schauen die Wettbewerbshüter doppelt genau hin.

In diesem Fall werden die Kartellbehörden sehr genau überprüfen und sicherstellen wollen, dass Nvidia sicherstellt, andere Anbieter nicht zu benachteiligen. Dies gilt insbesondere für AMD, die ebenfalls Grafikkarten herstellen und nun zu den engeren Partnern von Nvidia durch die Übernahme gelten.

Nvidia weist in der Pressemitteilung („NVIDIA to Acquire Arm for $40 Billion, Creating World’s Premier Computing Company for the Age of AI“) auf das komplexe Prüfverfahren hin – bis zu 18 Monate könnte es dauern, bis man in der EU sowie den USA grünes Licht bekomme und die ARM Holding komplett zu Nvidia wandern darf. Für Nvidia ist das Ziel klar: Mithilfe des neuen Technologieschatzes will man die Zukunft das AI-Computing begehen und eigene Expertise mit dem ARM-Portfolio zusammenführen.

Die Rolle von Cupertino bei ARM

Wie bereits angedeutet, hat Apple sich recht schnell nach dem ersten Ausloten von Vorstellungen aus dem potenziellen Kaufgesprächen zurückgezogen.

Somit wird Cupertino, wie seit 14 Jahren, die ARM-Technologie weiterhin lizenzieren, hier ändert sich also nichts.

Doch wir dürfen nicht vergessen, dass Apple selbst zum Gründungskreis von ARM gehörte. Zusammen mit Acorn Computers und VLSI Technology hatte Apple im Jahr 1990 das Unternehmen namens Advanced RISC Machines Ltd in Großbritannien gegründet.

Apple ging es aber Ende der 90er durch diverse Fehlentscheidungen des Managements so schlecht, dass man sich von den Anteilen trennte. Als Grundlage für diese Entscheidung galt die mangelnde Perspektivlosigkeit der Patente und Technologie – der Newton war gerade spektakulär gefloppt. Und nur wegen dem Newton engagierte man sich überhaupt für Advanced RISC Machines.

Welch Ironie der Geschichte, dass Apple im Jahr 2020 die Zukunft seiner Produkte mehr denn je in der Technologie von ARM sieht – Architekturwechsel im Mac inklusive.

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

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