Apple unterbindet interne Mitarbeiterbefragungen, die von Angestellten selbst initiiert sind

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Apple ist sehr genau darauf bedacht, welches Image nach außen getragen wird. In der Selbstwahrnehmung ist man ein Ort der absoluten Glückseligkeit, in dem man vorbehaltlos alle Angestellten wertschätzt und ihnen das Gefühl gibt, sie sind gleich. Außerdem versteht man sich als Unternehmen, welches immer für seine Mitarbeiter da ist. Dieses Selbstbildnis bröckelt aber, wie die vergangenen Wochen zeigten.

Interne Umfragen werden nicht so gerne gesehen

Stein des Anstoßes war der Umstand, dass Apple in Person von Tim Cook ein zeitnahes Ende des Home Office verkündetet und die Mitarbeiter aufforderte, an einem noch zu kommunizierenden Tag ins Büro zurückzukehren. Dagegen regte sich erheblicher Widerstand innerhalb der Belegschaft und man sprach sich unter anderem via Slack ab. Diesen Channel schloss Apple zwar alsbald, aber die Mitarbeiter scheinen Gefallen daran gefunden zu haben, sich intern abzusprechen und bei Bedarf Umfragen zu starten.

Wie gerecht bezahlt Apple?

Die neuesten und nun von Apple gestoppten Umfragen beschäftigen sich mit dem Thema Gehalt, was per se für jedes Unternehmen sensibel ist. Wie The Verge gestern berichtete, gab es drei interne Umfragen darüber, wie gereicht und gleich der Lohn zwischen den Angestellten ist. Apple betont immer wieder, dass man für Equal Pay einstehe und die Mitarbeiter wollten dies selbst überprüfen,

In der ersten Umfrage wurden die Mitarbeiter aufgefordert, ihre Gehälter freiwillig zu teilen und sich in Bezug auf Rasse, ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht und Behinderung zu identifizieren. Das Personalteam von Apple hat die verantwortlichen Mitarbeiter gebeten, die Umfrage zu stoppen, da die demografischen Fragen „personenbezogene Daten“ enthalten.

Anfang dieses Monats wurde einer anderen Gruppe von Mitarbeitern gesagt, sie solle eine Umfrage schließen, weil sie Fragen zum Geschlecht hatte. Die Gruppe entfernte die damit verbundenen Fragen und dann stellte Apple die Umfrage erneut ein, diesmal behauptete sie, dass sie auf einem Unternehmenskonto gehostet wurde

Internes Memo unterbindet solche Art der Umfragen

Über die Motivation, diese Umfrage zu unterbinden, kann man spekulieren. Klar ist jedoch, der Konzern verbietet diese Art der Umfrage und hat dazu ein entsprechendes Memo intern versandt. Offiziell mit dem Hinweis, dass personenbezogene Daten erhoben werden und dies nicht legal sei. Anbei einmal das Memo im Wortlaut:

Verbotene Umfragen

Die folgenden Mitarbeiterbefragungen sind in allen Fällen verboten und dürfen nicht durchgeführt werden.

Umfragen als Datenerfassung

Umfragen dürfen nicht als Mittel zur Erfassung identifizierbarer Mitarbeiterdaten verwendet werden, ohne den üblichen Prozess zu befolgen, um diese Daten vom People-Team zu erhalten. Dazu gehören alle Fragen zur Adresse, zum Demografien usw. eines Mitarbeiters, mit Ausnahme des Abhollandes oder der Region, die zulässig ist.

Die Verwendung von Umfragen als Instrument zur Erfassung von Gesundheitsinformationen – einschließlich, aber nicht beschränkt auf Gesundheitsberichte, Testergebnisse und Impfstatus – ist ebenfalls verboten.

Alle Anfragen nach identifizierbaren Mitarbeiterdaten müssen über das Antragsformular für Personenberichte an das Personenteam übermittelt werden. Wenn genehmigt, stellt das People-Team die Mitarbeiterdaten direkt aus ihren Systemen zur Verfügung.

Umfragen, die Diversity-Daten anfordern

Diversity-Daten sind hochsensible personenbezogene Daten. Wenn Sie solche Informationen benötigen, müssen Sie mit Ihrem I&D Business Partner und dem I&D Insights and Solutions-Team zusammenarbeiten, bevor Sie Daten sammeln.

The Verge kontaktierte umgehend Rechtsanwälte mit dem Fachgebiet Arbeitsrecht und einer ersten Einschätzung zufolge verstößt Apple womöglich mit diesem Memo gegen aktuelles Arbeitsrecht. Die konsultierten Anwälte sind der Meinung, dass Umfragen als eine Form der Arbeitsorganisation angesehen werden können und dass „Mitarbeiter das Recht haben, über Bezahlung zu diskutieren“ nach US-Recht.

Mitarbeiter wechseln die Plattform

Die Sperrung der Umfragen sorgte unter den Angestellten für Irritationen und kam verständlicherweise nicht gut an. Die Ingenieurin Cher Scarlett nimmt nun an einer neuen Umfrage teil, die anonymisiert ist und auf einer externen Plattform durchgeführt wird. Sie betont, dass niemand unter den Angestellten wegen des Geschlechtes und anderer Aspekte, die zu einem Lohngefälle führen könnten, Apple beschuldigen will. Andererseits steht eine von Apple getätigte Aussage im Raum, die man eben gerne nachprüfen möchte

Das ist ein heißes Eisen und in Deutschland noch deutlich kritischer als in den USA. Ich selbst hatte diverse Arbeitsverträge, wo das Austauschen von Gehaltszahlungen unter den Mitarbeitern via Klausel untersagt wurde. Wie sind denn Eure Erfahrungen diesbezüglich? Schreibt mir Euer Feedback in die nachfolgenden Kommentare

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

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