Illegale Absprachen: Amazon und Apple müssen deshalb über 200 Millionen Strafe zahlen

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Einer der Gründe, warum die Hardware von Apple nach Release extrem preisstabil ist, lässt sich einfach begründen. Der Konzern legt extrem großen Wert darauf, die Neuheiten nur über abgesegnete Vertriebskanäle zu verkaufen. Dazu zählen neben den eigenen Stores sowie dem Online-Shop die Premium Reseller und Authorized Reseller. Zusätzliche Veeinbarungen wurden hierzulande mit der Ceconomy-Group (Mediamarkt und Saturn) sowie Amazon getroffen. Dies gilt auch in Italien und dort haben sich die beiden Unternehmen illegaler Preisabsprachen bedient.

Laut italienischen Kartellbehörden gab es illegale Preisabsprachen

Die Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato (AGCM) verhängte jetzt Geldstrafen in Höhe von insgesamt rund 203 Millionen Euro gegen die beiden US-amerikanischen Unternehmen. Laut der Meinung der Kartellbehörde haben sich beide Unternehmen illegal abgesprochen und somit den freien Wettbewerb verhindert. Stein des Anstoßes waren die restriktiven Verkaufsvereinbarungen, zu denen die Produkte von Apple bei Amazon eingelistet werden konnten. Nur Angebote von autorisierten Apple-Händlern waren erlaubt, und nur große Unternehmen konnten die strengen Volumenanforderungen erfüllen. Der Deal galt ursprünglich in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Japan und Indien.

Freie und deutlich kleinere Händler wurden so de facto ausgeschlossen und erhoben Einspruch. Dieser wurde nun abgehandelt, wie der Nachrichtendienst Reuters zuerst berichtete. Anbei Auszüge aus dem Artikel:

„Italiens Kartellbehörde hat die US-Technologieriesen Amazon und Apple wegen angeblicher wettbewerbswidriger Zusammenarbeit beim Verkauf von Apple- und Beats-Produkten mit einer Geldstrafe von insgesamt mehr als 200 Millionen Euro (225 Millionen Dollar) belegt.Vertragliche Bestimmungen einer Vereinbarung zwischen den Unternehmen aus dem Jahr 2018 bedeuteten, dass nur ausgewählte Wiederverkäufer Apple- und Beats-Produkte auf Amazon.it verkaufen durften, sagte die Wachhund und fügte hinzu, dass dies gegen die Vorschriften der Europäischen Union verstoße und den Preiswettbewerb beeinträchtigte […]Die Behörde verhängte eine Geldstrafe von 68,7 Millionen Euro gegen Amazon und 134,5 Millionen Euro gegen Apple und ordnete die Unternehmen an, die Beschränkungen zu beenden, um Einzelhändlern von echten Apple- und Beats-Produkten auf nicht diskriminierende Weise Zugang zu Amazon.it zu gewähren.

Reuters

Die entsprechende Vertragsklausel verstößt nach Auffassung der AGCM unter anderem gegen Artikel 101 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) und somit gegen europäisches und italienisches Recht. Die willkürliche Diskriminierung anderer Einzelhändler stelle daher ein wettbewerbswidriges Verhalten dar. Das wiege um so schwerer, als in Italien rund 70 Prozent aller Käufe von Unterhaltungselektronik-Geräten bei Amazon erfolgten. Davon entfielen 40 Prozent auf Marketplace-Händler. Zudem schränkten Apple und Amazon durch ihre Vereinbarung den grenzüberschreitenden Handel ein, weil Anbieter im Falle von Apple- und Beats-Produkten wegen ihrer geografischen Herkunft vom italienischen Amazon-Marketplace ausgeschlossen würden. 

Vertriebssysteme innerhalb der EU dürfen ausschließlich auf rein qualitativen Kriterien beruhen und niemals diskrimierend sein. Zusätzlich sind diese Regularien ausnahmslos auf alle potenziellen Wiederverkäufer anzuwenden,

Beide Unternehmen wollen Einspruch dagegen erheben

Die verhängte Geldstrafe hat ein Gesamtvolumen von 203,2 Millionen Euro, wovon der iPhone-Konzern mit 133,5 Mio. den Löwenanteil übernehmen muss. Der Versandhändler wurde zur Restsumme von 68,7 Millionen Euro verdonnert. Wenig überraschend kündigten beide Unternehmen umgehend an, gegen dieses Urteil Einspruch einlegen zu wollen. In der Zwischenzeit dürften Marketplace-Händler auf Amazon.it in Italien aber wieder Beats-Kopfhörer und Produkte von Apple anbieten. Da es sich um Urteil, basierend auf EU-recht handelt, dürfte dies auch hierzulande Auswirkungen haben.

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

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