Disney+: Meine ersten Eindrücke


Smarttarif24
Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog,

Disney+ ist seit knapp einer Woche verfügbar und die Downloadzahlen sind mehr als beeindruckend, mehr als 97.000 Bewertungen, davon immerhin über 1600 Bewertungen im deutschen App Store,  mit einer Durchschnittsnote von 4,5 Sternen sind eine eindeutige Sprache. Nachfolgend schaue ich mir den Dienst etwas genauer an un d teile meine Eindrücke mit Euch.

Marktstart von Disney+

Disney+ ging am 24. März 2020 hier in Deutschland an den Start und das weitestgehend reibungslos. Für iOS, iPadOS und tvOS war die App sofort verfügbar und lies sich ohne Probleme downloaden. Gleiches gilt auch für Amazons Fire TV-Geräte. Auf meinem LG OLED B87 mit webOS 4.0 war die App zum Marktstart nicht direkt verfügbar, wurde aber als automatischer Rollout von LG bis zum gestrigen Sonntag eingepflegt. Wie es bei anderen Plattformen war, kann ich nicht beurteilen.

Etwas chaotisch war die Kooperation mit der Telekom denn die Bestätigungsmail mit den Login-Daten kam leider verspätet – über Umwege im Kundencenter konnte ich mich trotzdem ordnungsgemäß registrieren um die Vorteile dieser exklusiven Partnerschaft nutzen zu können.

Also alles in allem ein sehr solider und gelungener Start der sich nahtlos fortsetzen sollte wie  der nachfolgende Absatz beweist.

 

Login und Einrichtung

Ich nutze Disney+ im Rahmen des Telekom-Deals und war überrascht wie einfach die Registrierung funktioniert. Noch einfacher ist übrigens der Login über die verschiedenen Hardware-Plattformen. Einmal am iPad eingeloggt, startet man die App auf dem Apple TV 4k und auf dem Fernseher erscheint eine Autorisierungsanfrage.

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Einfach auf dem iPhone oder iPad die Disney+-App kurz öffnen und man ist auch auf der Apple TV 4k eingeloggt. Gelöst wird das über die identische Apple ID mit der iPad und Apple TV angemeldet sind sowie der Nutzung des gleichen W-Lan-Netzwerks und erspart somit das umständliche Eintippen von Login-Daten; hier kann sich Netflix eine Scheibe abschneiden.

Die eigentliche Einrichtung ist ebenfalls kinderleicht. Es lassen sich insgesamt bis zu sieben unterschiedliche Profile, auch für Kinder, einrichten mit allem was dazugehört. Es gibt eine Listen-Funktion, um Inhalte zu speichern. An iPhone und iPad können Filme und Serien heruntergeladen und somit auch ohne Internetverbindung angesehen werden. Intros können per Button übersprungen werden und die nächste Episode einer Serie startet automatisch. Gerade die letzten beiden Punkte mögen vielleicht banal klingen, wer ab Apple TV+ abonniert hat, der weiß, dass nicht alle Anbieter diese Grundlagen hinbekommen. Außerdem ist Disney+ auf der Apple TV 4k auch direkt in Apple´s TV-App eingebunden – wer stöbern mag, müsste dazu nicht einmal in die Disney-App wechseln was aber ein Fehler wäre.

 

Optik und Bedienung

Um es vorweg zu nehmen, die Optik und damit einhergehend die Bedienung sind allererste Sahne und das Beste, was an Streaming-Apps derzeit angeboten wird. Fairerweise muss man aber sagen, dass Disney hier die Vorteile diverse Apps genommen und zu einer Ansicht zusammengebaut hat. Die Ansicht ganz oben kennt man so beispielsweise von Apple´s Apple TV+ und der dazugehörigen TV-App, die Leiste ist von Netflix übernommen und dennoch: Übersichtliches Menü, ausreichend große Kacheln mit sinnvoller Sortierung und ausreichend großem Abstand zueinander.

Man kann hier nun einwerfen, dass in der App teils dramatisch weniger Inhalte angeboten werden und trotzdem ist das  Menü übersichtlicher und ansprechender gestaltet – zumal diese „Grundordnung“ durch später hinzugefügte Inhalte nicht zwangsläufig über den Haufen geworfen werden muss.

Wie dem auch sei, auch das Navigieren mit der Seite am linken Bildschirmrand geht spielend leicht von der Fernbedienung und zeigt Netflix, wie sie sein muss.

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Vor allem aber ist sie stets performant. Bei Netflix hingegen ruckelt das Scrollen irgendwann so sehr, das man denkt, die Netflix-App ist komplett gefreezt.

Aufbau & Inhalte

Disney+ ist nicht nur einfach Star Wars und „The Mandalorian“, sondern bietet auch Pixar, National Geographic und Marvel an. Dies ist dem Anbieter so wichtig, dass auf der Hauptoberfläche direkt unter dem Highlight-Banner fünf entsprechende Kacheln, hinter denen sich die dazugehörigen Inhalte befinden, platziert wurden.

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Direkt da drunter befinden sich die Originale von Disney+ die dann selbstverständlich gemischt sind. Schließlich bietet der altehrwürdige Unterhaltungskonzern neben diversen Trickfilmen, animierten Filmen auch Realverfilmungen und neu verfilmte Klassiker an. An allererster Position ist hier natürlich der Star Wars Ableger „The Mandalorian“ zu sehen, die auch hier wie eine Bombe eingeschlagen hat.

Besonders gut gelungen ist übrigens die „Vorhersage“, also die Vorschläge beruhend auf meinen bisher geschauten Inhalten, die man schlicht als „Weil du Folgendes gesehen hast“ bezeichnet.  Auch hier schlägt man Netflix deutlich denn  was der  Pionier in Sachen Streaming mir da manchmal vorschlägt ist schon grotesk.

Doch hier passen die Vorschläge auch wenn sie recht simpel sind. Zu der Serie Marvels Agents of S.H.I.E.L.D  schlägt mir Disney passend dazu Agent Carter, die Liebe des jungen Steve Rogers a.k.a Captain America als auch Marvels Runaways vor – passt also

Überhaupt kristallieren sich hier mit Star Wars und Marcels Cinematic Universe und deren Sidekicks trotz der Aufteilung die klaren Zugpferde heraus, was allerdings auch in Ordnung ist. Und trotzdem hat Disney+ noch deutlich mehr zu bieten und man tut gut, dem Ganzen etwas Muße zu widmen.

Hier an dieser Stelle noch ein kleiner Tipp für all die Geeks und Nerds da draußen: Hinter der Marvel-Kachel zeigt Disney+  alle Marvel-Filme in der handlungschronologisch korrekten Reihenfolge an, nach der man sie anschauen muss. Zudem will ich noch erwähnen, dass die Serie Marvel  Agents of S.H.I.E.L.D die Filmterminologie ab der Folge 16, Staffel 1, entsprechend aufgreift 😉

So kann ich nun mit Darkwing Duck, Chip & Chap – die Hüter des Rechts und Gargoyels endlich wieder die Helden meines fünfjährigen Ichs schauen mich mich zurückversetzt fühlen. Auch wenn die Inhalte, die in den späten 80er, Anfang 90er produziert wurden, heute zumindest als gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten keinesfalls mehr produziert würden (Genderwahn und Co sei Dank) ist es trotzdem klasse, diese Inhalte endlich legal schauen zu dürfen.

Allerdings muss hier an dieser Stelle auch die erste Kritik platziert werden. Damals gab es noch keine 16:9 Flat-TV´s sondern nur 4:3 Röhrenfernseher was sich am entsprechenden Bildformat der Serien bemerkbar macht. Um sie dennoch streamen zu können, bietet Disney als Voreinstellung eine Streckung auf 16:9 an, beschneidet damit aber das Bild teils deutlich wie man hier an der Szene am Hut erkennen kann

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Und wo wir gerade bei Kritik sind müssen wir auch auf die Inhalte zu sprechend kommen denn diese sind nicht immer konsistent. Dies gilt zwar nur für wenige Ausnahmen, die sind aber teils wirklich unverständlich. So lässt sich beispielsweise der Si-Fi-Klassiker Tron abrufen, den 2010 gedrehten Nachfolger Tron: Legacy sucht man allerdings vergebens. Gleiches gilt auch für die Marvel-Filme, so sucht man beispielsweise die Hulk-Filme vergebens wenngleich sie inhaltlich kein fester Bestandteil der bisherigen vier Phasen des MCU sind.

Auch konnte man trotz immenser Shoppingtour nicht alle Inhalte vollständig erwerben. So ist aufgrund eines Buy-Out Deals in Deutschland mit der RTL-Gruppe die Serie  Marvel  Agent of S.H.I.E.L.D nur bis Staffel Drei verfügbar – die anderen Staffeln liegen zurzeit nicht vor.

Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass Disney dies hier klar kommuniziert hat und die fehlenden Inhalte, deren grundlegenden Rechte man eingekauft hat, peu a peu einpflegt. Aus diesem Grund ist seit gestern auch Ant-Man & The Wasp auf Disney+ verfügbar.

Etwas überraschend ist die zurückhaltende Platzierung von Disney´s Pixar innerhalb der App wa sich etwas schade finde. Den neben den bekannten Kassenschlagern wie Toy Story oder Die Unglaublichen finden sich hier auch wirklich Perlen und Geheimtipps die man schon wieder vergessen hat. So wusste ich nicht einmal, dass der wirklich gelungene Film „Rapunzel – neu verföhnt“ auch eine richtig gelungene gleichnamige Serie hat.

 

Technische Ausstattung

Ganz bewusst kommen wir erst jetzt zur technischen Ausstattung von Disney+ und zwar aus folgendem Grund: Aufgrund der derzeitigen Lage kündigte man, zum Marktstart ebenfalls die Daten um  25% zu reduzieren um präventiv auf die Netzlast einzuwirken. Das hat den Nachteil, dass viele Inhalte nicht mit der maximalen technischen Ausstattung ins heimische Wohnzimmer kam. Offenkundig wurde dies bei Dolby Atmos. Obwohl die Inhalte entsprechend abgemischt vorlagen, komprimierte Disney das Dolby Atmos einfach heraus. Die Folge war also recht simpel: Trotz Dolby Atmos-Setup gab es kein Dolby Atmos!

Auf der anderen Seite muss man aber die Bildqualität loben. Ich hatte stets immer ein astreines und knackscharfes Bild auf meinem Fernseher inklusive 4k-Auflösung, Dolby Vision und HDR. meiner Meinung nach war die Wahl der Walt Disney  Company, statt der Bild- die Tonqualität runter zu schrauben, die richtige Wahl – nur die Wenigstens haben ein vollwertiges Dolby Atmos-fähiges Heimkino zuhause. Einen 4k-fähigen Fernseher hingegen haben gefühlt 100% aller deutschen Disney+Abonnenten.

Zudem stehen alle wichtigen Sprachen sowie Untertitel zur Verfügung, hier gibt sich der Dienst keine Größe. Aufgerufen wird das wie immer über einen halben Swipe nach unten auf der Siri Remote – also alles wie gehabt.

Abzüge in der B-Note

Ist also alles Eitel Sonnenschein? Grundsätzlich ja, mir sind dann allerdings noch zwei, drei Dinge aufgefallen.

Da wäre zum Einen der fehlende Auto-Logout wenn das Passwort auf einem der hinterlegten Geräte geändert wurde, was potenziell eine Sicherheitslücke darstellt. Damit einhergehend wäre eine Art Gerätemanager ganz nett um zu sehen, auf welchem Device die App installiert und genutzt wird – analog zu der iTunes-Aktivierung.

Am Wichtigsten aber wäre eine Markierung von bereits geschauten Inhalten, die es hier leider nicht gibt und eigentlich essenziell für eine bessere Übersicht ist und deutlich mehr Komfort bietet.

Last but not least wäre es schön wenn sich die App merken könnte, wer zuletzt geschaut hat. Bei jedem neuen Aufruf muss das  gewünschte Profil wieder ausgewählt werden; selbst wenn es sich um die gleiche Person handelt.

Fazit

Selten war ein Streaming-Dienst so sehr mit Spannung erwartet worden wie Disney+, mit Abstrichen noch Apple TV+, und selten waren Vorfreude und Fallhöhe enger beieinander.

Hier hat Disney mit seinem Dienst Disney+ mit absoluter Bravour bestanden und Mehr noch: Die aufgeräumte UI, der von Anfang an native Support von 4k, Dolby Vision und Dolby Atmos, wo möglich, sowie die Inhalte überzeugen auf ganzer Linie und können meiner Meinung nach Netflix in existenzielle Schwierigkeiten bringen – zumal CEO Ron Hastings überdies noch einen Schuldenberg von weit über 100 Mrd. US-Dollar angehäuft hat.

Dazu kommt der lächerlich geringe Preis von gerade einmal 6,99€ zu dem sich Alles in kompletter Ausstattung, die da sieben Profile, Streaming auf bis zu vier Geräten gleichzeitig und in 4k beinhaltet, nutzen lässt. Auch hier muss  Netflix nochmal als (negativer) Vergleich herhalten, hier kostet das vergleichbare Paket nämlich mit 15,99€ mehr als doppelt soviel. Oder um es noch dramatischer auszudrücken: Disney+ ist immer noch 1,00€ günstiger als der Netflix-Einsteigertarif mit lächerlicher SD-Auflösung

Ich auf jeden Fall habe Netflix weitestgehend den Rücken gekehrt und wenn, dann war es zumeist meine Frau, die sich hier Inhalte angeschaut hat

Was ist Eure Meinung zu Disney+? Wie gefällt Euch das Angebot des Unterhaltungskonzerns? Schreibt mir Euer Feedback in die nachfolgenden Kommentare

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick

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von Anders Noren.

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