Rolle rückwärts: Apple legt Einführung der umstrittenen Fotoscans für unbestimmte Zeit auf Eis

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog,

Zunächst einmal eine kurze Entschuldigung: Die vergangenen Wochen waren etwas hektisch und stressig, deshalb musste ich diese vier Tage noch einmal komplett abschalten. Abschalten ist dabei auch ein gutes Stichwort, wenngleich auch nicht ganz zutreffend. Es geht nämlich um die umstrittenen Scans der Fotos, die Apple mit iOS 15 als Maßnahme gegen die Verbreitung von kinderpornografischem Bildmaterial einführen wollte. Dies ist nun auf Eis gelegt.

(Zu) Gewaltiges Medienecho

Unbestritten sind zwei Dinge: Erstens dürfte Niemand mit klarem Verstand etwas gegen Maßnahmen haben, welche zur Eindämmung der Vebreitung von kinderpornografischen Bildmaterial zur Folge hat. Zweitens muss Apple hier mehr tun, denn iOS ist leider die größte Plattform diesbezüglich. Apple entschied sich dafür, die Analyse der Fotos lokal auf dem Gerät vor dem direkten Upload in die Cloud durchzuführen um so Datenschutz und Privatsphäre zu schützen. Datenschützer, Medien und Kunden liefen dagegen Sturm.

Der wesentliche Kritikpunkt war nicht das Ziel, sondern die Art und Weise der Umsetzung. Kritiker wie die EFF befürchten, dass damit eine Hintertür ins System implementiert wird, die sich auf anderen Wegen für andere Zwecke missbrauchen lässt. Totalitäre Regime könnten diese Suche nutzen, um Regime-Gegner zu identifizieren – so ein oft angebrachter Vorwurf.

Einführung auf unbestimmte Zeit vertagt

Die Proteste waren von Anfang an heftig, sodass sich das Unternehmen zu mehreren Stellungnahmen gezwungen sah – hier und hier von mir berichtet. Obwohl man damit das Vorgehen zunächst strikt verteidigte, macht man nun doch eine Rückzieher und das Feature wird nicht wie geplant eingeführt:

„Letzten Monat haben wir Pläne für Funktionen angekündigt, die dazu beitragen sollen, Kinder vor Pädophilen zu schützen, die Kommunikationsmittel verwenden, um sie zu rekrutieren und auszubeuten, und die Verbreitung von Material über sexuellen Missbrauch von Kindern zu begrenzen. Basierend auf dem Feedback von Kunden, Interessengruppen, Forschern und anderen haben wir beschlossen, uns in den kommenden Monaten zusätzliche Zeit zu nehmen, um Input zu sammeln und Verbesserungen vorzunehmen, bevor wir diese kritisch wichtigen Funktionen zur Kindersicherheit veröffentlichen.“

Apple

Im Klartext bedeutet das: Die Fotoanalyse wird nicht mit dem Release von iOS 15 an den Start gehen und Apple macht somit einen (vorläufigen) Rückzieher. Darüber hinaus bleibt es unklar, wie und ob Apple solch eine Funktion umsetzen wird. Andere Cloud-Plattformen scannen die Fotos erst nach dem Upload auf verdächtige Inhalte. Auch wenn es hinsichtlich des Datenschutzes normalerweise vorteilhafter ist, Daten lokal auf dem Gerät zu berechnen, wirft der Foto-Scan andere Fragen auf. Man darf gespannt sein, welche Bekanntmachungen Apple hierzu in einigen Wochen bis Monaten tätigt.

EFF fordert vollständige Einstellung

Ergänzend sei dazu noch einmal die EFF, die Electronic Frontier Foundation, erwähnt. Die negative Diskussion konnte Apple nicht mehr einfahren und die EFF war einer der Triebfedern dafür. Die Electronic Frontier Foundation hat sich nun zu Apples jüngster Ankündigung geäußert und begrüßt, dass erst einmal keine Umsetzung der Pläne stattfindet. Ein „vorerst“ reiche aber nicht aus, denn Apple müsse jetzt mehr tun, als nur zuzuhören. Vielmehr verlange die EFF, dass Apple diese Pläne vollständig begrabe. Eine einmal eingepflegte Schwachstelle in die Verschlüsselung eines Betriebssystem sei wie der Geist, denn man einmal aus der Flasche gelassen habe und nicht mehr eingefangen werden kann.

Was sagt Ihr dazu? Die richtige Entscheidung von Apple? Oder sollte das Vorgehen so an den Start gehen? Schreibt mir Euer Feedback in die nachfolgenden Kommentare.

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

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