Spatial Audio auf Apple Music: Beatles-Produzent erklärt schwankende Klangqualität

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Vor wenigen Wochen führte Cupertino auf Apple Music zwei entscheidende Neuerungen ein: Apple Lossless sowie Dolby Atmos, was Apple selbst als Spatial Audio bezeichnet. Ich selbst kann dem wenig abgewinnen, weil es mir von der Klangqualität absolut nicht zusagt. Interessanterweise ist nun ein Interview mit dem Produzenten der Beatles aufgetaucht, der die Unterschiede in der Klangqualität bei einzelnen Alben etwas erläutert.

Spatial Audio in Apple Music

Spatial Audio wurde von Apple mit viel Tamtam angekündigt und innerhalb von Apple Music gibt es sogar eine entsprechend kuratierte Playlist. Selbst dort ist es auffällig, dass der räumliche Effekt von Song zu Song durchaus stark variieren kann. Diesbezüglich gab es im Rolling Stone Magazine mit Giles Martin, dem Sohn von Sir George Martin, dem Produzenten der Beatles, nun ein spannendes Interview.

Laut Gile Martin ist Spatial Audio bei Apple Music mit einem „Quantensprung in der Technologie“ gleichzusetzen:

„Vom Gefühl, Ihren Lieblingskünstler im selben Raum wie Sie zu hören, bis hin zur Erfahrung, direkt in einem Symphonieorchester zu sitzen, ist das Hörerlebnis transformativ und die Möglichkeiten für den Schöpfer sind endlos. Dies ist ein Quantensprung in der Technologie – ich hatte bisher das Vergnügen, einige der größten Künstler der Geschichte in Dolby Atmos zu mischen. Mit dieser Arbeit bin ich Alben verfallen, die ich liebe. Es gibt eine einzigartige Erfahrung, vollständig in Musik eintauchen zu können, die zwar vertraut ist, aber plötzlich neu, frisch und unmittelbar klingt. Als Schöpfer ist es mehr als aufregend, dass wir diese unglaubliche Erfahrung jetzt über Apple Music teilen können.

Giles Martin

Abmischen des Albums ist das Geheimnis

Doch Martin gibt auch zu, dass es klangliche Unterschiede bei der Abmischung in Dolby Atmos fehlt. Je nach Aufnahme fehlen den Alben Bass und Tiefe, wie es beispielsweise auch bei Ariana Grande der Fall ist, Auch bei den Aufnahmen von Beatles sei das Phänomen zu beobachten. Anney Road klinge in Spatial Audio großartig, während Sgt. Pepper´s dies nicht tut. Dazu gibt Martin einen kurzen Einblick darüber, wie ein Album in Dolby Atmos abgemischt wird:

„Wir beginnen mit der Stereoanlage. Ich glaube, immersives Audio sollte in gewisser Weise eine Erweiterung des Stereofeldes sein. Mir gefällt die Idee, dass eine Schallplatte schmilzt, und Sie fallen hinein. Das ist die Analogie, die ich gerne verwende. Und wenn Sie ständig viele Dinge um sich herum haben, kann es etwas irritierend und verwirrend werden, je nachdem, was die Musik ist (…) Aber das Interessante an immersivem Audio ist, dass es einen Mittelpunkt gibt. Es ist also fast wie Mono, aber erweitert. Es ist, als hätte man ein bisschen Toffee und zerschlägt den Toffee mit einem Hammer und all den zerbrochenen Teilen, die um dich herumlaufen. Und wenn Sie keinen Brennpunkt haben, wenn Sie Ihre Trommeln nicht in die Mitte oder den Gesang nicht in die Mitte stellen, bekommen Sie nicht wirklich ein Gefühl des Eintauchens. Es ist ein bisschen wie ein James Turrell-Zimmer, in dem Sie sich nur in diesem farblosen Raum befinden.“

Giles Martin

Es gibt auch einen kleinen Tipp, warum Beatles‘ Songs in Dolby Atmos so gut klingen, so Martin:

„Mit Beatles-Mixen, weil wir, nehme ich an, das Geld dafür und den Luxus der Zeit haben, neigen ich und [Ingenieur] Sam Okell dazu, im Gegensatz zur Verwendung digitaler Effekte die Lautsprecher wieder in Studio Two [dem Abbey Road-Raum, in dem die Beatles ursprünglich aufgenommen haben] zu platzieren. Und wir werden Johns Stimme in Studio Two neu aufnehmen, also hören Sie die Reflexionen des Raumes, in dem er singt. Es bringt Ihnen den Gesang näher.“

Weitere Beatles-Alben in Spatial Audio geplant

Martin verspricht außerdem, dass weitere Alben der Beatles in Dolby Atmos abgemischt werden, dies aber noch etwas zeit benötige. Grund dafür ist die Quelltrennungssoftware, die unter Umständen das Ausgangsmaterial beschädigen könnte:

„Mit der Quelltrennungssoftware muss ich absolut sicherstellen, dass sie dem Audio keinerlei Schaden zufügt (…) Die Software wird viel besser. Ich schaue ständig nach, wie wir damit umgehen würden, wenn ich jemals zu [Remix] Revolver oder Rubber Soul komme, frühen Alben, was viele Leute von mir erwarten. Das ist ein gutes Beispiel dafür: „Wie machen wir das?“ Wie stelle ich sicher, dass John oder Pauls Gesang nicht nur im rechten Lautsprecher ist, sondern stelle auch sicher, dass seine Gitarre ihm nicht folgt, wenn ich sie in die Mitte stelle? Auf „Taxman“ sind Gitarre, Bass und Schlagzeug alle auf einem Track! Deshalb befindet sich die Platte im Grunde auf der linken Seite, und dann gibt es einen Shaker auf der rechten Seite der Mitte.

Voraussetzungen für Dolby Atmos/Spatial Audio

Damit Ihr Dolby Atmos bzw. Spatial Audio in Apple Music genießen könnt, sind ein paar Dinge zu beachten. Auf dem kompatiblen Endgerät, los geht es ab einem iPhone 7 oder höher, muss mindestens iOS 14.6 installiert sein. Ferner benötigt Ihr ein paar AirPods Pro oder die AirPods Max. Anschließend muss in den Einstellungen unter Apple Music Dolby Atmos aktiviert werden.

Wie findet Ihr Dolby Atmos auf Apple Music? Was gefällt Euch daran? Mir gefällt es persönlich nicht. Schreibt mir Euer Feedback in die nachfolgenden Kommentare.

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

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