Wie Du mit zwei Apps die Fotokamera des iPhone 11 Pro nachbilden kannst – und damit richtig Geld sparst

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Was stimmt in der folgenden Auflistung nicht? iPhone 3GS, iPhone 5s, iPhone 6s, iPhone 7 Plus, iPhone X und iPhone Xs Max – genau das iPhone 11 Pro Max fehlt hier am Ende. Zunächst einmal bleibt es festzuhalten, dass auch ich nicht jede Generation des iPhone mitgemacht habe. Denn nach dem iPhone 3GS habe ich mal diverse Androiden wie ein HTC Sensation XE, ein Samsung Galaxy S3, ein Sony Xperia Z usw ausprobiert die zwar alle geile Technik hatten doch Android kam in Sachen Benutzerfreundlichkeit nie an iOS in meinen Augen heran.

Also wechselte ich zum Erscheinen des iPhone 5s wieder auf iOS zurück doch der Rückschritt zu einem 4″ Display war echt hart, vor allem weil mich das iPhone 6 nicht so recht überzeugte. Mit dem iPhone 6s konnte ich dann endlich auch auf ein, 4,7″ Display umsteigen.

Richtig happy war ich aber erst mit dem iPhone 7 Plus und dem 5,5″ großen Display und der Dual-Kamera. Damit konnte man sogenannte Porträt-Aufnahmen anfertigen was damals ein riesiger Game-Changer war. Das iPhone X war einfach mit seinem völlig neuen Design ein No-Brainer jedoch war ich insgesamt vor allem mit der Kamera überhaupt nicht zufrieden. Die Bokeh-Aufnahmen waren deutlich schlechter als beim iPhone 7 Plus und trotz etwas größerem Display war es für mich kleiner – Stichwort Seitenverhältnis. Apple zog das Display einfach nur in die Länge und erreichte so die 5,8″ Displaydiagonale.

Umso glücklicher war ich mit dem Erscheinen des iPhone Xs Max im Jahr 2018 weil ich hier die Vorteile des iPhone X mit der Größe eines iPhone 7 Plus kombinieren konnte. Dazu war die Kamera endlich wieder auf dem erwarteten Niveau und über die Performance muss man sich nicht weiter unterhalten. Der A12 Bionic und selbst der A11 Bionic sind der Konkurrenz von Qualcomm mindestens 18 Monate voraus – immer noch.

 

Die Verbesserungen der Kamera im iPhone 11 Pro Max

Das iPhone 11 Pro Max ist für Viele da draußen das eigentliche S-Upgrade zum iPhone X denn Cupertino hat ganz wenig am Design geändert dafür aber an den “Innerein” des iPhone ordentlich Hand angelegt.

So gibt es neben einem neuen Chip, dem A13 Bionic, nun auch eine dritte Kamera die als Ultraweitwinkel fungiert. Außerdem ist das hervorragende OLED-Display nochmals verbessert worden und soll nun auf dem Stand des neuen XDR-Display des neuen Mac Pro liegen weshalb es auch als XDR OLED Display bezeichnet wird.

Der neue A13 Bionic hat gegenüber dem A12 Bionic nur gering an Performance hinzugelegt konnte aber seine Energieeffizienz deutlich steigern – bis zu 5 Stunden mehr Akkulaufzeit sind drin.

Die elementarsten Verbesserungen betreffen allerdings die Kamera wobei nur die Ultraweitwinkellinse in meinen Augen eine wirkliche Verbesserung der Hardware ist; was man allerdings mit geschickten Software-Features kombiniert und es nur dann sinnvoll ist.

Die beiden Hauptfeatures “Night Mode” und “Deep Fusion” sind allerdings reine Softwareupgrades von Apple und hätten in meinen Augen auch auf den Xs-Modellen Einzug halten können. Cupertino begründet das mit dem A13 Bionic doch dieser ist gerade einmal knapp 20% schneller als der A12 Bionic. Gleiches gilt übrigens auch für die Neural Engine – auch die hat gerade einmal um 20% in der Performance zugelegt.

Die Videofunktionen hingegen sind ein echtes Upgrade denn man kan nun mit den entsprechenden Apps die normale Weitwinkelkamera, die Teleobjektivkamera und die Facetime-Kamera zeitgleich ansteuern und mit allen drei Kameras aufnehmen – in 4k bei 60 fps wohlgemerkt. Damit baut Apple seinen Vorsprung in der Videofunktionalität sehr deutlich aus.

 

Warum nun doch kein iPhone 11 Pro Max für mich und was haben die Apps damit zu tun?

Bisher waren die Upgrades, die ich für mich durchgeführt habe, von zwei Gesichtspunkten getrieben. Mehr Leistung in Sachen Performance und deutliche Hardware-Verbesserungen der Kamera in Sachen Fotoqualität. Das iPhone 5s bot erstmals einen LED-Flash und Touch ID, das iPhone 6s ein deutlich größeres Display, mehr Megapixel bei der FaceTime-Kamera sowie einen deutlich verbesserten Sensor der iSight-Kamera.

Das iPhone 7 Plus wiederum hatte ein nochmals deutlich verbessertes Display, der A10 Fusion hatte erstmals vier Kerne statt zwei und die Dual-Kamera. Das iPhone X bot ein völlig neues Design, mit OLED eine vollkommen neue Displaytechnologie für das iPhone und die Kamera konnte Videos in 4k mit 60 fps aufnehmen.

Das iPhone Xs Max kam endlich wieder in der gewohnten Größe des iPhone 7 Plus und bot mit 6,5″ das bisher größte Display eines iPhone an. Dazu kam Smart HDR sowie ein deutlich verbesserter Sensor im Teleobjektiv welcher denn im iPhone X um Längen schlägt.

Beim iPhone 11 Pro Max hingegen sind diese Hardware-Verbesserungen zwar ebenfalls vorhanden, sie fallen aber aufgrund der sehr guten Komponenten im iPhone Xs Max nicht mehr so stark ins Gewicht.

Das Display im iPhone Xs Max gehört für mich immer noch zu den besten Displays in 2019 und 2020. Ich habe HDR10, Dolby Vision und mit 660 nits eine wirklich hervorragende Helligkeit, die im Automatikmodus bei direkter Sonneneinstrahlung sogar auf bis zu 800 Nits hochdreht. Auch die Kontraste sind richtig knackig und immer noch gut. Da fällt es mir schwer die Verbesserungen des Displays im iPhone 11 Pro Max im Alltag wirklich ausfindig zu machen.

Der A12 Bionic ist immer noch rasend schnell und ich habe nicht eine einzige App auf dem iPhone Xs Max welche den Chip auch nur im Ansatz an seine Leistungsgrenzen bringt. Das gilt übrigens auch für den deutlich älteren A10X-Chip in meinem iPad Pro.

Bleibt also Hauptargument für ein Upgrade eben nur die Kamera über und genau hier kommt dann auch der Preis ins Spiel, doch dazu später mehr.

Blöderweise filme ich mit meinem iPhone Xs Max so gut wie gar nicht weil ich dafür auf die neue Sony α6400 meiner Frau zurückgreifen kann. Die hat zwar kein 4k aber einen deutlich größeren Sensor. Außerdem haben wir ein extra Stativ dafür. Die wenigen Filme mit dem iPhone Xs Max, die ich gedreht habe, überzeugen mich voll und ganz in der Qualität – ich habe 4k bei 60 fps und durch das Stereomikrofon auch eie vernünftige Aufnahme des Tons.

Ultraweitwinkelfotografie mache ich ebenfalls so gut wie gar nicht und auch dafür habe ich in Form von Aufstecklinsen entsprechendes Equipment. Erschwerend kommt beim iPhone 11 Pro die deutlich schwächere Blende in der Ultraweitwinkelkamera hinzu. Die sorgt bei schwierigen Lichtverhältnissen schnell für ein unschönes Rauschen der Aufnahmen.

Bleiben also nur Night Mode und Deep Fusion über, die streng genommen zwei Softwarefeatures sind. Dafür möchte Apple nüchtern betrachtet für ein iPhone 11 Pro Max m. 256GB 1419,00€ haben – Ganz schön viel Geld in meinen Augen. Vor allem wenn man bedenkt, dass man mit diese Features mit drei Apps aus dem iOS App Store für 1/8 des Kaufpreises bekommen kann

 

Halide RAW für Deep Fusion, NeuralCam und Night Cap Pro für Nightmode

So gut die Kamera in den diversen iPhone-Modellen auch war und ist, die iOS-Foto App entwickelte sich immer mehr zur Bremse. Man kann hier schlussendlich nur die verschiedenen Betriebsmodi wie Foto, Zeitraffer, Panorama und Co auswählen doch eine manuelle Einstellung von Belichtungszeit und Co war leider nicht möglich und man musste sich auf die integrierte Automatik in der iOS Kamera App verlassen.

Diese ist, gelinde gesagt, eine mittelschwere Vollkatastrophe und trifft nur selten die richtigen Entscheidungen. Zwar stimmen oftmals die Details und auch die Farbabstimmung doch Kontraste und Fokussierungen waren zuletzt immer weniger Stärken der nativen Kamera-App.

Deshalb benutze ich schon seit Ewigkeiten Drittanbieter-Apps zum Fotografieren. War es zuerst ProCamera, musste ich diese nach dem Update auf Version 7 und dem damit eingeführten Abo austauschen; da habe ich einfach meine (Keine Apps im Abo!) Prinzipien.

Doch mit Halide steht ein mehr als gleichwertiger Ersatz im iOS App Store zur Verfügung und kam schon in der Vergangenheit öfter zum Einsatz.

Bildschirmfoto 135.jpg

Allen voran ist erst einmal der extrem gute Automatikmodus zu nennen welcher für mich als Ersatz für Deep Fusion fungiert. Die farblichen Kontraste stimmen, die Farbsättigung ist on point und die Belichtungszeiten sind eigentlich immer stimmig wie man hier im direkten vergleich beim Blauton sehen kann

Richtig hilfreich ist allerdings das Gitternetz welches mir durch ein gelben Kasten, der sich nur dann einblendet wenn das iPhone in Waage gehalten wird, das Lot signalisiert und ich entsprechend den Auslöser tätige – mit einem kleinen Vibrationsfeedback.

Darüber hinaus lassen sich der ISO-Wert, der Fokus und andere Einstellungen im manuellen Fokus jederzeit anpassen oder via Wischen auf dem Startbildschirm der App verändern. Zusätzlich werden natürlich auch RAW-Aufnahmen unterstützt und iPhone Xr-User können mit Halide auch Porträt-Fotos von Personen anfertigen.

Das mit dem iPhone 11 “exklusiv” erhältliche Feature Night Mode kann mit der App NeuralCam nachgebildet werden. Die App selbst setzt auf deutlich längere Belichtungszeiten und greift auf Machine Learning zurück.

Bildschirmfoto 136.jpg

NeuralCam ist die Nachtmodus-Kamera-App für Ihr iPhone. Nehmen Sie lebendige, hellere und klarere Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen auf, ohne dass ein Stativ oder eine andere Ausrüstung erforderlich ist. NeuralCam kombiniert Computerfotografie und maschinelles Lernen, um das Beste aus Ihren Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen herauszuholen. Es ist ein Upgrade Ihrer Kamera, mit dem Sie die Fotos, die Sie in dunklen Umgebungen aufnehmen möchten, optimal nutzen können.

Auch wenn der Entwickler schreibt, dass ein Stativ dank des optischen Bildstabilisators nicht notwendig sei, greife ich persönlich immer darauf zurück. Das Handling mit Stativ und die damit erzielten Bilder sind einfach nochmal besser.

NeuralCam lässt sich übrigens ab dem iPhone 6 einsetzen, somit werden alle iPhone-Modelle unterstützt die mit iOS 12 und iOS 13 laufen

  • 1280 x 960 – iPhone 6, 6 Plus
  • 1920 x 1440 – iPhone 6s, 6s Plus, SE, 7
  • 2576 x 1932 – iPhone 7 Plus
  • 1920 x 1440 – iPhone 8
  • 3088 x 2320 – iPhone 8 Plus, X, XR
  • 4032 x 3024 – iPhone XS, XS Max
  • iPhone SE 2020

Bei der reinen Foto-Funktionalität gibt es nur ein Bereich indem sich das iPhone 11 Pro alleine durch die dritte Linse signifikant vom iPhone XS Max absetzt und das ist der Ultraweitwinkel. Rein hardwarebedingt kann das gesamte iPhone 11 Lineup Bilder mit einem größeren Winkel aufnehmen wodurch zunächst einmal mehr Inhalte auf das bild gelangen.

Hierbei werden aber allzu schnell die Krümmungen vergessen, die bei einer Ultraweitwinkelaufnahme entstehen. Diese sind nicht immer ganz einfach zu handhaben und der Grund, warum es sogar dafür mittlerweile eine Fülle an Kursen und Büchern gibt.

In Summe absolut unstrittig hingegen sind die Verbesserungen der Videofunktionen beim iPhone 11 Pro; wenn man diese auch wirklich nutzt. Da ich die Videofunktion ganz selten nutze kann ich hier nichts Konkretes zu sagen. Meine bisher aufgenommen Clips genügen mir dank des wirklich guten Bildstabilisators und der Aufnahme von Stereoton vollkommen.

Meine ausführlichen Schilderungen sollen vor allem Eines aufzeigen: Wer sich mit seinem iPhone XS etwas auseinander setzt, sich ein wenig mit den Grundlagen der Smartphone-Fotografie auseinander setzt und sich ein paar Drittanbieter-Apps anschaut kann richtig tolle Bilder erzielen!

Damit kommen wir also zu einer zwangsläufigen Frage, die ich so noch nicht konkret gestellt habe – ob man von einem iPhone Xs Max zwingend auf ein iPhone 11 Pro upgraden muss? Das Display aus dem iPhone XS Max ist für mich als Heavy-User in Sachen Kontrast, Farbsättigung, Farbpräzision und Helligkeit auch in 2019 noch Eines der besten Displays auf dem gesamten Markt. Gleiches gilt auch für den A12 Bionic bei dem ich zu keiner Zeit das Gefühl hatte, untermotorisiert zu sein.

Bleibt also nur noch die Kamera über und zumindest auf dem Blatt liefert diese eine Menge Gründe um ein Upgrade auf ein iPhone 11 Pro Max zu wagen. Bei genauerer Betrachtung erweisen sich die meisten Gründe wie NightMode und DeepFusion als reine Verbesserungen in der Software bzw. der Standard-Kamera-App von iOS. Diese kann man mit den hier aufgezeigten Apps nahezu vollständig kompensieren.

In Summe reden wir also von leicht verbesserter Hardware die mit einigen (wirklich guten) Softwarefeatures ergänzt wurde doch das rechtfertigt für mich nicht den Neuanschaffungspreis von 1.419,00€ wo ja noch ein Apple Care+ f. weitere 229,00€ hinzukommt – macht unter dem Strich 1.648,00€ Gesamtinvestition. Da sind diverse Ausgaben für eine vernünftige Hülle und ein gutes Panzerglas wie dem PrivacyGlass von Artwizz noch nicht mit eingerechnet.

Das soll nicht heißen, dass ich das iPhone 11 Pro Max schlecht oder uninteressant finde. Ganz im Gegenteil, gerade auch die neue Farbe Nachtgrün sieht schon sehr schick und edel aus. Doch mein iPhone Xs Max ist immer noch so gut, dass ich nicht bereit bin, für ein Upgrade soviel Geld auszugeben.

Erst recht nicht wenn man bedenkt, dass zwei von drei Kamerafeatures sich mit Apps aus dem App Store nachbilden lassen. Weitwinkelfotografie benutze ich selbst nicht und auch Videos drehe ich zu selten, als dass mich die neuen Funktionen im iPhone 11 Pro Max reizen würden.

Um es noch einmal zu betonen; alle Apps lassen sich definitiv ab einem iPhone 6S einsetzen sodass sich hier teils signifikant deutlich bessere Bilder erzielen lassen.

 

P.S. Die drei Kamera-Apps NeuralCam, NightCap Pro und Halide, mit denen man NightMode und DeepFusion nachbilden kann, kosten gerade einmal 15,97€ – die man bei dem Preis von 1.648,00€ immerhin 103x kaufen kann 😉

 

 

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick

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3 thoughts on “Wie Du mit zwei Apps die Fotokamera des iPhone 11 Pro nachbilden kannst – und damit richtig Geld sparst

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