Erste Benchmarks zum ersten ARM-Mac aufgetaucht


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Vor ziemlich genauer einer Woche verkündete Apple am Eröffnungstag der WWDC 2020 den Umstieg weg von Intel und hin zu hauseigenen Chips die auf der ARM-Architektur basieren. Die dort angekündigten Developer Transition Kits im Gehäuse des Mac Mini mit einem A12Z Bionic, 16 GB RAM und 512 GB SSD sind nun bei den ersten Entwicklern eingetroffen – und entgegen der Klauseln tauchen nun erste Benchmarks auf.

 

Benchmarks tauchten entgegen strikter Regeln auf

Wir erinnern uns: Um überhaupt die Möglichkeit zu bekommen, ein Developer Transition Kit temporär zu erwerben, müssen diese sich bei Apple bewerben. Wird ein Entwickler von Cupertino berücksichtigt, muss dieser eine  strenge Nutzungsvereinbarung unterschreiben. Diese untersagt unter anderem strikt, dass es verboten ist, Fotos zu teilen oder grundlegend über das „Apple Developer Transition Kit“ zu sprechen. Die aufgetauchten Benchmarks sind also ein klarer Verstoß gegen die NDA

 

Welche Leistung zeigen die Benchmarks?

Der erste Eindruck der gezeigten Leistungen ist nur vordergründig enttäuschend, wenn man die Ergebnisse überfliegt. So scheint das Developer Transition Kit zunächst mal um knapp 1/4 langsamer zu sein als ein aktuelles MacBook Air 2020:

Bildschirmfoto 580

Doch diese Ergebnisse täuschen und sind nur bedingt aussagekräftig. Der Teufel steckt nämlich im Detail und Apple scheint hier nicht mit offenen Karten zu spielen

 

Hat Apple den A12Z Bionic künstlich beschnitten?

Schaut man etwas detaillierter auf das Developer Transition Kit, fallen Einem sofort zwei Dinge ins Auge: Da wäre die reduzierte Taktrate zu nennen. Apple hat hier den A12Z Bionic auf 2,4 GHz Taktfrequenz runtergeschraubt, im aktuellen iPad Pro 2020 taktet dieser jedoch mit 2,5 GHz. Viel entscheidender ist allerdings das zweite Detail, denn laut Geekbench waren nur vier statt acht Kerne aktiv.

Es ist also ganz klar ersichtlich, dass Apple im hauseigenen Transition Kit den A12Z Bionic keinesfalls mit maximaler Leistung ausliefert – warum, bleibt ungeklärt. Klar ist aber, dass die maximal mögliche Leistung des aktuellen A12Z Bionic im Mac deutlich höher ist als im iPad. Im Mac kann Apple den hauseigenen Chip noch aktiv kühlen und muss nicht auf passive Kühlung wie im iPad setzen.

Außerdem ist davon auszugehen, dass Apple im ersten ARM-Mac keinen dann im Kern zwei Jahre alten SoC einsetzen wird. Es ist gut vorstellbar, dass dann der A14X als Mac-Ableger zum Einsatz kommt und schaut man sich die Zuwächse vom A12 zum A13 an, macht dies nur Mut. Schließlich erzielt je nach Benchmark der A13 Bionic zwischen 10 und 40 Prozent mehr Leistung als ein A12.

 

Weitere Einschränkungen durch Rosetta 2

neben der offensichtlich beschnittenen Hardware muss man die Emulation via Rosetta 2 bedenken. Einerseits wird Geekbench als native Intel/x86-Anwendung gestartet und über Rosetta 2 dementsprechend emuliert und das führt ebenfalls zu Einbußen in der Performance

Andererseits muss Rosetta 2 als Emulationssoftware einige Verhaltensweisen von Intel-Prozessoren nachahmen. So verhält sich der ARM-Chip bei manchen Fliesskommaberechnungen anders als x86-Prozessoren – dies muss Rosetta 2 während der Emulation abfangen und kostet Zeit. Geschätzt dürften x86-Programme je nach Art etwa 10 bis 40 Prozent langsamer laufen als ARM-native Apps.

Mit einem weiter optimierten A14 sowie zusätzlichen Verbesserungen von Rosetta 2 scheint Apple tatsächlich in der Lage zu sein, seine vollmundigen Versprechen zu halten.

 

Wie kann das Chip-Design des Apple Silicon aussehen?

Last but not least gilt noch etwas zu beachten. Apple betonte während der Keynote mehrfach, dass man den ARM-Chip im Mac mit einem neuen Design versehen und deshalb keinesfalls auf Chips für iPad/iPhone zurückgreifen wird.

Mit Sicherheit wird Cupertino keine zwei voneinander absolut unabhängigen Chips entwicklen. Denkbar ist allerdings ein anderes Clusterdesign: Im iPhone setzt Apple zwei Performance-Kerne und vier auf Effizienz getrimmte Kerne ein – beim Mac könnte dies genau andersherum sein: Apple könnte hier 4 oder 6 Performance-Kerne und zwei Effizienz-Kerne verbauen.

 

Was können wir von einem Mac mit ARM-Chip also erwarten?

Schaut man sich also die Ergebnisse sowie die technischen Details an, können wir also im Optimalfall also davon ausgehen, dass ARM-Macs mit einem potenziellen A14 im Single-Core-Benchmark 50 bis 100 Prozent schneller als ein aktueller Intel-Mac sein werden. Und dank besserer Energieeffizienz könnten gerade die MacBooks wie das Macbook Air mit teils deutlich gestiegener Akkulaufzeit daherkommen – und das würde ich persönlich sehr begrüßen.

Was haltet Ihr denn von einem Mac mit ARM-Chip? Glaubt Ihr, dass Apple die Leistung erhöhen oder zumindest halten kann? Schreibt mir Euer Feedback in die nachfolgenden Kommentare.

 

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a Meister des Apfels

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