9-Euro-Ticket für den ÖPNV: Eigene App für die Buchung

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog,

Ab morgen ist es so weit: Deutschlandweit startet das 9-Euro-Ticket für den ÖPNV, mit dem die derzeitige Ampel-Koalition das Bewusstsein für den öffentlichen Personen-Nahverkehr stärken möchte. Außerdem sollen so hohe Spritpreise kompensiert werden. Wieso das eher ein totaler Reinfall mit Ansage werden wird, erkläre ich weiter unten. Interessant ist, dass es nun eine eigene App für das Buchen des Angebots gibt.

Eigene App für das 9-Euro-Ticket

Das Ticket lässt sich in allen Vorverkaufsstellen kaufen, existiert dann aber nur in Papierform. In meinen Augen ist das digitale Ticket deutlich besser und schont Ressourcen. Das Ticket lässt sich aber auch über die jeweilige App des Verkehrsbetriebs oder dem DB Navigator kaufen. Der Verband Deut­scher Verkehrs­unter­nehmen und die Deutsch­land mobil 2030 GmbH haben für das 9-Euro-Ticket allerdings auch eine eigene App entwi­ckeln lassen, diese kann ab heute unter ticket.besserweiter.de herun­ter­geladen werden.

Accountzwang und schlechtes User-Interface

Die Links zum iOS App Store bzw. Google Play Store sind dort aller­dings mögli­cher­weise nicht direkt zu sehen. Der Inter­essent muss zunächst auf den Button „App herun­ter­laden“ klicken und wird dann mit einer weiteren Abfrage konfrontiert, die „Hast du bereits ein Abo-Ticket für den Nahver­kehr?“ lautet. Erst wer hier auf „Nein“ klickt, sieht die Links zum Down­load der App

-> 9-Euro-Ticket für iOS

-> 9-Euro-Ticket für Android

Was allerdings deutlich mehr irritiert, ist der Zwang zum Anlegen eines Benutzer-Accounts. Hier müssen Interessierte ein vollständiges Kundenkonto anlegen und wirft Fragen auf, was mit den Daten passiert. Offiziell dürfte das Argument lauten, dass man eine Übertragung des Tickets verhindern will. Man könnte dies aber durch eine Kopplung an das Gerät verhindern.

Steuergeld wird verschwendet

Dementsprechend stellt sich die Frage, was mit den Daten passiert. Müsste ich tippen, würde ich sagen, dass die so gewonnenen Daten gesammelt und verkauft werden dürften. Grund ist die enorme Finanzierungslücke, die diese Aktion mit sich zieht. Die ist so gravierend, dass einige Unternehmen das Projekt platzen lassen wollten, weil die Kompensation, die durch unser aller Steuergeld erfolgt, nicht ausreicht. Es sieht also ganz so aus, als will man sich einen Teil der Kosten durch den Verkauf von Nutzerdaten zurückholen. Wenn aber Kosten die Achillesferse des projektes waren, wieso ist dann extra eine eigene App entwickelt worden?

Neben den Preisen ist das Netz das eigentliche Problem

Liest man zwischen den Zeilen der Aussagen der politischen Akteure wie den Grünen, soll das Projekt eher dazu dienen, die Menschen vom Auto zu entwöhnen. Ein Versuch, der von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Die unattraktiven Preise für den ÖPNV sind nur die eine Seite der Medaille, warum so wenig Menschen hierzulande wirklich nachhaltig darauf umsteigen. Vielmehr ist es das völlig marode und unzureichende Verbindungsnetz. Fahrten, die mit dem eigenen Auto 20 Min- bis 45 Min. dauern, werden so gut und gerne schnell mal zu eienr rund anderthalbstündigen Angelegenheit – pro Strecke. Daran trägt vor allem die Bahn eine Hauptschuld: In den vergangenen 25 Jahren sind kleinere Strecken, Nebengleise sowie Weichen und Stellwerke systematisch zurückgebaut bzw. eingestellt worden. Das sorgt in Summe dafür, dass das Netz schon jetzt komplett überlastet ist. Kleine Wetterkapriolen sorgen schon jetzt dafür, dass langwierige Ausfälle und Verspätungen die Folge sind. Ausfallende Klimaanlagen im Sommer sowie tagelange Aufräumarbeiten im Winter bei Schnee und heruntergefallenen Ästen sorgen für ordentlich Verdruss bei den Pendlern. Über den mangelhaften Komfort und die mangelhafte Ausstattung will ich gar nicht erst reden. Ganz zu schweigen von der ständig abbrechenden Mobilfunkverbindung. Somit ist das eigene Auto alleine aus objektiven Gesichtspunkten nach wie vor das Transportmittel für ein Groß der Menschen hierzulande.

Heftiger Preisschock erfolgt im Herbst

Die Freude über das 9-Euro-Ticket dürfte auch nur bis zum 01. September anhalten. Diese extrem subventionierte Rabattaktion läuft bis zum 30. August, danach gelten wieder die ursprünglichen Preise. Diese dürften sehr zeitnahe von deutlichen Preissteigerungen begleitet werden. Schon jetzt machen sich die Beschaffungskosten für Sprit und Elektrizität negativ bemerkbar. Dies merkte Ingo Wortmann, des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, gegenüber der Tagesschau an. Somit zahlen die Menschen letztendlich deutlich mehr für den immer noch maroden und nicht ausreichenden ÖPNV. Dies betrifft vor allem die Menschen in unserem Land, die sich aus finanziellen gründen kein eigenes Auto leisten können.

Kann nicht in die Wallet-App integriert werden

Zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis: Wer die App hierüber kauft, kann das Ticket nicht in die Wallet-App integrieren. Bei einer Fahrkahrtenkontrolle muss also immer das iPhone entsperrt und die App geöffnet werden. Interessanterweise gilt das auch für den DB Navigator. Wer das 9-Euro-Ticket in der Wallet-App integrieren will, nutzt am besten die BVG-App der Berliner Verkehrsbetriebe

Was sagt Ihr dazu? Werdet Ihr das Ticket nutzen? Schreibt mir Euer Feedback in die nachfolgenden Kommentare

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

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2 Kommentare zu „9-Euro-Ticket für den ÖPNV: Eigene App für die Buchung

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  1. Kann die aktuelle Aktion nicht verstehen. Die Grünen haben hier den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht. Eigentlich hätte der ÖPNV erst einmal komplett neu aufgebaut werden müssen, also das Schienennetz vom Regional, SBahn und UBahn modernisiert, die Buslinien Flächendeckend ausgebaut werden und vorallem im ländlichen Bereich häufiger und länger fahren lassen.
    Was bringt ein 9 € Ticket wenn ich mit dem Bus von meinem Wohnort nur frühs um 6 und Nachmittags um 5 einen Bus nehmen kann? Ich kann meinem Arbeitgeber ja nicht sagen sorry ich kann nicht frühs um 5 anfangen zu arbeiten da mein Bus erst um 6 fährt und ich muss dann auch bereits vor 5 wieder los sonst komme ich nicht wieder nachhause.

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