iPhone-Produktion in Indien: 50% der Gehäusen sind Ausschussware

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Das Klima in China ist nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich deutlich rauer und unbeständiger geworden. Vor allem Apple hatte wegen der No-Covid-Strategie und den hermetischen Lockdowns mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen, die das letzte Quartalsergebnis empfindlich drückten. Ein Wechsel des Produktionsstandortes ist allerdings nicht so einfach, wie ein jüngster Bericht aufzeigt.

50% der produzierten Gehäusen für das iPhone sind mangelhaft

China ist spätestens seit den 1970er Jahrn die Werkbank der Welt und hat sich ein unfassbares Know-How aufbauen können. Das gilt nicht nur für die Dringlichkeit, sondern auch für die Qualität. Nun musste Apple in Indien erfahren, wie groß der Abfall der Quote ist. Der Financial Times bekommt Apple in Indien eine deutlich niedrigere Fertigungsausbeite, als es der Konzern aus China gewohnt ist. In einer iPhone-Gehäusefabrik in Hosur, die vom indischen Konglomerat Tata, einem der Lieferanten von Apple, betrieben wird, ist nur jede zweite Komponente, die von der Produktionslinie kommen, in solch einem gutem Zustand, um schließlich an Foxconn, Apples Montagepartner für den Bau von iPhones, geschickt zu werden. Das ist absolut katastrophal, weil in China die Quote für fehlerhafte Bauteile des Gehäuses 0% beträgt.

Das ist erschreckend und ist nicht nur rein marktwirtschaftlich zu betrachten. Apple lässt bereits seit 2017 iPhones in Indien produzieren. Konkret handelte es sich dabei um das iPhone SE, erst letztes Jahr musste Apple Kapazitäten für das iPhone 14 Kapazitäten nach Indien auslagern. Somit hat Tata bereits eine fünfjährige Erfahrung und deshalb sollte die Ausschussquote keine 50% betragen.

Vollkommen anderes Verständnis von Dringlichkeit

Was für den iPhone-Konzern zunehmend frustrierend ist, ist die Auffassung, wie mit dringlichen Aufgaben umgegangen wird. In China hat sich Apple daran gewöhnt, dass eigentlich unmögliche Auflagen (sicherlich zulasten von Umwelt und Arbeitern), die mehrere Wochen in Anspruch nehmen würden, innerhalb weniger Tage kommentarlos umgesetzt würden.

In Indien dürfte dieses Anspruchsdenken bei den Zulieferern nicht so schnell einziehen. s gibt Optimismus, dass sich indische Unternehmen anpassen und die von einem Apple-Lieferanten geforderten Standards lernen werden, aber es wird erwartet, dass der Prozess langwierig sein wird. Der Technologieunternehmer und Akademiker Vivek Wadhwa geht davon aus, dass es wahrscheinlich etwa drei Jahre dauern wird. Erst 2026 soll die Fertigung aus Indien hinsichtlich Qualität und Quantität auf dem Level der chinesischen Betriebe sein. Dafür ist es allerdings auch wichtig, dass sich Apple an kulturelle Begebenheiten und Philosophien vor Ort anpasse.

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