Der G3-Prozessor ist auf dem Mars und treibt dort den Marsroboter „Perseverance“ an

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es gibt verschiedene Argumente, warum man für die Hardware von Apple immer etwas mehr Geld ausgibt. Ein oft zitiertes ist davon die Langlebigkeit, mit denen die Produkte aus Cupertino ausgestattet sind. Mit dieser Art der Langlebigkeit hat man allerdings nicht gerechnet, denn schon vor mehr als 20 Jahren war diese wohl zu Höherem berufen.

CPU des G3 treibt aktuellen Marsroboter an

Wie nun bekannt wurde, setzt die NASA im Rover „Perseverance“ der aktuellen Mars-Mission, die am 18. Februar gestartet wurde, einen Chip von Apple ein. Genauer gesagt den PowerPC 750-Prozessor auf Basis der RISC-Architektur, wie der US-Blog Gizmondo herausfand.

Der PowerPC 750 war ein Single-Core-233 MHz Prozessor mit 6 Millionen Transistoren, der jetzt als langsam gilt, aber er war der erste, der dynamische Zweigvorhersage enthielt und immer noch in modernen Prozessoren verwendet wird. Nun kann man sich fragen, warum die NASA im Jahr 2020, bei der Einführung des neuen Rovers, auf diese CPU zurückgriff. Die Antwort ist simpel, es ist die Zuverlässigkeit. Allerdings hat die NASA die CPU modifiziert und entsprechend angepasst.

Modifiziert gegen Strahlung

Allerdings wurde der bei dem im Rover „Perseverance“ eingesetzte Prozessor im Vergleich zur CPU des iMac G3 auf die Anforderungen der NASA und damit die Bedingungen des interplanetaren Raums optimiert. Bei dem vom Unternehmen BAE Systems modifizierten PowerPC 750 handelt es sich um eine spezielle strahlungsresistente Variante.

„Ein geladenes Teilchen, das durch die Galaxie rast, kann durch ein Gerät gehen und Chaos anrichten. Es kann Elektronen buchstäblich locker schlagen; es kann elektronisches Rauschen und Signalspitzen innerhalb des Schaltkreises verursachen.“

James LaRosa von BAE Systems

Diese verträgt Energiedosen von bis zu 10.000 Gray (eine Million Rad) und arbeitet bei Temperaturen zwischen minus 55 und 125 Grad Celsius. Die NASA bezahlte für die gehärtete CPU laut dem Bericht mehr als 200.000 US-Dollar. Angesichts der voraussichtlichen Gesamtkosten der Mission „Mars 2020“ in Höhe von rund 2,8 Milliarden US-Dollar ist das ein vergleichsweise moderater Preis für ein Bauteil, von dessen Zuverlässigkeit das Wohl und Wehe des Projekts unmittelbar abhängt. Angesichts des bisher erzielten Erfolgs scheint die NASA das Geld für die CPU gut angelegt zu haben.

Fast 10x so schnell wie der Vorgänger

In der Tat ist die Technik des Bordcomputers RCE (Rover Compute Element) im Vergleich mit einem normalen Desktop-Rechner nicht der letzte Schrei: Der RAD750-Prozessor des britischen Herstellers BAE-Systems entspricht PowerPC 750-Technik (bzw. G3) und arbeitet im Prozessortakt zwischen 110 und 200 MHz. Das ist etwa 10 Mal so schnell wie die Vorgänger-Rover Spirit und Opportunity, aber dennoch meilenweit von der Performance aktueller Chips entfernt.

PowerPC G3 hatte nur eine kurze Lebensdauer

Obwohl der PowerPC G3 nur eine relativ kurze Lebensdauer hatte, rettet er Apple vor dem drohenden Konkurs. Das ist insofern bemerkenswert, weil der Konzern bereits wenige Monate nach dem Erscheinen 1998 eine verbesserte Version auf den Markt brachte. Die war mit 266 bzw. 333 Megahertz getaktet. Zum Schluss wurde der Chip im G3 mit einer Taktfrequenz von 700 Megahertz versehen, bis er vom G4 im Jahr 2002 abgelöst wurde. Damit ging auch der Wechsel auf LC-Displays einher bis schlussendlich 2006 der Umstieg auf die Architektur von Intel erfolgte.

Das ist wirklich eine beeindruckende Leistung, macht aber irgendwie Angst. Das Wohl dieser Mission hängt von einer Hardware ab, die fast ein Vierteljahrhundert ist. Ich dachte eigentlich, dass die Technik schon etwas weiter ist. Was ist denn Eure Meinung? Schreibt mir Euer Feedback in die nachfolgenden Kommentare

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

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