Bose stampft die Kernfunktion seiner Bose Frames ein

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jahrelang beschäftigte sich der Hersteller Bose mit dem Bau von Boxen und Heimkinosystemen um dann im Jahr 20218 bekanntzugeben, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Man wollte Technik mit menschlicher Interaktion besser miteinander verbinden und somit Wellness-Produkte erschaffen – dieses Vorhaben ist zum heutigen Stand zumindest krachend gescheitert.

 

Nach den Sleepbuds streicht Bose auch die Bose Frames – zumindest teilweise

Die Noise-Masking Sleepbuds stellte das Unternehmen aus Framingham schon im vergangenen Herbst ein, nun folgt mit den Bose Frames die zweite Neuentwicklung aus diesem Geschäftsfeld.

Streng genommen ist das nicht ganz korrekt, Bose streicht nur und zwar ersatzlos sämtliche AR-Funktionen der Frames. Die waren aber das Haupfeature der beiden Sonnenbrillen und dürften dem Produkt damit endgültig den Todesstoß versetzt haben.

Ein Sprecher bestätigte Protocol gegenüber die Einstellung und erklärte zudem, dass das dafür verantwortliche Team beim Hersteller schon aufgelöst wurde. Die zuständigen Mitarbeiter wurden entweder entlassen oder gingen freiwillig – so auch Boses AR-Chef Josh Gordon.

 

Das nächste gescheiterte AR-Projekt

Damit reiht Bose sich in eine illustre Riege der Unternehmen ein, die mit ambitionierten AR-Projekten an den Start gegangen sind wobei Google mit Google Glass hier der prominenteste Vertreter gewesen sein dürfte.

Um „die Zukunft des mobilen Sounds“ hervorzubringen, kann man Bose nur schwerlich mangelndes Engagement unterstellen. Zur Ankündigung des Projektes legte man einen 50 Mio. US-Dollar schweren Entwicklungsfond an, um die Entwickler finanziell bei der Entwicklung von AR-Apps zu unterstützen.

Wie dem auch sei, laut dem Sprecher sei „Bose AR nicht zu dem geworden, was man sich erhofft habe“. Der Genickbruch für das Projekt war schlussendlich das sehr begrenzte sehr spezifische Einsatzgebiet der AR-Funktion – etwas, was ich schon zu meiner Zeit als Markenbotschafter bei Bose immer und immer wieder zum Unternehmen kommuniziert habe. Abschließend heißt es sogar, dass diese spezifischen Einsatzmöglichkeiten für den alltäglichen Gebrauch ungeeignet sind.

 

Was bedeutet das unter anderem für Apple?

Wie auch hier schon von mir berichtet, arbeitet Apple hinter den Kulissen ebenfalls an einer AR-Brille und soll mit diesen Arbeiten schon kurz vor dem Abschluss bringen. Trotzdem bleibt es spannend zu sehen, ob Apple damit Erfolg haben kann. Zumindest scheint Apple im Design nicht die gleichen Fehler wie die bisherigen Hersteller zu machen.

Glaubt man den Gerüchten, hat die AR-Brille einen vergleichsweise normalen Look und verzichtet auf jegliches Designelement eines Nerd-Spielzeugs – das dürfte ein nicht unerheblicher Faktor werden. Darüber hinaus muss Apple es schaffen, wirkliche Alltagsszenarien für die AR-Brille zu kreieren, sonst erleidet auch diese Brille Schiffbruch.

 

Zukunft der Bose Frames

Bose will die AR-Plattform und deren Funktionalität schon in den nächsten 30 Tagen ersatzlos einstellen. Die Frames an sich sollen nicht gänzlich verschwinden sondern die bereits produzierten Modelle weiterhin abverkauft werden. Zudem arbeitet das Unternehmen daran, die gestrichene AR-Funktionen dank dem verbauten GPS-Sender sowie die Gyroskop durch eine „Gestensteuerung“ zu ersetzen – So soll mittels Kopfbewegung die Lautstärke der Musikwiedergabe gesteuert werden können.

Wie zukunftsträchtig dies ist, wird sich allerdings noch zeigen müssen. Nachdem man mit der SoundTouch 300 von Ende 2015 bis Mitte 2018 noch im HiFi-Segment Umsatzzuwächse verzeichnen konnte, ist seitdem der Trend für den Hersteller rückläufig. Auch wenn der Hersteller keine genauen Zahlen bekanntgeben muss, werden auch in meiner Erfahrung die neuen Produkte mit integriertem Sprachassistent nicht so angenommen wie man sich das erhoffte.

Wohl auch deshalb fährt das Unternehmen in 2020 ein klares Sparprogramm, welches allerdings auch nur bedingt mit Corona zu tun hatte. Neben der Einstellung der Sleepbuds schloss man auch nahezu sämtliche Filialen und zog sich somit aus dem stationären Einzelhandel zurück. Und auch die Heimkino-Systeme von Bose mit dem Namen Lifestyle stehen vor einer mehr als ungewissen Zukunft – hier gibt es schon seit Ewigkeiten kein Softwareupdate mehr und auch eine Hardware-Aktualisierung wäre schon längst überfällig.

 

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick

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von Anders Noren.

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