Umstrittener Foto-Scan: Nach Einstellung könnte Apple zur Implementierung durch die EU dazu gezwungen werden (Update)

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog,

Eine der umstrittensten Entscheidungen des iPhone-Konzerns betraf den Foto-Scan der eigenen Fotos auf dem iPhone, iPad und MacBook. Ursprünglich zur WWDC21 zum Start von iOS 15 angekündigt, verzögerte sich das Vorhaben und wurde schlussendlich gänzlich eingestellt. Hier, und hier lassen sich Details dazu nachlesen. Doch nun scheint das Thema für Apple wieder brandaktuell zu werden, Grund ist die EU

EU will Anbieter gesetzlich dazu zwingen

Aus guten gründen entschied sich Apple schlussendlich gegen die Einführung der Funktion, auch wenn das Motiv dahinter (aktiv gegen die Verteilung von Kinderpornografie vorzugehen) absolut edel, richtig und wichtig war und ist. Doch Datenschützer äußerten erhebliche bedenken, die auch Apple nicht vollumfänglich aus der Welt räumen konnte – dazu weiter unten mehr Details. Politico berichtet nun heute, dass die Europäische Union plant, ein neues Gesetz anzukündigen, das Technologiegiganten verpflichtet, nach eben solchen kinderpornografischen Inhalten zu scannen.

Das Thema ist nicht neu und leider ist das iPhone der größte Verbreitungsfaktor von solchen Inhalten. Doch die Sachlage bekommt auch deshalb eine neue Präsenz, da Kinderschutz-Hotlines eine Rekordmenge an verstörenden Inhalten melden, die vor allem während der Corona-Pandemie erzeugt und online gehandelt worden sind. Erschwerend kommt hinzu, dass Europa nicht nur ein Hotspot solcher Bilder ist. Rund 62% aller Bildinhalte dieses Schlages befinden sich auf europäischen Servern.

Was würde das in der Praxis bedeuten?

Ursprünglich hieß es, hier solle noch hinter verschlossenen Türen diskutiert werden. Doch vor wenigen Augenblicken hat die EU den Vorschlag offiziell gemacht und ein rund 135-seitiges PDF online gestellt. Sollte das so eingeführt werden, wären sämtliche Bildinhalte auf der iCloud, Google Drive oder anderen Hosting-Plattform zu überprüfen – und zwar nicht freiwillig, sondern gesetzlich verpflichtend. Das geht nur mithilfe von Algorithmen und „Schwachstellen“ im System. Genau hier schlagen Datenschützer und Cybersecurity-Experten vehement Alarm.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung damit de facto ausgehebelt

In den letzten Jahren ging es darum, Betriebssysteme und Messenger sicherer zu machen – häufig mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Um das Vorhaben umzusetzen, müssten Anbieter wie Apple bewusst an den entsprechenden Stellen Hintertüren/Schwachstellen einpflegen. Experten für Cybersicherheit zeigen sich daher besorgt, ob durch eine solche gesetzliche Neuregelung nicht erheblich mehr Schaden erzeugt als verhindert wird. Es sollte schlicht keine Debatte um Dinge geben, die technisch unmöglich sind, so Ella Jakubowska von European Digital Rights (EDRi). Sobald es bewusst eingebaute Schwachstellen gebe, sei Tür und Tor geöffnet, diese auszunutzen und beispielsweise in totalitären Staaten gezielt Journalisten oder Oppositionelle zu verfolgen.

Pegasus und die Luca-App sollten warnende Beispiele sein

Und ich fasse es nicht, dass die EU ersnthaft über so etwas nachdenkt. Es geht nicht darum, dass Kinderpornografie bekämpft werden muss. Doch gerade die Spionage-Software Pegasus und die Luca-App in Deutschland zeigen auf, wie schnell Schwachstellen für andere Zwecke missbraucht und ausgenutzt werden. Schlimmer noch, sie sind überdies Beispiele dafür, wie schnell die Hemmschwelle sinkt, wenn die Möglichkeit erst einmal vorhanden ist – gemäß dem biblischen Zitat „Die Früchte des verbotenen Baumes“

EU bespricht sich mit Tech-Unternehmen

 Gespräche mit den Tech-Größen laufen bereits seit geraumer Weile. Bisherige Unterredungen ergaben, dass Unternehmen explizit nach illegalen Inhalten scannen dürfen, allerdings bleibt nun abzuwarten, wie drastisch die anvisierte Verschärfung ausfällt und wie weitreichend Freiwilligkeit zur Pflicht wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies zulasten der Sicherheit geht, ist groß. Mit der Innenkommissarin Ylva Johannsson ist eine der entschiedensten Befürworterin für das neue Gesetz gegen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung:

Missbraucher verstecken sich hinter der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung; sie ist einfach zu bedienen, aber fast unmöglich zu knacken, was es den Strafverfolgungsbehörden erschwert, Verbrechen zu untersuchen und zu verfolgen.

Ylva Johannsson

Was sagt Ihr dazu? Schreibt mir Euer Feedback in die nachfolgenden Kommentare

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

Einmalig
Monatlich
Jährlich

Spendiere mir einen Kaffee und unterstütze damit meinen Blog und mich bei der Arbeit

Monatlich spenden

Jährlich spenden

Wähle einen Betrag aus

€5,00
€15,00
€100,00
€5,00
€15,00
€100,00
€5,00
€15,00
€100,00

Oder gib einen individuellen Betrag ein


Wir wissen deine Spende sehr zu schätzen.

Wir wissen deine Spende sehr zu schätzen.

Wir wissen deine Spende sehr zu schätzen.

SpendenMonatlich spendenJährlich spenden

Kommentar verfassen

Betrieben von WordPress | Theme: Baskerville 2 von Anders Noren.

Nach oben ↑

appletechnikblog
%d Bloggern gefällt das: