App-Tipp der Woche: Radiant Photo – clevere Bildbearbeitung mittels KI

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog,

Der Markt an Software für Bildbearbeitung ist, was den grundlegenden Aufbau angeht, in den letzten Jahren doch recht eingefahren gewesen und für so Klicki-Bunti-User wie mich eher ein Buch mit sieben Siegeln. Ganz so dramatisch ist es nicht, doch das Bearbeiten von Bildern war bisher für mich eher eine lästige Pflicht und wenig Freude. Doch ich durfte den letzten Wochen eine neue Software namens Radiant Photo austesten und der Entwickler dahinter, selbst professioneller Fotograf, verfolgt einen doch eher gegensätzlichen und vor allem interessanten Ansatz – also genau die richtige Software für meinen App-Tipp der Woche

Ein (radikal) anderer Ansatz

Radiant Photo ist keine Bildbearbeitungssoftware, auch gemeinhin als RAW-Konverter im klassischen Sinne bezeichnet, und auch keine eigenständige Fotoverwaltung. Was dies bedeutet, dazu später mehr. Radiant Photo möchte auf Basis modernster K.I eine schnelle und zuverlässige Bildoptimierung bieten, die speziell auf das fotografische Auge zugeschnitten ist und den Workflow erheblich steigern soll. Das klingt deshalb spannend, weil die Bildoptimierung mithilfe künstlicher Intelligenz sozusagen das Kernstück von Radiant Photo ist. Dennoch bietet die Software darüber hinaus noch manuelle Bearbeitungsmöglichkeiten an. Dies war dem CEO und professionellen Fotografen von Radiant Photo, Elia Locardi sehr wichtig. Laut ihm soll Radiant Photo das perfekte Tool sein, mit dessen Hilfe das Bild analysiert und die Farbwiedergabe priorisiert wird. So sollen Bilder nach der Bearbeitung möglichst nahe am Original sein bzw. dem entsprechen, was wir mit unserem Auge bei der Aufnahme gesehen haben.

Es ist ein gutes Gefühl, Radiant Photo endlich der Öffentlichkeit zu zeigen. Nach monatelanger Entwicklung und Feinabstimmung von Resultaten ist dies die Software, die wir als Fotografen immer vermisst haben. Mit einem echten, naturgetreuen Bild im Kopf. Manchmal sind es die kleinsten Änderungen, die viel bewirken. Wir haben zum Beispiel viel Zeit damit verbracht, sicherzustellen, dass Radiant Photo die gesamte Palette menschlicher Hauttöne erkennen und anpassen kann. Nach der Erkennung wendet Radiant Photo Anpassungen an, die vollständig optimiert sind, um die Haut eines jeden Menschen strahlender aussehen zu lassen. Every skin deserves to be radiant.”

Elia Locardi

K.I basiert auf der „Perfect Clear“-Technologie

Um gute und vor allem vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, die später im Druck der Qualität standhalten können, setzt Radiant Photo auf die anerkannte Perfect Clear Engine. Mit dieser Engine werden jeden einzelnen Tag 140 Mio. Bilder bearbeitet und in professionellen Fotolaboren weltweit entwickelt. Damit ist für eine gewisse Baseline gesorgt und die Ergebnisse fallen nicht komplett aus dem Rahmen oder sind gänzlich unerwartet.

Voraussetzungen

Radiant Photo lässt sich sowohl unter Windows als auch dem Mac benutzen, für Letzteres ist eine native Unterstützung von Apple Silicon an Bord. Das Tool lässt sich als eigenständige Software oder als Plugin für Adobe Photoshop, Adobe Photoshop Elements, Adobe Lightroom Classic oder Corel Paintshop Pro installieren. Leider ist für macOS noch kein Plugin für die Fotos-Applikation enthalten.

Der erste Eindruck

Der Aufbau von Radiant Photo ist simpel: In der Mitte findet das zu bearbeitende Foto seinen Platz, links und rechts gibt es eine Toolbar. Die linke Toolbar ist für die Smart Presets verantwortlich, was die eigentliche Magie der Software ist. Wenn man ein Bild hineinzieht, erkennt die Software zuverlässig und präzise den Bildinhalt und optimiert das Foto entsprechend, und zwar instant.

Automatisch durchlaufende Bildoptimierung, die direkt nach dem Hineinladen ensteht

Das ist wirklich beeindruckend schnell. So optimiert Radiant Photo wirklich in wenigen Sekunden den Workflow und bietet dabei immer ein solides bis gutes Ergebnis an. Dabei erkennt die Automatik zuverlässig den Bildinhalt, in dem Fall eine landschaftliche Aufnahme. Auch grobe Aufnahmefehler wie Fehlbelichtung erkennt Radiant Photo und merzt sie so weit wie möglich aus. Dabei ist es übrigens unerheblich, ob Radiant Photo mit Raw-Dateien oder JPEGs gefüttert wird. Es versteht sich aber von selbst, dass das bestmögliche Potenzial zur Verbesserung in RAW bzw. ProRAW-Dateien liegt. Besonders beeindruckt war ich davon, dass insbesondere der Kontrast zwischen hellen und dunklen Bidlbereichen harmonisiert und weicher aufeinander abgestimmt wird.

Der Kontrast zwischen hellen und dunklen Bildbereichen ist definierter und trotzdem fließender

Das sonst typische Ausbrennen wird deutlich eingedämmt, das ist eine beeindruckende Leistung. Das behalte ich auf jeden Fall im Hinterkopf für Fotos in der Abenddämmerung oder bei Nacht, hier war mir Apples Software leider viel zu aggressiv. Dies hatte ich in meinem Review zum iPhone 14 Pro Max bemängelt

Manueller Eingriff ist natürlich möglich

In acht von zehn Fällen war ich mit der automatischen Bildoptimierung vollends zufrieden, doch manchmal war es etwas zu viel des Guten. Genau dafür kommt die rechte Toolbar zum Einsatz, man sollte jedoch zuvor auf den erweiterten Modus umschalten. Dann findet man nahezu alle Regler vor, die man als Fotograf liebt. Man kann manuell die Farbtiefe ansteuern, die Schärfe regeln, den Hautton abgleichen und so weiter und so fort. Speziell die Möglichkeit der Korrektur für dunklere Hauttöne ist wichtig, da selbst professionelle Kameras, Bildalgorithmen in Smartphones und selbst Bildbearbeitungsprogramme hier gerne zu weit in einen Rotton abdriften. Hat man ein für sich spezielles Setting gefunden, lässt es sich als eigener Preset abspeichern. So kann man zukünftig wieder in den schnellen Modus wechseln und die Bildoptimierung beschleunigen. Das ist auch deshalb eine gute Option, weil sich Radiant Photo bei der manuellen Bearbeitung stellenweise eine Gedenksekunde gönnt, bis die Veränderung angezeigt wird. Sogar an ein Color Grading wurde gedacht.

Die manuellen Optimierungsmöglichkeiten

Das Fehlen eines Plugins für Apple Fotos sowie das Fehlen eines eigenen Bildformats geben zwar beim Speichern große Flexibilität, sorgen aber auch dafür, dass man sich immer manuell um das Abspeichern und den Export der Arbeit kümmern muss. Will sagen, ein automatisches Speichern ist aktuell nicht an Bord.

Manuelles Abspeichern des optimierten Bildes

Das ist etwas schade, und erklärt die eingangs fehlende Fotoverwaltung. Nicht dramatisch, muss man aber im Hinterkopf behalten.

Goodies

Direkt ab Werk sind schon eine Menge an KI-Presets verfügbar, diese lassen sich jedoch noch kostenpflichtig erweitern. Radiant Photo nenn dies übrigens Voreinstellungen. Mein persönliches Highlight ist aber im Bereich Color Grading zu finden, hier kann man auf Wunsch spezielle Filter, Looks genannt, legen. Dabei kann man zwischen einem 60er-Jahre-Film, einem 70er-Jahre-Film usw. oder einem Bleached Bypass wählen. Auch hier steht die Möglichkeit offen, weitere Optionen zuzukaufen.

Was noch fehlt

Neben der Speicheroption und dem fehlenden Plugin für Apple Fotos gibt es aber etwas, was ich eigentlich erwarte. Ich vermisse nämlich ein retouche-Werkzeug, mit dessen Hilfe sich unter anderem Krümel oder kleine Schmutzpartikel entfernen lassen. In der Zwischenzeit hat man die reset-Option eingefügt. Hierbei gilt es zu beachten, das der nach links wiederkehrende Pfeil zum letzten Bearbeitungsschritt zurückgekehrt. Um zum Ausgangsmaterial zurückzukehren, muss der kreisrunde Pfeil getätigt werden. In der Sache an sich ausreichend, aber etwas missverständlich, wenn man es nicht weiß. Radiant Photo hat aber gezeigt, auf solches Feedback schnell zu reagieren, deshalb könnte da noch eine Optimierung erfolgen.

Fazit

Radiant Photo kostet 139 Euro, wenn man sich für die Vollversion entscheidet, oder aber 169 Euro, wenn man die Plugins für Adobe und Co nutzen möchte. Das ist für eine neue Software sicherlich viel Geld, doch in meinen Augen gerecht. Ich mag einfach die zuverlässigen Bildoptimierungen, die mir in über 80% der Fälle schon ausreicht, um ein gutes Bild optimal zu gestalten. Gefällt mir das Ergebnis nicht, kann ich noch an den Reglern spielen. Radiant Photo löst damit tatsächlich sein Versprechen ein, den Arbeitsablauf zu beschleunigen. Will man anschließend noch Hand anlegen, kann man da so optimierte Bild natürlich weiter verfeinern. Perfekt ist Radiant Photo jedoch noch nicht, an manchen Stellen ist beispielsweise die deutsche Übersetzung etwas umständlich, doch man bekommt ein halbes Jahr garantierte Updates und bisher ist die Software mit jedem Update stabiler und zuverlässiger geworden. Deshalb ist sie mein App-Tipp der Woche.

-> Radiant Photo ausprobieren

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

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