Das Abo-System für Apps unter iOS – scheinbar ein Bumerang

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog,

es war Ende 2016, als Apple ausgewählte Entwickler nach New York einlud und ihnen die Pläne hinsichtlich eines Abonnements für Apps vorstellte – mit einigem Erfolg, wie wir leider heute wissen. Trotz zahlreicher Kritik aus der Community stellte nahezu jeder nahmhafte Entwickler auf ein Abo um, doch die jüngsten Zahlen geben aus Entwicklersicht Anlass zur Sorge

Niedrigere Provision an Apple

Das Kalkül für die Implementierung war bei Apple und den Entwickler gleichermaßen wie folgt: Ein Abo sorgt mittel- und langfristig gesehen für konstantere Einnahmen und bindet die Kunden an die Plattform und die Apps.

Dafür reduzierte der iPhone-Konzern seine (mittlerweile stark umstrittene) 30%-Provsion und verlangt ab dem zweiten Jahr nur noch 15% Beteiligung – bei einem Preis von 10,00€ führt der Entwickler im ersten Jahr 3,00€ an Cupertino ab, im darauffolgenden Jahr sind es nur noch 1,50€.

Doch die Rechnung scheint ohne den Wirt, sprich ohne den Kunden, gemacht worden zu sein, wie die jüngsten Auswertungen vom auf Abo-Modellen spezialisierten Online-Dienst Revenuecat zeigen.

Deutlich mehr Kunden springen ab – geringere Erträge

Zunächst einmal muss ich festhalten, dass ich per se nicht gegen ein Abi bin. ich verkaufe selbst Premium-Abos auf meinem Blog und diese brauche ich auch, um finanziell überleben zu können.

Hier haben aber viele Entwickler vor lauter Dollarscheinen den Kunden außer Acht gelassen und vor allem ihre Marktposition überschätzt. Das geschäft mit den Apps ist äußerst schnellebig und nur die wenigsten Apps verfügen über solch eine hohe Kundenbindung, als dass sich langfristig ein Umstieg auf ein Abo finanziell rentiert.

Dementsprechend ist die enorm hohe Absprungsquote aus der nachfolgenden Grafik nicht wirklich überraschend, bei den jährlichen Apps beträgt sie fast 50%

Bei den Apps, die im monatlichen Abo laufen, beträgt die Absprungrate immer noch 13%, was verheerend ist. Der Anwender tauscht die App nämlich schlicht aus oder sucht sich eine Alternative, das haben vor allem die Entwickler vergessen

Der Funktionsumfang macht es aus

Der Unterschied (wie auch bei Netflix, Spotify und meinetwegen auch Microsoft 365) liegt aber im Leistungsumfang: Bei uns ist der Intervall, wo der Kunde regelmäßig neue Inhlate bekommt, um ein Vielfaches höher als bei kleineren App-Entwicklern. Die stellen im schlechtesten Fall nur jedes Jahr ein Funktionsupdate, nämlich wenn es das neue iOS gibt, zur Verfügung und liefern darüber hinaus Bugfixes und hier und da eine Überarbeitung des UI aus.

Doch auch Apple trägt Mitschuld an diesem Desaster

Erschwerend kommt hinzu, dass Cupertino bei den Laufzeiten eine sehr strikte Auslegung der regeln verfolgt. Mehrere Abo-Zeiträume einzelner Anwender werden nicht zusammengezählt, sondern starten Apples Mindestzeitraum für die 85%-Umsatzbeteiligung jedesmal neu. Hinzu kommt: Sobald Anwender ihre Abos länger als 60 Tage pausieren, setzt Apple die Uhr zurück.

Das sorgt in Summe dafür, dass sich die Abgaben aufseiten der Entwickler nach wie vor auf dem Level der üblichen 30% Provision bewegen und viele Kunden verärgert sind. Um dieses Defitit nämlich auszugleichen, haben findige Entwickler wie Fantastical mit der Umstellung auf ein Abo die letzte Kaufversion soweit beschnitten, dass bisher gewohnte Funktionen nur noch mit Abo funktionerten. Man wollte so den User dazu zwingen, nicht nur ein Abo abzuschließen, sondern dieses auch weiterlaufen zu lassen.

Wie geht es weiter?

Ehrlich gesagt, denke ich nicht, dass Apple an dem Abo-Modell etwas ändern wird. Für den Konzern selbst hängt zuviel davon ab, ist die doch die Service-Sparte als fester Bestandteil zum Umbau eines Dienste-Konzerns eingeplant.

Eine Möglichkeit wären die sogenannten In-App-Käufe, um ein Upgrade eines vormals getätigten App-Kaufs zu ermöglichen – hier können Entwickler entweder die bestehende App nur kostenfrei updaten oder eine völlig neue App programmieren.

Was ist denn Eure Meinung zu den Apps im Abo? Eher lästig oder begrüßt Ihr das? Schreibt mir Eure Meinung in die nachfolgenden Kommentare

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

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von Anders Noren.

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