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Review zu den AirPods Pro

Hallo und herzlich willkommen zum einem neuen Review auf meinem Blog,

 

Die erstmals gemeinsam mit dem iPhone 7/ iPhone 7 Plus vorgestellten AirPods in 2016 haben sich zu den mit Abstand am meisten verkauften Kopfhörer-Modellen weltweit entwickelt. Das lag nicht so sehr am Klang oder an der durchaus ikonischen Optik sondern schlicht und einfach daran, dass diese erstmals für die breite Masse komplett kabellos waren.

In 2019 haben nun immer mehr etablierte Kopfhörer-Hersteller entsprechende True Wireless Kopfhörer auf den Markt gebracht und diese teils mit neuen Funktionen ausgestattet. Hier ist das sogenannte Active Noise Cancelling, auch Aktive Geräuschunterdrückung genannt, hervorzuheben. Gerade der Track Air+ von Libratone konnte sich hier positiv in den Vordergrund schieben.

Deshalb war es nicht verwunderlich (und wurde durch die diversen Leaks aus iOS 13 mehr oder weniger direkt von Apple auch so bestätigt), dass Cupertino hier nachlegen würde – genau so kam es dann auch Ende Oktober 2019 und die AirPods Pro wurden der Weltöffentlichkeit vorgestellt.

Dank einer Kooperation mit dem Elektronik-Händler MEDIMAX befinden sich die AirPods Pro nun seit knapp 4 Wochen in meinem Besitz und ich konnte diese ausgiebig testen. In den nachfolgenden Zeilen werde ich Euch also genau erklären, ob die AirPods Pro den Namenszusatz „Pro“ verdient haben und wo der Unterschied zu den normalen AirPods liegt.

 

Verpackung & Inhalt und Design der AirPods Pro

Schon die Verpackung macht deutlich, dass es sich bei den AirPods Pro um ein wirklich neues Produkt handelt und nicht als Nachfolger der bisherigen AirPods. Diese ist nämlich schlicht und ergreifend deutlich voluminöser als die der vorherigen Modelle. Auf der Vorderseite sind lediglich die beiden Ohrstöpsel als Relief-Druck zu sehen, ansonsten herrscht hier der cleane Look.

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Auf der Rückseite befindet sich eine Abbildung mit dem Case sowie die Produktbezeichnung und ein paar Sicherheitshinweise.

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Oben auf dem Kopf der Verpackung gibt es noch den „AirPods Pro“-Schriftzug während die Seriennummer sowie die interne Modellnummer von Apple auf den Boden gewandert sind. 

Nach dem so typischen Öffnen der Verpackung findet man zunächst einmal die Abdeckung mit den üblichen Kurzanleitungen vor während die AirPods dadrunter eingebettet sind. 

Unter dem Case befindet sich noch ein Lightning-auf-USB-C-Kabel sowie die beiden weiteren Paare der Silikonstopfen in den Größen S und L, natürlich jeweils 1x. Die Größe M sitzt ab Werk direkt auf den AirPods Pro und befindet sich deshalb nicht als separater Lieferumfang in der Verpackung. 

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Kommen wir zum Design der neuen AirPods Pro. Schon das Case unterscheidet sich deutlich von den Vorgängergenerationen hinsichtlich seiner Proportionen. Es ist von der Höhe etwas geschrumpft und gleichzeitig deutlich in die Breite gegangen. Es schaut ein bisschen wie ein um 90° gedrehtes Case des Vorgängers aus.

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Obwohl Cupertino sich in den Details und der Liniensprache klar am Vorgänger orientiert ist das neue Case leider nur hässlich. Die Proportionen sind leider überhaupt nicht mehr stimmig und das Case trägt zudem deutlich stärker in der Jeanstasche auf – wie so etwas durch die Designkontrolle kommen konnte bleibt mir ein Rätsel. 

Auch die eigentlichen Ohrstöpsel selbst sind zumindest optisch leider völlig missraten; was sich auch im alltäglichen Gebrauch bemerkbar macht doch dazu später mehr. Durch die Konzeptionierung als In-Ear-Kopfhörer, die auch wegen dem ANC notwendig war, unterscheiden sich die Ohrstöpsel fundamental von seinen Vorgängern. Die Vorgänger hatten klare und fließende Formen mit einem Verhältnis von 1:3. Ein Drittel der gesamten Länge bestand aus dem eigentlichen Kopfhörer, wo Membran usw. untergebracht waren und die anderen 2/3 waren der Stiel mit dem Akku, den Bewegungssensoren und den Mikrofonen – also harmonischen Proportionen. Die sorgten auch dafür, dass die AirPods gut zu greifen waren. 

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Die AirPods Pro hingegen sind dagegen richtig bauchig geraten und setzen das Verhältnis von Kopfhörer zu Stiel auf 1:2 und wirken somit optisch viel unrunder. Der somit deutlich kürzere Stiel passt meiner Meinung nach optisch gar nicht mehr und lässt zudem das Handling der einzelnen Ohrstöpsel deutlich sinken; auch dazu später mehr.

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Natürlich ist mir klar, dass Apple aufgrund der mehr benötigten Technik für das ANC den eigentlichen Korpus der Ohrstöpsel dicker gestalten musste doch ich mag es nicht akzeptieren, dass dieses finale Design der beste Designentwurf gewesen sein soll…..

 

ZDF – Zahlen, Daten, Fakten

Bevor es ans Eingemachte geht, schauen wir uns noch kurz die technischen Specs an denn auch hier unterscheiden sich die AirPods Pro durchaus fundamental von den Vorgängern: 

  • Bluetooth 5.0
  • weiter entwickelter H1-Chip mit 10 Audio-Kernen
  • Active Noise Cancelling
  • Transparenzmodus
  • Adaptiver Equalizer
  • IP4-Zertifizierung gegen Schweiß
  • Belüftung zum Druckausgleich
  • Selbst entwickelter High-Excursion Tieftöner
  • Spezieller Verstärker mit großem Dynamikbereich
  • 5,4 Gramm Gewicht pro Ohrstöpsel
  • Zwei Beamforming Mikrofone
  • Nach innen gerichtetes Mikrofon (für das ANC)
  • zwei optische Sensoren 
  • Beschleunigungssensor mit Bewegungserkennung
  • Beschleunigungssensor mir Spracherkennung
  • „Hey Siri“ auf Zuruf
  • Drucksensor zur Steuerung
  • Audiowiedergabe von 4,5 Stunden mit aktiviertem ANC, max. 5 Stunden Audiowiedergabe bei ausgeschaltetem ANC,
  • Gesprächszeit von 3,5 Stunden
  • Charging Case m. voller Aufladung beider Komponenten garantiert maximal 24 Stunden Wiedergabezeit, maximal mögliche Gesprächszeit von 18 Stunden
  • 5 Minuten im Ladecase ermöglichen ca. 1 Stunde Audio-Wiedergabe

Wer nun nochmal auf mein Review zu den AirPods neue Generation schaut; dürfte feststellen, dass in der Rubrik ZDF doch eine Menge neuer Punkte hinzugekommen sind. Diese sind hauptsächlich auf das Active Noise Cancelling zurückzuführen, da Apple hier einige neue Sensoren und Co verbauen musste. Deshalb ist es natürlich nicht verwunderlich, dass die AirPods Pro bauchiger geworden sind, die Technik muss ja auch irgendwo hin. Doch Libratone mit dem Track Air+ zeigt eindrucksvoll, dass dies auch mit einem ästhetischen Design möglich ist!

 

Verbinden und Einrichten der AirPods Pro – gewohnt einfach und trotzdem unnötig kompliziert

Dank der Verwendung des weiter entwickelten H1-Chips geht das erstmalige Verbinden der AirPods Pro mit meinem iPhone Xs Max genauso einfach, fast schon magisch, vonstatten – vorausgesetzt, iOS 13.2 oder höher ist installiert. Unübertroffen sind nach wie vor die Animationen die den Einrichtungsprozess begleiten. 

Einfach das Charging Case aus der Verpackung heraus nehmen, direkt neben dem iPhone aufklappen und einfach nur genießen. Innerhalb einer Sekunde erschien die typische Grafik der AirPods Pro auf meinem iPad und sie waren bereit zum Verbinden

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Das muss man Apple wirklich lassen, kein anderer Hersteller bekommt diesen notwendigen Schritt so einfach und zugleich faszinierend hin. Und dank der iCloud-Synchronisation sind die AirPods automatisch mit allen, mit meiner Apple ID angemeldeten, Produkten wie meinem MacBook Air 2019 und Co. verbunden. Während bei den Vorgängern die Einrichtung damit im Prinzip abgeschlossen war, ändert sich die Vorgehensweise hier bei den AirPods Pro.

Zum Einen weist man nun auf das deutlich geänderte Bedienkonzept hin denn die AirPods Pro müssen nun gedrückt statt getippt werden. Zum Anderen hat Cupertino nun weitere Steuerelemente in den Lautstärkeregler implementiert die man durch ein langes Drücken darauf erreicht. 

Warum Cupertino hier den Nutzer nicht weiter an die Hand nimmt und den so wichtigen Passtest für die Ohreinsätze statt in der Ersteinrichtung der AirPods Pro etwas mühselig im Bluetooth-Menü, aufrufbar durch das eingekreiste „i“ hinter den verbundenen AirPods Pro, versteckt wird wohl auf Ewig ein Geheimnis bleiben. Es ist deshalb für mich so unverständlich, weil Apple ja sowohl mit dem ANC als auch dem adaptiven EQ wirbt und dafür betont, dass die AirPods Pro wirklich gut im äußeren Gehörgang sitzen müssen. 

Der Passtest wiederum ist denkbar simpel gehalten. Einfach die Ohrstöpsel einsetzen und den Anweisungen Folge leisten. Nun wird eine Audiosequenz eingespielt und das innenliegende Mikrofon analysiert mittels Schallreflexionen ob die ausgewählten Silikonstopfen das Ohr optimal abdichten. Wenn alles passt, bekommt man ein Okay eingeblendet. Wenn es nicht passt, zeigt iOS 13 Einem an, welcher der beiden Ohrstopfen nicht abdichtet. Manchmal hilft es hier einfach, den Ohrstöpsel noch einmal neu einzusetzen.

 

Steuerung der Musik – Drücken statt Tippen

Bedient werden die AirPods Pro nun mittels zusammendrücken des Stiels im unteren Bereich, wo der Drucksensor liegt, und nicht mehr durch Tippen auf selbigen. Auch hier liegen Licht und Schatten sehr dicht beieinander und bilden in Summe leider einen deutlichen Rückschritt. 

Das liegt vor allem am deutlich kürzeren Stiel der AirPods Pro wodurch ich persönlich trotz schlanker Finger mir nie sicher bin den Drucksensor auch richtig zu treffen. Zwar hat Apple dies durch eine Griffmulde bedacht doch der seltsam undefinierte Druckpunkt macht alles zunichte. Erschwerend kommt das hässliche Knacken beim Drücken hinzu welches mir zumindest nicht das Gefühl gibt, gerade Kopfhörer im Wert von 279,00€ im Ohr zu haben. Darüber können die zum Glück nicht geänderten Befehle zur Musiksteuerung nicht hinwegtrösten. 

Was sich hier allerdings schon mit blanken Fingern als schwierig erweist, wird im Winter mit Handschuhen nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Jedesmal, wenn ich ein Track weiter skippen will oder den Transparenzmodus ein- bzw. ausschalten will, muss ich entweder meine Handschuhe ausziehen oder mein iPhone aus der Tasche ziehen. Da waren die Vorgänger-Generationen mit dem längeren Stiel und dem Tippen deutlich komfortabler. 

Um es klar und deutlich zu sagen, das neue Bedienkonzept ist überhaupt nicht praxistauglich (vielleicht in Kalifornien bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 17°C) und eine klare Rückentwicklung!

 

Erstmals mit Active Noise Cancelling 

Die AirPods Pro sind die ersten, von Apple selbstentwickelten, Kopfhörer mit Active Noise Cancelling aus Cupertino und dementsprechend gespannt war ich die Funktionsweise 

Anm. des Redakteurs: Der Beats Studio Kopfhörer hat schon deutlich länger ANC, wurde aber seinerzeit von Apple 2013 durch die Firma Beats by Dr. Dre f. 3,2 Mrd US-Dollar eingekauft.

Bevor ich mich dem ANC der AirPods Pro widme will ich Euch noch einmal kurz und knapp die Funktionsweise von Active Noise Cancelling erklären: 

Active Noise Cancelling steht für Aktive Geräuschunterdrückung und beruht im Wesentlichen darauf, Schallfrequenzen durch ein genau gegenphasiges Signal aufzuheben.

Dazu muss man wissen, dass Schall sich wellenartig in der Luft ausbreitet. Je tiefer die Töne sind, desto ruhiger und gleichmäßiger sind die Schallwellen. Werden die Frequenzen höher, schlagen auch die Schallwellen deutlich höher aus.

Das ist der Grund dafür, warum Active Noise Cancelling so gut in Zügen und Flugzeugen funktioniert. Die Triebwerksgeräusche sind tief, gleichbleibend und können von den Mikrofonen und der eingesetzten Elektronik zuverlässig analysiert werden um anschließend auf der genau gegenüberliegenden Phase eine identische Schallwelle zu erzeugen. Das menschliche Ohr kann nun die beiden Schallwellen nicht mehr voneinander unterscheiden und heben sich somit für das Gehör auf – man hört also „Stille“

Das funktioniert allerdings nur, wenn alle eingesetzten Komponenten im Kofhörer optimal aufeinander abgestimmt sind denn auch die Bauform und tonale Abstimmung des Kopfhörers haben Einfluss auf die Wirksamkeit des Active Noise Cancelling. 

Genau hier kommen zwei Besonderheiten der AirPods Pro zum Einsatz welche die bekannten Nachteile von ANC-Kopfhörern ausgleichen sollen. Da wäre zum Einen neben dem nach außen gerichtete das innenliegende Mikrofon zu nennen mit dem Apple ständig das Ohr des Trägers ausmisst und innerhalb von Zehntelsekunden die Wirksamkeit des ANC anpasst bzw. noch durchgedrungene und nicht erwünschte Geräusche durch Antischall eliminiert. Zum anderen ist der adaptive Equalizer zu nennen mit dem Cupertino, ebenfalls in Bruchteilen von Sekunden, entsprechende Tonfrequenzen entweder hervor- oder zurücknehmen kann – damit stets das beste Audio-Ergebnis erzielt werden kann. 

Damit dies funktioniert lässt Apple die Geräuschunterdrückung kontinuierlich 200x pro Sekunden anpassen. Zeitgleich passt der adaptive EQ die Musik an die Ohrform und die Intensität des ANC an. Dies ist nur dank des aufgebohrten H1-Chips und seinen zehn Audio-Kernen möglich und wie sich das Paket im Alltag schlägt, erfährst Du in den kommenden Abschnitten.

Die Leistung der Geräuschunterdrückung würde ich einzeln betrachtet als solide beschreiben. Doch ich muss die kompakte Bauweise der AirPods Pro berücksichtigen und dafür ist das ANC überraschend gut. Natürlich kann es nicht ansatzweise mit einem Bose QC35 oder einem Sony WH-1000XM3 mithalten, dafür ist einfach auch der zur Verfügung stehende Platz zu klein. Doch das Brummen der Zugtriebwerke oder das Motorengeräusch im Bus werden angenehm herausgefiltert auch wenn sie nicht zu 100% verschwinden. Doch hier bin ich wirklich positiv überrascht worden und das ANC ist besser als erwartet; wenn auch nicht auf dem von mir gewohnten Niveau eines Bose QC 35 oder einem Sony WH-1000MX3.

Interessant ist übrigens der adaptive Equalizer der AirPods Pro. Während bei vielen anderen ANC-Kopfhörern der EQ mit der Elektronik des ANC gekoppelt ist, scheint Apple seinen adaptiven EQ losgelöst vom ANC anzusteuern. Denn auf den Klang hat es so gut wie keinen Einfluss ob man die Geräuschtunterdrückung aktiviert oder ausgeschaltet hat. Bei nahezu allen anderen ANC-Kopfhörern nimmt die Klangqualität bei ausgeschaltetem ANC rapide ab – Chapeau, Apple.

Beim ANC punktet Apple noch mit einer weiteren genialen Funktion; nämlich der Belüftung der Ohrstöpsel. Diese sorgen dafür, dass man kein „Druckgefühl“ bekommt wie es sonst bei ANC-Kopfhörern schnell der Fall sein kann. Dies liegt darin begründet, dass wir Menschen bzw. unser Gehör einfach nicht diese Stille gewöhnt ist da unser Gehörsinn immer arbeitet und immer Schallwellen wahr nimmt. Zum Abschluss noch ein paar Zeilen zu den einzelnen Funktionen des ANC der AirPods Pro. 

Den Transparenzmodus konnte ich noch nicht hinreichend testen hinsichtlich seines eigentlichen Einsatzgebietes am Flughafen oder an einem großen Bahnhof. Meine bisherigen Erfahrungen hin sichtlich des Transparenzmodus sind etwas zwiegespalten. Man nimmt hier deutlich eher Stimmen und Umgebungsgeräusche wahr doch sobald Musik läuft, verschwimmt es mir zu sehr. Deshalb ist der Transparenzmodus eher ein nice-to-have. Vielleicht komme ich aber noch einmal zu einem anderen Testergebnis wenn ich diesen Modus noch einmal einem deutlich intensiveren Test unterziehe

 

Tragekomfort der AirPods Pro

Da die AirPods Pro als In-Ear Kopfhörer entwickelt worden sind haben diese natürlich auch einen anderen Sitz als die normalen AirPods. Diese werden nun in den äußeren Gehörgang eingeschoben und halten dort mittels der Silikonstopfen. Diese sind in insgesamt drei Größen dabei wobei ich die ab Werk montierte Größe M drauf gelassen habe. 

An dieser Stelle muss ich allerdings noch erwähnen, dass Apple nicht schlicht einfach Silikonstopfen von der Stange genommen hat sondern diese ebenfalls nochmal verbessert hat. So befindet sich auf der Unterseite nämlich ein feines Gitter um Verunreinigungen aus dem Ohr aufzufangen damit diese nicht in die eigentlichen Membrane der Ohrstöpsel eindringen. Zusätzlich hat Cupertino die Art und Weise der Befestigung deutlich verbessert. Die Silikonaufsätze werden nicht einfach nur aufgesteckt sondern regelrecht fest geklippt. Das sorgt dafür, dass diese nach einem erstmaligen Austausch nicht einfach so verloren gehen. Simpel und zugleich sehr clever.

Der Tragekomfort ist ordentlich bis gut doch für mich keinesfalls so festsitzend wie es für In-Ears normalerweise üblich ist. Das mag für Viele eine positive Nachricht sein doch für mich müssen In-Ears wirklich fest/stabil im Ohr sitzen und das tun AirPods Pro leider nicht. Gerade wenn ich abends ruhig auf der Seite im Bett liege fällt mir der entsprechende Ohrstöpsel immer wieder raus. Auch im winterlichen Alltag mit Mütze und Schal sitzen die AirPods Pro nicht wirklich fest im Ohr – gepaart mit der schlechteren Bedienung ist das bisweilen sehr frustrierend. Dabei bin ich nicht der Einzige denn im Netz kursieren immer mehr Anleitungen wie man die Silikonstopfen mit Memory Foam unterfüttert damit sie besser im Ohr sitzen – eventuell eine Option die ich mir ebenfalls mal genauer anschauen muss. 

Das ist auch der Grund warum ich persönlich die AirPods Pro nicht wirklich für den Sport empfehlen würde trotz der passenden Zertifizierung nach dem IPX4-Standard. 

 

Der Sound  – endlich auf Pro-Niveau?

Den Klang von Kopfhörern zu beschreiben ist immer schwierig da Jeder anders, eben subjektiv empfindet. Damit trotzdem ein Mindestmaß an Vergleichbarkeit gegeben ist, habe ich zu diesem Zweck wieder auf meine „Audio Test“-Playlist auf Spotify Premium zurückgegriffen – mit 320 Kbit/s und natürlich ohne aktivierten Equalizer. 

Phil Schiller kündigte seinerzeit die AirPods Pro mit einem völlig neuen und imersiven Sounderlebnis an welches es bis dato so noch nicht von den Airpods gab. Hört sich nach Marketinggequatsche an, ist auch tatsächlich Marketinggequatsche. Doch der Reihe nach….

Ein Großteil des „besseren“ = deutlich druckvolleren Sounds wird nämlich durch die Bauform als In-Ear-Kopfhörer an sich erzielt. Die AirPods Pro sitzen im Vergleich zu den AirPods nicht nur tiefer im Gehörgang (die AirPods werden eigentlich nur in die Ohrmuschel eingehangen) sondern dichten durch die Silikonstopfen natürlich auch besser (wenn auch passiv)  ab – da ist der druckvollere Sound also vollkommen normal. Mit den AirPods kann man das gleiche Ergebnis erzielen indem man sie einfach etwas fester in die Ohrmuschel drückt; ausprobieren lohnt sich. 

Eine blasphemistische Aussage? Nun ja, vielleicht genauso blasphemistisch wie die großspurigen Aussagen zum Sound der AirPods Pro von Apple. Um es hier einmal deutlich zu sagen; die AirPods Pro klingen besser aber der klangliche Abstand ist bei Weitem nicht so groß wie Phil Schiller uns das weismachen möchte! Wer das nicht glauben möchte, sollte sich den Spass machen und beide AirPods mithilfe der Funktion „Audio teilen…“ ansteuern und sich jeweils in einem Ohr einen Ohrstöpsel der normalen AirPods und im anderen Ohr einen Ohrstöpsel der AirPods Pro einstecken und der Musik lauschen 😉

Die klanglichen Verbesserungen zeigen sich konkret im Bassfundament wie man bspw. im Track „Remember my Name“ von Fort Minor feststellen kann. Der Bass ist auf der einen Seite punchiger und zugleich harmonischer auf die Mitten und Höhen abgestimmt. Die sind übrigens ein gutes Stichwort denn mit den AirPods Pro konnte Apple gerade bei hohen Lautstärken die Pegelfestigkeit in den mittleren und hohen Frequenzen deutlich verbessern – dies gelang aber auch erst mit dem letzten Firmware-Update auf die Version 2C54. Davor war der Sound richtig mies.

Besonders deutlich wurden diese Verbesserungen bei „In the Air Tonight“ von Phil Collins in der Digital Remastered-Version. Mit dem Update sind die AirPods Pro bei mittleren und hohen Frequenzen deutlich pegelfester geworden und klingen somit auch bei höheren Lautstärken deutlich besser. Zwar lässt die Maximallautstärke gerade hohe Frequenzen immer noch schnell schrabbelig klingen doch das ist durch das ANC nicht mehr zwingend notwendig. Ingesamt sind die Mitten und Höhen stimmiger, einfach seidiger geworden. Was hingegen unbestritten verbessert wurde ist die sogenannte Bühne der AirPods Pro. Sie spielen deutlich luftiger ab was gleichbedeutend mit mehr Raum ist. Man kann nun deutlich eher hören, dass die einzelnen Instrumente an verschiedenen Positionen auf der Bühne verteilt worden sind – allerdings immer im direkten Vergleich zu den bisherigen AirPods!

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Apple die AirPods Pro eher wärmer mit einem klaren Fokus auf Pop, R´n´B, Hip-Hop, EDM und Co abgestimmt hat was wohl vom Musikgeschmack her die größtmögliche Schnittmenge aller potenziellen Kunden darstellt. Schließlich werden die AirPods vom CEO eines DAX-Konzerns wie vom 16-jährigen Schüler getragen und genutzt. Dementsprechend wohl fühlen sich die AirPods Pro mit einer stimmigen, klaren und knackigen Bassline und der so typischen Abmischung die man für diese Musik heute anfindet. Sobald die Musik deutlich differenzierter hinsichtlich einzelner Musikinstrumente wird und/oder in der Produktion nicht mehr „digital glatt gezogen“ wurde, stoßen die AirPods Pro schnell an ihre (akustischen) Grenzen und der adaptive EQ greift hörbar ein.

Auch wenn es sich um Verbesserungen handelt sind sind diese nicht so groß zu den normalen AirPods wie die Marketing-Abteilung von Apple und das verkaufen möchte. Außerdem bedeuten diese Verbesserungen auch keinesfalls, dass der Sound der AirPods überragend ist. Da muss man kanz klar festhalten, dass es eine Menge Kopfhörer zum ähnlichen Preis gibt, die schlicht einen stimmigeren und somit besseren Sound liefern!

 

Dies und Das

Zu der Steuerung der AirPods habe ich mich ja schon geäußert was das Vor- und Zurückspringen der Tracks oder der Auswahl der ANC-Funktionen angeht. Unverändert sind hingen die „Hey Siri“-Funktion und die Steuerung über die integrierten Accelerometer. Nehme ich ein Ohrstöpsel der AirPods Pro heraus, stoppt automatisch die Musikwiedergabe. Das gilt übrigens auch für das ANC – während hingegen der Transparentmodus auch mit einem im Ohr verbleibenden Ohrstöpsel weiterläuft. 

Das Charging-Case bleibt durch den auf Hochglanz polierten Kunststoff leider gewohnt anfällig und sieht nach knapp 4 Wochen Benutzung leider sehr unansehnlich aus. Zusätzlich scheint es hier größere Fertigungstoleranzen zu geben denn recht häufig knackt und knarzt das Scharnier des Charging Cases. 

Zuzdem ist mir noch aufgefallen, dass die AirPods Pro regelmäßig Verbindungsaussetzer beim Telefonieren haben. Ich kann zwar über die Phrase „Hey Siri“ einen entsprechenden Kontakt anrufen aber dann findet keine Übertragung meiner Stimme statt. Das hatte ich mehrfach und war sehr frustrierend. Zumal hier nur ein Softreset meines iPhone Xs Max Abhilfe geschaffen hat. Da scheint es irgendwo in der Firmware der AirPods Pro zu klemmen denn mit den AirPods neue Generation hatte ich das so in der Form nicht – bei identischer iOS-Version!

 

Fazit

Die AirPods Pro lassen mich sehr gespalten zurück. Auf der einen Seite haben wir hier richtig clevere und gut umgesetzte Funktion wie dem überraschend soliden ANC, der Belüftung oder auch dem Passtest der Silikonstopfen. Gleiches gilt für den adaptiven Equalizer denn die bis zu 200 Messungen pro Sekunde sind wirklich eine Ansage und dürfte kein anderer Hersteller Apple so schnell nachmachen. Auch die Silikonstopfen sowie die Art der Befestigung verdienen ein Lob und können für (wirklich Apple-untypisch) wirklich preisgünstige 5,00€ nachgeordert werden.

Auf der anderen Seite haben wir nur eine geringe Verbesserung hinsichtlich des Klangs sowie massive Rückschritte in der haptischen Bedienung aufgrund des deutlich gekürzten Stiels der AirPods Pro. 

Das lässt Apple sich in Summe mit 279,00€ mehr als fürstlich bezahlen und verlangt sogar 100,00€ mehr als für die normalen AirPods – ohne diesen Aufpreis wirklich zu rechtfertigen. Klar, das ANC ist gut und durchaus ein tolles Feature doch reicht dies alleine nicht aus um dem Zusatz „Pro“ zu tragen. Vielmehr ergibt sich der Eindruck, dass Apple den Namenszusatz „Pro“ nur benutzt um den Kunden mehr Geld abzupressen bzw. seine (zu) hohen Einstiegspreise der „Basismodelle“ zu rechtfertigen >> wie das iPhone 11 Line-Up dieses Jahr ebenfalls bewiesen hat.

Schon damals hielt ich als einer der Wenigen die AirPods mit 179,00€ zu teuer was sich angesichts der Preisgestaltung der AirPods Pro nun zu bestätigen scheint. Noch absurder wird es wenn man sich einmal die zweite Generation der AirPods m. Qi-fähigen Charging Case anschaut, welches man optional wählen konnte – für 229,00€. Da stimmt einfach das Preisgefüge nach unten und nach oben nicht zumal Wettbewerber wie Libratone mit dem Track Air+ einen true wireless Kopfhörer mit gefälligerem Design, gleicher Akkulaufzeit und ausgewogenerem Sound für 199,00€ deutlich günstiger anbieten!

Was bleibt also abschließend als wirkliches Alleinstellungsmerkmal übrig? Am Ende nämlich nur die wirklich nahtlose und somit perfekte Integration in das Apple-Öko-System mit welchen man schlussendlich auch wirklich alle Vorzüge der neuen AirPods Pro spielend einfach genießen kann. 

Hier muss nun also jeder für sich entscheiden, ob ihm das solide ANC, die In-Ear-Bauweise und der etwas verbesserte Sound das notwendige Investment von 279,00€ wert sind – objektiv betrachtet ist es für mich zu wenig um einen vollkommen bedenkenlosen Umstieg von den normalen AirPods hin zu den AirPods Pro zu empfehlen

Wer hingegen noch keine AirPods sein Eigen nennt und das Case gerne drahtlos auflädt, sollte lieber direkt zur Pro-Variante greifen denn der Aufpreis von 50,00€ (279,00€ zu 229,00€) ist hier wiederum okay. 

Suchst Du hingegen einfach nur gute true wireless Kopfhörer und kannst trotz iPhone auf die ganze Magie der AirPods in Kombination mit deinem iPhone verzichten, solltest Du dir definitiv den Track Air+ von Libratone anschauen. Dieser punktet mit einem gefälligeren Design, besserem Sound, ähnlich guter Akkulaufzeit und, vor allem, mit 199,00€ einem deutlich attraktiveren Preis. Beide Modelle kannst Du nachfolgend erwerben: 

Was ist denn Eure Meinung zu den AirPods Pro? Wer von Euch hat sie gekauft und was waren die Gründe dafür? Schreibt mir Euer Feedback in die nachfolgenden Kommentare. 

 

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick

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