Stockt die Chip-Entwicklung bei Apple?

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Vor rund zehn Jahren mit dem iPhone 4 setzte der Konzern erstmals mit dem A4 einen Chip aus eigener Entwicklung ein und seitdem gab es ein festes Ritual auf der iPhone-Keynote: Apple führt den Wettbewerb vor, indem man die (teils erheblich) gesteigerte) Performance im Vergleich zum Vorgänger prominent hervorhob. Dieses Jahr beim iPhone 13 suchte man diesen Vergleich vergebens. Stattdessen verwies man im Rahmen des „California streaming“-Events lediglich darauf, dass die neuen Flaggschiffe 50 Prozent schneller seien als die Konkurrenz, also entsprechende Geräte aus dem Android-Lager.

Apple ungewöhnlich wortkarg

Diese Zurückhaltung passt nicht zu Apple, denn auf den vorherigen Keynotes war man extrem offensiv. Und es gilt zu bedenken, dass der iPhone-Konzern nichts dem Zufall überlässt. Somit dürfte es also triftige Gründe haben, warum Apple den Leistungszuwachs des A15 Bionic im Vergleich zum A14 Bionic nicht offen kommunizierte. Vielleicht liegt es daran, dass der Leistungssprung im Vergleich zu den vorherigen Jahren zu gering ausfällt? Eine Theorie, die von einigen Branchenexperten und durch die Personalentscheidungen von Apple untermauert wird. Unter anderem Jason Snell von Macworld stößt in dieses Horn.

Schaut man sich die vorherigen Jahre an, erkennt man eine Steigerung der Single-Core-Performance von Generation zu Generation um ca. 20% – schreibt Snell. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass der A15 Bionic dieses Ziel nicht erreicht habe und Cupertino die wesentlich geringere Leistungssteigerung unter den Teppich kehren will.

Stockt die Weiterentwicklung der A-Chips?

Der A15 Bionic basiert im Grundsatz auf dem A14 Bionic:  Beide Chips verfügen über ein Sechs-Kern-Prozessordesign mit vier hocheffizienten Kernen und zwei Hochleistungskernen. Bracht es mehr Leistung, springen die Hochleistungskerne an. Zudem verfügen beide Chips über eine 16-Kern-Neural Engine, welche für das Machine Learning zuständig ist – darunter fällt das Scannen von Fotos nach Gesichtern oder Objekten. Der große Unterschied zwischen dem A15 Bionic und dem A14 Bionic ist in der Grafikleistung zu finden. Doch in der reinen Performance scheint es zu stocken.

Dylan Patel von SemiAnalysis verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass der kalifornische Konzern in den vergangenen zwei Jahren etliche seiner besten Chip-Designer und Ingenieure etwa an die Start-ups Nuvia und Rivos verloren hat. Dies hat nun zufolge, dass die Weiterentwicklung der Chips in Stocken gerät. Patel ist davon überzeugt, dass Apple daher den nächsten großen Sprung auf 2022 verschieben musste. Der A15 Bionic sei deshalb lediglich eine modifizierte Version des A14 Bionic.

Das klingt absolut beunruhigend und sollte für Apple ein deutlicher Warnschuss sein, aus Sicht des Kunden relativiert sich das aber etwas. Der Vorsprung der A-Chips gegenüber dem Wettbewerb ist so immens, dass sich der iPhone-Konzern eine Pause gönnen kann. Wie hier von mir berichtet, ist der A12 Bionic, von Apple mit dem iPhone Xs 2018 eingeführt, immer noch auf Augenhöhe mit den aktuellen High-End-Chips von Samsung und Qualcomm – und drei Jahre sind in der Entwicklung von Chips eine Ewigkeit.

Der A15 Bionic kommt in zwei Versionen – um fehlerhafte Produktionschargen zu verwerten?

Das es bei der Entwicklung des A15 Bionic zu Schwierigkeiten gekommen ist, ist mehr als offenkundig. Bekannterweise setzt der iPhone-Konzern im iPhone 13 auf zwei Versionen des A15 Bionic: Im iPhone 13 und iPhone 13 Mini bietet der neue Chip vier Grafikkerne an, im iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max weist der A15 Bionic jedoch fünf Grafikkerne auf. Ich ging erst davon aus, dass dies mit dem ProMotion-Display begründet ist. Apple scheint hier jedoch wieder einmal auf sein sogenanntes Chip-Banning zu setzen.

Bei diesem Verfahren deaktiviert man in CPUs eine oder mehrere Komponenten, welche nicht den Spezifikationen entsprechen. Anschließend lassen sie sich mit entsprechend reduzierter Leistungsfähigkeit dennoch einsetzen, müssen also nicht weggeworfen werden. Ein Verfahren, welches ursprünglich mal von Intel eingeführt wurde und für Apple nicht neu ist. Jüngstes Beispiel ist dafür der M1.

Der A15 Bionic bietet dennoch mehr Leistung

Obwohl in der reinen Performance der Zuwachs offenkundig unter 20% liegt, bietet der neue Chip dennoch deutlich mehr Leistung. Denn bei der Grafikleistung offenbaren sich die Unterschiede.  Das Duell „A15 4-Core GPU“ gegen A14 Bionic geht zunächst mit 10600 zu 9130 Punkten aus – zwar nicht die Welt, dennoch erneut ein mehr als zweistelliger prozentualer Zuwachs. Doch die Version mit fünf Kernen ist richtig beeindruckend – mit 14200 Punkten im Benchmark ist der Zuwachs stärker als man vermuten könnte.

Grafikleistung A15 Bionic

Apple verbessert entscheidende Details

Man könnte nun meinen, dass die Verbesserungen des A15 Bionic auf dem Papier nicht relevant sind. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, wenn man einen Blick auf die Details wirft. Der iPhone-Konzern hat seinen neuen Chip an zwei entscheidenden Stellen deutlich verbessert.

Zum einen wäre da die gestiegene Taktrate: Betrug der Takt im A14 Bionic noch 2,99 GHz, im A15 Bionic liegt diese nun bei 3,2 GHz. Zudem hat der Konzern den Prozessor-Cache vergrößert.

Diese Vorteile können Kunden des iPhone 13 schon jetzt genießen, doch mit mit dem Mac wird man die verbesserungen erst richtig spüren. Denn der A15 Bionic dürfte die neue Plattform für einen zukünftigen Apple Silicon stellen

Wie seht Ihr das? Muss sich Apple sorgen machen? Schreibt mir Euer Feedback in die nachfolgenden Kommentare

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

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