Internes Dokument zum „Digital Markets Act“ – das wird sich für Apple und Co. ändern

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog,

Wir erleben gerade eine beispielhafte Renaissance für mehr staatliche Kontrolle an allen Ecken und Enden, was für mich als liberal denkender Mensch mehr als befremdlich ist. Der Grund dafür ist recht einfach: Recht simple und gute Massnahmen werden gerne einmal überdreht oder aus falschen Gründen eingeführt und damit kommen wir zum Digital Markets Act. Dieser ist mehr oder weniger verabschiedet und muss noch in das jeweilige nationale Recht überführt werden.

Warum gibt es den Digital Markets Act ?

Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass man die ungeheure Marktmacht von Amazon, Google, Facebook und Apple beschränken will bzw. sogar muss. Das ist das hehre Ziel der Anstrengungen. Doch die aktuellen Entscheidungen sind nur deshalb fällig, weil Politik und Behörden viel zu lange wegschauten oder fachlich gänzlich inkompetent waren. Und genau diese Inkompetenz zeigt sich nun wieder, weil man hier und da über das Ziel hinausschießt – aber das ist meine persönliche Meinung.

Die neuen Vorgaben

Wie dem auch sei, die neuen Vorgaben sind nun in einem geleakten Dokument zugänglich und entsprechen weitestgehend dem, was im Vorfeld schon bekannt war. Da Apple aus verschiedenen Gründen recht restriktiv ist, treffen die Vorgaben den iPhone-Konzern mit am stärksten. Folgende konkrete Bestimmungen beinhaltet der Digital Markets Act:

  • App Store: Apps müssen sich aus anderen Quellen beziehen lassen, es ist nicht mehr länger zulässig, komplette Kontrolle über Art und Inhalte auszuüben.
  • App Store: Entwickler dürfen Kunden aktiv über andere Zahlungsweisen informieren und müssen nicht den einen, vom Hersteller vorgegebenen Weg gehen.
  • Browser: Es soll fortan unzulässig sein, Entwicklern eine bestimmte Browser-Engine vorzuschreiben und alle anderen zu verbieten. Im Fall von Apple und iOS/iPadOS betrifft dies WebKit.
  • Messenger: Dienste sollen interoperabel werden, anderen Anbietern ist Zugang zu gewähren. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung muss dennoch vorhanden bleiben.
  • Siri: Die Installation von Drittanbieter-Sprachassistenten darf nicht unterbunden sein, Nutzer müssen freie Auswahl haben.
  • Suche: Anbieter dürfen ihre eigenen Produkte nicht bevorzugt darstellen, konkret geht es dabei nicht nur um Apps (Apples Dienste im App Store), sondern beispielsweise auch um Eigenmarken von Amazon.

Umsetzung ab 2024 Pflicht

Zur Umsetzung haben die Anbieter wie Apple noch etwas Zeit. Alle vorgestellten und verabschiedeten Maßnahmen sollen erst ab 2024 greifen. Und sie gelten nur für Firmen, die bestimmte Kriterien erfüllen:

  • einen Jahresumsatz von 8 Mrd. Euro pro Jahr oder höher
  • einen Börsenwert von mehr als 50 Mrd. Euro
  • die eigene Plattform erreicht mehr als 10% der europäischen Bevölkerung, war aktuell eine Schwelle von knapp 55 Mio. Personen in der EU entspricht.

Unkalkulierbare Risiken

Einige der Risiken sind durchaus groß und können unkalkulierbar sein. Eine direkte Folge dürften deutliche Preissteigerungen sein. Speziell für Apple dürfte sich der Aufwand deutlich erhöhen, die eigene Plattform und insbesondere den iOS App Store abzusichern. Mit Sicherheit wird der Konzern dies über höhere Verkaufspreise kompensieren wollen. Sicherheit ist zudem ein großes Stichwort, denn die Hemmschwelle für Kriminelle und deren Aktivität sinkt. Das bedeutet, dass wir ein höheres Aufkommen von entsprechenden Attacken bekommen werden. Last but not least wird das Aufweichen der Sicherheits-Architektur es den Sicherheitsbehörden erleichtern, hier ebenfalls Angriffe zu fahren. Wie dramatisch die Auswirkungen bereits jetzt sind, zeigt einerseits die Spionage-Software Pegasus und andererseits die App Luca.

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Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

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