Wie überraschend: Überhöhte App-Abos und wie Apple dagegen vorgehen will

Guten Morgen und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog,

es war vor gut sechs Jahren, als Apple erstmals Entwickler einlud und ihnen die Idee eines Abos für ihre Apps vorstellte. Die Intention dahinter war recht durchschaubar, der iOS App Store sollte regelmäßiger Einkommen erzielen und Apple beständig mittels Provision daran antizipieren lassen. Doch das trieb wirklich seltsame Blüten und einige Entwickler verlangen wirklich horrende Gebühren für ihr Abo – dagegen geht Cupertino nun endlich vor

Zu hohe Preise werden inzwischen beanstandet

Wann ist eine digitale Dienstleistung mit einem zu hohen Preis versehen? Das ist eine Frage, die sich auch mir auf meinem Blog und den Premiuminhalten stellt und oftmals nicht ohne Weiteres abzuschätzen ist.

Apple hat dazu eine recht eindeutige Definition in den App Store Guidelines verfasst, die dennoch recht viel Interpretationsspielraum zulässt. Apple hat nun einige Entwickler direkt kontaktiert und mitgeteilt, dass ihr aufgerufener Abo-Preis zu hoch sei – erste Aufforderungen datieren übrigens vom Oktober 2020. Konkret heißt es in einer Email, die den Kollegen von 9to5mac vorlag, wie folgt:

Kunden erwarten, dass der App Store ein sicherer und vertrauenswürdiger Marktplatz für den Kauf digitaler Waren ist. Apps sollten dieses Vertrauen niemals verraten, indem sie versuchen, Benutzer in irgendeiner Weise abzuzocken oder zu betrügen.

Leider spiegeln die Preise, die Sie für Ihre App oder In-App-Kaufprodukte in Ihrer App ausgewählt haben, nicht den Wert der Funktionen und Inhalte wider, die dem Benutzer angeboten werden. Die Erhebung irrational hoher Preise für Inhalte oder Dienste mit begrenztem Wert ist eine Abzocke für Kunden und nicht für den App Store geeignet.

Insbesondere sind die Preise für die folgenden Artikel irrational hoch:

(redigiert)

Nächste Schritte

Insbesondere sind die Preise für die folgenden Artikel irrational hoch:

– Überarbeiten Sie Ihre App- oder In-App-Kaufprodukte, um dem Benutzer zum Zeitpunkt des Kaufs mehr Wert zu bieten – Wählen Sie einen Preis für Ihre App- oder In-App-Kaufprodukte, der den Wert, der dem Benutzer zur Verfügung gestellt wird, genau widerspiegelt – Nachdem Sie die entsprechenden Änderungen vorgenommen haben, reichen Sie Ihre App erneut zur Überprüfung ein.

Die nächste Einreichung dieser App kann eine längere Überprüfungszeit erfordern und kann erst dann für eine beschleunigte Überprüfung in Frage kommen, wenn dieses Problem behoben ist.

Apples Mail an einen Entwickler

Überprüfungen sind schwierig und dauern

Nun mag man sich (vielleicht auch zu recht) fragen, wieso das Thema erst jetzt auftaucht? Der Grund ist im iOS App Store selbst bzw. in der Masse der angebotenen Apps zu finden. Weit über eine Million Anwendungen werden dort angeboten, was im Bezug auf die Bewertung von Qualität, Sicherheit und Befolgung der App Store Guidelines ein sehr zeitaufwendiges Unterfangen ist. Apple wird mit Sicherheit bestimmte Prüfroutinen nutzen, mit diesen lässt sich aber nicht alles überprüfen.

Hierzu zählt mit absoluter Sicherheit auch, welche Folgekosten der Entwickler für die App in einem entsprechenden Abo-Modell verlangt und hier wären wir wieder bei der eingangs gestellten Frage: Wie viel darf eine App im Abo kosten?

Sollte das Review-Team des App Store nun entsprechende Apps identifizieren, gibt es eigentlich nur zwei Lösungen: Entweder passt der Entwickler die gebotenen Leistungen der App auf den aufgerufenen Preis an oder er reduziert das Abo. Außerdem wird der Entwickler ermahnt, dass eine wiederholte Einreichung der App mit dem identischen Mangel zu deutlich längeren Wartezeiten bei der nächsten Freigabe führen wird.

Apple hat das Problem selbst heraufbeschworen

Salopp gesagt, hat sich Apple diese Baustelle selbst eröffnet. Seit Bestehen des App Stores war es von allen Seiten ein akzeptiertes Modell, dass man für gute Apps im Einmalkauf eben Geld ausgeben muss. Und kam der Entwickler irgendwann an den Punkt, dass neue Funktionen in der App nicht mehr ergänzt werden konnten, bot man diese als neue Version ebenfalls zum Kauf an. Das mag wenig elegant gewirkt haben, fand auch hier in den allermeisten Fällen einen Konsens.

Apple selbst war das aber zu wenig und im Zuge der Transformation zu einem Dienstekonzern ermutigte man die Entwickler mit Nachdruck, die App doch lieber in einem Abo anzubieten – Apple konnte so beständigen Cash-Flow im App Store generieren. Natürlich stärkt man so innerhalb des eigenen Öko-Systems auch den iOS App Store, doch das Abkassieren von Provision stand klar im Mittelpunkt des Interesses. Ebenso klar war damals schon, dass (nicht wenige) schwarze Schafe dieses Modell missbrauchen werden.

Wie seht Ihr die Apps im Abo? Ist das für Euch der goldenen Mittelweg oder wünscht Ihr euch die Zeiten der Einmalkäufe zurück? Schreibt mir Euer Feedback in die nachfolgenden Kommentare.

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

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2 Kommentare zu „Wie überraschend: Überhöhte App-Abos und wie Apple dagegen vorgehen will

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  1. Ich bin für einmalige Käufe, soviel Abos wie man Apps hat kann man gar nicht abschließen. Dann werden ggf. für Updates nochmal Gebühren erhoben, was auch in Ordnung ist. Der Nutzer erhält einen Gegenwert und der Anbieter ist gezwungen die App weiter zu entwickeln.
    Für alle also eine Win-Win Situation.

    Ps. Es ist wirklich hilfreich und zeigt mehr Professionalität wenn Ihr vor der Veröffentlichung den Text auf Fehler querlesen würdet.

    Besten Dank und viele Grüße

    1. Danke für dein Feedback. Ich persönlich mag auch keine Apps im Abo. Führt der Entwickler sowas ein, fliegt die App direkt von meinem iPhone – bis auf eine Ausnahme und das ist Halide Mark II

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