Die Apple Watch wurde 5: Eine kleine Chronologie und warum ich sie nicht mehr missen möchte

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog,

 

kaum zu glauben, am vergangenen Freitag, den 24.05.2020, durften wir den fünften Geburtstag der Apple Watch feiern. Auch wenn es in meiner Timeline bei twitter dazu ein paar tweets gab, so ist das Ereignis doch ein wenig an mir vorbei gerauscht. Ein Grund dafür war sicherlich der, dass die Apple Watch ein halbes Jahr zuvor von Tim Cook vorgestellt wurde und zunächst auch nur in Amerika verkauft wurde. Hier möchte ich nun einen kleinen Blick zurück auf die Historie eines Produktes werfen, welches für mich fast unverzichtbar geworden ist.

 

Aller Anfang ist schwer

Die Apple Watch Series 0 war nicht meine erste Smartwatch denn ich hatte neben der Pebble auch noch die Pebble Steel (besitze ich immer noch, sie läuft, Akkulaufzeit und auch die Ablesbarkeit des Displays sind immer noch unerreicht) doch durch einen glücklichen Umstand konnte ich die Apple Watch damals mit 50% Rabatt erwerben. Beeindruckend waren die tiefe Integration in iOS, die Digital Crown sowie das präzise Touchdisplay sowie die wechselbaren Armbänder. Vollkommen unterdimensioniert hingegen war die sonstige Hardware, allen voran der S1 getaufte SoC sowie der Akku.

Doch Apple wäre nicht Apple wenn man diese Umstände nicht geschickt im Marketing kaschiert hätte. So war es wenig verwunderlich, dass man die Uhr vorrangig als Modeaccessiores vermarktete. Was zu dem leicht absurden Umstand führte, dass es eine Version aus Gold jenseits der 10.000€ gab – für eine Uhr, deren Akku in spätestens zweieinhalb Jahren getauscht werden müsste.

Dementsprechend mager sahen auch die Verkaufszahlen aus auch wenn Cupertino diese bis heute nicht separat aufschlüsselt. Es brauchte also nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, dass die Apple Watch einen Reboot brauchte – und der kam schneller als gedacht

 

Eine traditionsreiche Partnerschaft ebnet den Weg

Tim Cook stand mit der Apple Watch zumindest intern und bei eingefleischten Apple-Fans teils gehörig unter Druck denn es war das erste Produkt, welches vollständig unter seiner Führung entwickelt wurde.

Dementsprechend groß war die Erwartung der Neuauflage und Apple besann sich auf seine Wurzeln bei tragbaren Geräten zurück. So präsentierte man gemeinsam mit Nike nicht nur eine Sonderedition, die bis heute im Programm ist, sondern unterstrich damit auch die Neuausrichtung der Apple Watch – weg vom modischen Gadget hin zu einem Lifestyle-Accessiores für einen gesünderen Lebensstil.

Die schon mit der ersten Version verfügbaren Aktivitätsringe wurden aufgebohrt, neue Trainingsmethoden wurden hinzugefügt, das Nike-Modell bekam eine exklusive Mitgliedschaft für den Nike Runners Club sowie spezielle Zifferblätter und passende Armbänder.

Allen voran aber wurde massiv Hand an der Hardware angelegt. Neben einem fast doppelt so hellen Display und einem deutlich schnelleren S2 SoC gab es endlich integriertes GPS und man musste nicht mehr für jeden Run das iPhone mitnehmen und die Uhr wurde offiziell wasserdicht. Schwimmen oder Duschen gehen, ohne sich um die Apple Watch zu sorgen, war ab sofort möglich. Parallel dazu erwies es sich als extrem cleverer Schachzug, die Series 0 in eine Series 1 mit dem gleichen S2 mit dem SoC umzuwandeln und zu einem günstigen Kurs anzubieten – der Siegeszug seiner Apple Watch nahm seinen seinen Lauf.

 

Die Apple Watch wurde unabhängiger

Mit der Apple Watch Series 3 löste Cupertino dann etwas die dauerhafte Verbindung zwischen Watch und dem iPhone indem man LTE hinzufügte. Daneben gab es noch einen Höhenmesser sowie mit dem S3 einen neuen SoC. Daneben wurde konsequent am Ausbau der Fitnessfunktion gearbeitet indem die Apple Watch Series 3 durch den verbauten NFC-Chip nun mit bestimmten Fitness-Geräten aus dem Fitness-Studio kommunizieren konnte.

Dadurch war die Transformation weg von Mode und hin zu Fitness und einem gesünderen Leben endgültig abgeschlossen, auch wenn Apple am einfachen Konzept zum Tauschen der Armbänder glücklicherweise festhielt.

 

Erstmals leichteres Redesign der Apple Watch

Ein in all den Jahren immer wieder leise angebrachter Kritikpunkt war das eckige Design der Apple Watch. Gerade Uhrenpuristen störten sich immer wieder daran. In deren Augen hat eine Uhr, also auch eine Smartwatch, einfach rund zu sein. Bestätigt fühlen sich Diese eben auch durch das Angebot diverser Wettbewerber.

Ein rundes Design hat bei einer Smartwatch allerdings einen entscheidenen Nachteil und dieser ist im Display zu finden. Hier kann der Platz eben nichtoptimal ausgenutzt werden. Entweder sind Texte/Informationen abgeschnitten oder das Display selbst.

Nichtsdestotrotz hat Apple 2018 der Apple Watch mit der Series 4 ein Refresh der Optik hingelegt. Dieser fällt beim Hinschauen nicht so genau auf, wenn das Display aus ist, bringt aber gravierende Veränderungen mit sich.

Cupertino hat das Display nämlich um 2mm vergrößert weshalb die Ecken der Apple Watch Series 4 etwas weicher geschwungen und somit weniger eckig sind. Dich hier steht ganz klar der Zuwachs des Displays im Raum und dieser hat es in sich – auch wenn es nur 2mm sind.

Ganz klarer Gamechanger, nicht nur für die Apple Watch selbst sondern für alle Smartwatches und Fitnesstracker, ist hier allerdings das eingeführte EKG. Der in der Digital Crown verarbeitete zweite Sensor sorgt mit dem neugestalteten Pulssensor (Apple verbaute hier Elektroden) dafür, dass man ein einfaches EKG selbst durchführen kann um eventuelle Anzeichen von Vorhoffflimmern selbst erkennen zu können.

apple-watch-series4_ecg-crown_09122018

Das funktioniert so überraschend zuverlässig, man muss bei Google nur einmal nach entsprechenden News suchen, dass sogar renommierte Kardiologen den Hut vor Apple ziehen.

Dazu verpasste Apple watchOS 5 einen ganzen Sack an neuen Fitness- und Gesundheitsfunktionen und schuf mit HealthKit eine neue Schnittstelle zum Austausch von Gesundheitsdaten für Gesundheitsstudien teilnehmender Universitäten.

Auch an der Hardware wurde noch einmal fleißig Hand angelegt denn Apple verpasste der Series 4 mit dem S4-SoC nicht nur eine DualCore-CPU sondern garnierte das Ganze noch mit der 64-bit-Architektur. Damit war auch endlich die Performance der Apple Watch so, wie man sich das schon bei der ersten Generation vorgestellt hatte – Siri-Befehle werden instant umgesetzt, Apps starten sofort und auch die Akkulaufzeit hat sich (trotz täglichem Aufladen) deutlich verbessert.

 

Die Apple Watch wird eine vollwertige Uhr

Die Neuerungen der Apple Watch Series 5 hielten sich auf Seiten der Hardware in Grenzen wobei das Always-On Display die Series 5 nun zu einer „vollwertigen“ Uhr macht.

Daneben führte Apple noch einen Kompass ein und konzentrierte sich abermals auf watchOS 6 und dem Ausbau Fitness- und Gesundheitsfunktionen. So gibt es jetzt beispielsweise auch eine App namens Zyklusprotokoll womit Frauen ihren Menstruationszyklus protokollieren können.

 

Gute Entwicklung doch fragwürdige Preisstrategie

Wie wir hier erkennen können, hat Apple nach der allererste Apple Watch sowohl in der Ausrichtung der Apple Watch als auch im Marketing einen radikalen Schnitt vollzogen der sich ausgezahlt hat. Seit der Apple Watch Series 2 sieht man diese immer häufiger in den Innenstädten bei Menschen wie Dir und Mir. Dabei war man so clever und vergaß keinesfalls Errungenschaften der allerersten Auflage. Speziell der einfache Wechsel der Armbänder hat sich nicht nur bei mir zu einem durchaus kostspieligen Hobby entwickelt denn ich besitze deshalb an die 30 Armbänder für meine Apple Watch.

Es ist aber nicht alles Gold was glänzt denn analog zum iPhone fährt Apple hier vom Preis eine ähnliche Salamitaktik. Kontinuierlich ist die Apple Watch jedes Jahr im Einstiegsmodell um 50,00€ erhöht worden wodurch für die Apple Watch Series 5 Aluminium der Kaufpreis bei 529,00€ liegt. Ob die Apple Watch nun genau den Preis wert ist oder nicht, darüber kann man sicherlich vortrefflich drüber streiten.

twitter_EWReGUGXgAAR8_p
Quelle: Rafael Zeier

Fakt ist aber, dass Apple Watch teurer als ein iPhone SE 2020 ist, jedoch nicht dessen Lebenszyklus hinsichtlich der Versorgung von Softwareupdates erreicht. Drei Jahr nach Erscheinen der allerersten Apple Watch stellte Apple die Unterstützung hinsichtlich watchOS für die allererste Apple Watch ein – ein iPhone 5S bekommt knapp sieben Jahre nach Marktstart immer noch Updates.

 

Wie nutze ich meine Apple Watch und wie hat sie meinen Alltag beeinflusst?

Um es ganz klar zu sagen, die Apple Watch hat mein Leben absolut beeinflusst, und zwar auf eine positive Art und Weise. Ehrlich gesagt, war diese Vorstellung 2015 vollkommen undenkbar denn das allererste Modell hatte viele Kinderkrankheiten. Die Performance war wirklich quälend langsam und ich hatte immer das Problem, das unten am Gehäuse der Lack ständig abgeplatzt ist. So verflog schnell die Vorfreude auf die Watch und ich nutzte sie nur zum Anzeigen von Nachrichten.

Doch meine gewandelte Series 1 war da schon aus gänzlich anderem Kaliber geschnitzt und dank dem S2-Chip deutlich flotter. Endlich machte es Spass, Apps auszuprobieren und auf der Watch selbst zu starten, mit dem Akku kam ich endlich über den Tag ohne Angst haben zu müssen und deshalb trug ich die Series 1 fast zwei Jahre. Ja, ich lies die Series 2 und die Series 3 ganz bewusst aus.

Erst bei der Series 4 schlug ich wieder zu. Apple hatte für mich die Watch perfektioniert. Das größere Display ist so ein Gamechanger und der S4-Chip dazu einfach rasend schnell, sodass die Alltagsperformance richtig flott ist. Nichts ruckelt, nichts hängt und genauso muss es sein.

Dank dem größeren Display kann ich bequem alle meine Notifications am Handgelenk ablesen, das iPhone verbleibt öfter in der Hosentasche und die ausgebauten Aktivitätsringe mit den wirklich guten Fitnessprogrammen motivieren mich zu mehr Sport und einem gesünderem Leben. Genau hier schlißt sich für mich nun Apple Health an: Endlich habe ich eine Möglichkeit, kontinuierlich Fitness- und Gesundheitsdaten über mich selbst zu sammeln. Dafür messe ich abseits des Sports regelmäßig meinen Puls und lege ein EKG an. Das ist gerade bei männlichen Patienten unheimlich wichtig denn auch hierzulande ist der Herzinfarkt immer noch eine der häufigsten Todesursachen und ein Vorhoffflimmern wird bei einem Belastungs-EKG bei einem Kardiologen nicht immer sofort erkannt!

Doch das ist noch nicht einmal der Hauptgrund warum ich die Apple Watch Series 4 in meinem Alltag nicht mehr missen möchte. Der Grund liegt in etwas viel Banalerem und hat mit dem schnöden Mammon zu tun: Ich liebe Apple Pay und es ist so unglaublich komfortabel, damit an der Supermarktkasse zu bezahlen. Einfach schnell die Seitentaste gedrückt, die richtige Kreditkarte ausgewählt und schon ist der Einkauf bezahlt. Schnell, simpel und vor allem sicher!

Das ich dank meiner über 20 Armbänder die Apple Watch zudem noch farblich auf mein Outfit bzw. meine Sneaker abstimmen kann, ist für mich nur ein Bonus. Diesen nehme ich wiederum sehr gerne mit, schließlich braucht ja jeder ein Laster.

8389D624-7D74-42F5-B356-67F6A1598AED_1_201_a

 

Was wünsche ich mir für die Zukunft

Wie nun deutlich sein sollte, ist die Apple Watch Series 4 mit dem aktuellen Stand der Technik für mich quasi perfekt. Trotzdem habe auch ich Wünsche und Vorstellungen, was man daran verbessern kann.

Zum Einen wäre das Display, welches auf jeden Fall gerne noch heller werden dürfte. Bei senkrechter Sonne ist das Display zwar nicht unlesbar, Kontrast nimmt aber deutlich ab. Viel wichtiger wäre allerdings ein erneuter Größenzuwachs. Es liegt nicht nur daran, dass sich generell größere Uhren mag, es ist auch zweckdienlich. Selbst auf der 44mm Version ist das schnelle Überfliegen von eingegangenen Mails immer noch ein Krampf und nicht wirklich komfortabel. Meine favorisierten 50mm müssen es nicht sein, zumal sich hier wohl das Gehäuse zu stark ändern würde. Ein Sprung auf 46mm wäre allerdings ganz nett.

Zum Anderen, und mir viel wichtiger, wäre allerdings eine signifikante Steigerung der Akkulaufzeit. Da trauere ich meiner geliebten Pebble Steel doch ein wenig hinterher auch wenn sich das Aufladen der Series 4 unproblematischer als befürchtet gestaltete. Ein langes Wochenende mit der Frau in einem Städtetrip ohne zusätzliches Kabel zum Laden der Watch ist trotzdem eine schöne Vorstellung und ein frommer Wunsch vieler Nutzer.

Last but not least sollte Apple weitere Preissteigerungen bei der Uhr tunlichst vermeiden und seine gesamte Preisstrategie noch einmal überdenken. Den Einstieg auf über 500,00€ zu setzen ist schon grotesk, doch den Vogel schießt man mit der Edelstahl-, der Titanium- und der Keramikversion ab wo man an die Grenze von 1000€ herankommt und sogar überschreitet – für eine Uhr, deren Akku nach spätestens drei Jahren hinüber ist und es kein aktuelles watchOS mehr geben wird.

Für die gleiche Summe bekomme ich zwar nur eine analoge Uhr welche ich allerdings bei guter Pflege an meine Kinder vererben kann – und die können sie an ihre Kinder vererben und so weiter und sofort. Hier steht bei Apple also das Preis/Leistungsverhältnis absolut in keinem Rahmen. Es gibt nicht einmal im Ansatz eine Möglichkeit, sich das schönzureden!

Trotz aller Kritik möchte ich meine Apple Watch auf gar keinen Fall mehr missen und bin gespannt, wohin die Reise gehen wird, mit welchen Funktionen uns Apple überraschen wird und wie sich die Preise entwickeln werden

Was war denn Eure erste Apple Watch und warum habt Ihr sie gekauft? Für welches Modell habt Ihr euch entschieden und warum? Schreibt mir das Feedback gerne in die nachfolgenden Kommentare

 

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick

Kaffeekasse

Spendiere mir einen Kaffee und unterstütze meinen Blog und mich bei der Arbeit

€5,00

Kommentar verfassen

von Anders Noren.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: