Desaster für Intel: Hersteller muss die Fertigung von 7-nm-Chips gehörig nach hinten verschieben

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Der US-Chip-Gigant Intel mag einfach nicht zur Ruhe kommen und enttäuscht Anleger und Analysten gleich doppelt. Doch der Reihe nach: Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2020 sind zunächst einmal erfreulich.

20% mehr Erlös als im Vorjahreszeitraum

Bei der Präsentation der Geschäftszahlen für das Q2 2020 konnte Intel-CEO Bob Swan noch Positives vermelden: Der Erlös mit 19,73 Mrd. US-Dollar liegt nicht nur über den Schätzungen der Analysten, er ist auch um etwa 20% höher als im Vorjahreszeitraum und das ist Balsam auf die Seele. Denn die erste Hiobsbotschaft folgte zugleich, Intel musste aufgrund von Corona einige Korrekturen vornehmen weshalb das komplette Geschäftsjahr 2020 wenig erfreulich ausfallen werden.

Fertigungsprobleme bei den Chips im 7-nm-Verfahren

Galt Intel Anfang/ Mitte der 2000er als solider Hersteller mit extrem hoher Zuverlässigkeit und hohem Qualitätsanspruch, hat sich diese Wahrnehmung leider seit einigen Jahren zu Ungunsten des Herstellers gewandelt.

So passt es ins Bild, das der CEO höchstpersönlich erklärte, einen „defect mode“ in der Fertigung besagter Chips entdeckt zu haben. Wenn das dem CEO auffällt, ist das weder ein gutes Zeichen für die Entwickler noch für die hauseigene Qualitätskontrolle, aber das ist ein anderes Thema.

Aufgrund dessen investierte Intel in „Notfallpläne“ und beauftragte externe Halbleiterwerke mit der Lösung des Problems. Swan erklärte sich mit der Leistung dieser Chips „nicht zufrieden“; außerdem wärfen die Chips zu wenig Rendite ab. Somit liege das Unternehmen bereits zirka zwölf Monate hinter den internen Zielen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Intel Prozessoren verschieben und somit die Zeitpläne von interessierten Computerherstellern nach hinten verschiebt. In diesem Fall aber sprechen wir von einer Verschiebung bis Ende 2022 oder gar Anfang 2023. Das kommt für Intel zur absoluten Unzeit, hat doch Cupertino gerade erst den Umstiegt auf hauseigene Prozessoren auf Basis der ARM-Architektur angekündigt. Der vollständige Bericht lässt sich übrigens hier einsehen.

Die anderen Computerhersteller werden angesichts dieser Meldung von Intel die Anstrengungen Apple´s noch genauer verfolgen um anschließend genau zu evaluieren, inwieweit man weiterhin auf Intel setzen will.

Verstärkter Fokus auf die aktuellen 10-nm-Chips

Bis Intel endlich voll funktionsfähige Chips im 7-nm-verfahren ausliefern kann, wird es also noch eine Weile dauern. Darum will sich Bob Swan nun verstärkt auf die 10-nm-Chips konzentrieren und die Entwicklung nachfolgender Generationen schneller vorantreiben.

Wohl deshalb ist in naher Zukunft mit einem Marktstart der „Tiger Lake“-Prozessoren zu rechnen, gefolgt einer Server-Variante. Diese soll auf den Codenamen „Alder Lake“ hören und ab der zweiten Jahreshälfte 2021 marktreif sein.

Fraglich, ob Apple überhaupt noch Macs mit Intel anbietet

Die Ankündigung hat auch direkte Auswirkungen auf Apple und könnten der Grund dafür sein, dass der iMac 27″ immer noch nicht aktualIsiert worden ist. Gehen wir davon aus, dass die ersten ARM-Macs Ende 2020 mit einem Derivat des A14, gefertigt im 7-nm-Verfahren, auf den Markt kommen wird, stellt sich nämlich folgende Frage:

Inwieweit will Apple einen iMac mit einem Intel-Chip im 10-nm-Verfahren auf den Markt bringen und diesen technisch so ins Hintertreffen gegenüber dem Apple Silicon geraten lassen?

Denkbar wäre es also, dass Apple auf diese „Zwischenmodelle“ verzichtet und von vornherein gleich alle Mac-Baureihen auf ARM umstellt.

Was ist denn Eure Meinung dazu? Schreibt mir Euer Feedback in die nachfolgenden Kommentare.

Macht´s gut und bis zu nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick

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