Nichtreparierbarkeit von iPhone laut FTC teils wettbewerbswidrig

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog,

Die Frage, wie gut oder wie schlecht sich iPhones und Co reparieren lassen, spaltet seit Jahren die Community. Der grundlegende Tenor geht eher in die Richtung, dass sich diese eher schlecht oder gar nicht reparieren lassen. Das schließt sowohl die Möglichkeit einer Selbstreparatur als auch günstigere Reparaturen durch Drittanbieter ein.

Doppelmoral der Kunden

Einerseits wollen Kunden Geräte, die leicht zu reparieren sind. Nachhaltigkeit aber auch die generelle Leistungsfähigkeit aktueller Modelle sind die Triebfeder der Motivation, warum Kunden hier ein gesteigertes Interesse daran haben.

Andererseits aber fordern exakt diese Kunden ein bestimmtes Design sowie bestimmte Anforderungen bei der Hardware, welche diesem Ansatz der Reparierbarkeit diametral gegenüber stehen. Das Gerät soll möglichst kompakt sein, möglichst kompakt und sowohl wasser- als auch staubdicht sein. Es liegt also in der Natur der Sache, dass sich daraus aus mechanischer Sicht ein Interessenkonflikt ergibt – Soll das Gerät immer flacher werden, fallen als Erstes Schraubverbindungen weg und werden durch Klebeverbindungen ersetzt. Außerdem ergibt sich dadurch auch ein immenser Aufwand bei der Reparatur, die viel Zeit nach sich zieht. Und Zeit ist im Handwerk der Kostentreiber.

Hohe Nachfrage an günstigen Reparaturen

Gleichwohl gibt es eine extrem hohe Nachfrage an günstigen Reparaturen und ausgerechnet Apple trat den Beweis an: Laut dem FTC-Bericht sorgte ausgerechnet das Akku-Austausch-Programm von Apple für solch einen reißenden Umsatz, dass dadurch die Nachfrage nach neuen iPhone-Modellen spürbar sank.

Apple reduzierte damals den Preis für einen Akkutausch von knapp 49 Euro auf 29,00€ und Kunden machten davon regen Gebrauch. Doch andere Reparaturen sind bei Apple gewohnt hoch und eine nicht unerhebliche Menge an Kunden möchte günstigere Alternativen haben. Deshalb wenden sich viele Kunden an Drittanbieterwerkstätten. Denen wiederum macht Apple es aber vergleichsweise schwer bzw. verweigere schlicht die Kooperation.

Dies reiche von schlechter Verfügbarkeit technischer Dokumentationen bis hin zur Verweigerung, Ersatzteile zur Verfügung zu stellen oder Drittanbieter-Ersatzteile zu erlauben. So müsse man bei solcher Hardware oft auf Funktionalität verzichten, aktuell blendet iOS bei den aktuellen iPhone-Modellen bei einer fremdreparierten Kamera eine Fehlermeldung ein. Ansonsten funktioniert häufig True Tone bei Fremddisplays nicht mehr.

Teils wettbewerbswidrige Bestimmungen

Es ist laut FTC keinesfalls verboten, dass Hersteller sehr genaue Vorgaben für die Reparatur ihrer Geräte machen. Problematisch wird es aber dann, wenn diese Vorgaben gesetzliche Standards unterlaufen und somit wettbewerbswidrig werden. Die Leidtragenden sind die Verbraucher, die entweder hohe Reparaturpreise zahlen müssen oder sie bekommen gar nicht erst die Möglichkeit einer Reparatur angeboten – Drucker fallen mir da spontan ein.

Wenn externe Reparaturstellen nicht selbst Komponenten austauschen dürfen, sondern Hardware einschicken müssen, stelle dies ebenfalls einen unzulässigen Wettbewerbsnachteil dar. Die FTC zitiert einen Fall aus Vermont, in dem ein Hardware-Shop keine iPhone-Kameras vor Ort wechseln durfte, da es sich um keinen „Authorized Reseller“ handelte. Wohl die wenigsten Kunden möchten wegen eines Austausches des Akkus rund eine Woche auf ihr Gerät verzichten wollen, wenn der Apple Store dies innerhalb von rund drei Stunden erledigt. Das stellt laut der FTC einen wettbewerbswidrigen Nachteil dar.

Apple ergreift dagegen Maßnahmen

Für Kunden sei es durchaus wieder einfacher geworden, gängige Reparaturen selbst durchzuführen oder sich an Drittanbieter zu wenden. Allerdings führt dies oft zum Verlust der Herstellergarantie und stellt deshalb oftmals keine wirkliche Alternative dar.

Der iPhone-Konzern versucht, die Problematik an zwei Fronten zu entkräften. Einerseits hat man ein entsprechendes Programm aufgelegt, andrerseits arbeitet man an der Robustheit der Geräte. Speziell beim iPhone unternimmt der Hersteller immense Anstrengungen, beim iPhone 12 hat man für das Display das sogenannte Ceramic Shield entwickelt. Ein Displayglas, speziell mit Keramikkristallen angereichert, mit dem Displayschäden minimiert werden sollen.

Im Gegensatz zur Automobilindustrie gibt es hier aber keine selbstreinigenden Kräfte hinsichtlich der Reparierbarkeit. Für die FTC bedeute dies, nun weitere Schritte einzuleiten und mit den Gesetzgebern zusammenzuarbeiten, um Kunden faire Bedingungen zu bieten und sicherzustellen, dass diese ihre defekten Geräte nicht zwingend durch neue Hardware ersetzen müssen.

Was ist denn Eure Meinung dazu? Sollte Apple die Reparierbarkeit der Geräte weiter öffnen? Schreibt mir Euer Feedback in die nachfolgenden Kommentare

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

Kaffeekasse

Spendiere mir einen Kaffee und unterstütze damit meinen Blog und mich bei der Arbeit

3,00 €

Kommentar verfassen

Betrieben von WordPress | Theme: Baskerville 2 von Anders Noren.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: