Tim Cooks spricht vor den Vereinten Nationen: „Kohlenstoffneutrale Wirtschaft muss das Ziel sein“

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Besonders seit Tim Cook am Ruder ist, konzentriert sich Apple vermehrt auf den Umweltschutz mit dem Ziel, möglichst nachhaltig agieren zu können. Deshalb ist es nicht überraschend, das Tim Cook als Speaker auf dem Climate Ambition Summit 2020 der Vereinten Nationen eine kurze Rede halten durfte.

Eine virtuelle Veranstaltung

Der Climate Ambition Summit fand praktisch in diesem Jahr aufgrund der COVID-19-Pandemie statt und wurde gemeinsam von den Vereinten Nationen, dem Vereinigten Königreich und Frankreich ausgerichtet. Cook wies in seiner Rede darauf hin, dass Apples Ziel, bis 2030 100% CO2-neutral für seine gesamte Lieferkette zu sein, 20 Jahre aggressiver ist als das von den Vereinten Nationen gesetzte Ziel. Hier einmal seine Aussage in gekürzter Fassung:

Dies ist ein wichtiges Treffen, und wir bei Apple nehmen unsere Präsenz in dieser Gruppe nicht auf die leichte Schulter. Wir tragen es als Pflichtabzeichen. In diesem Moment historischer Dringlichkeit hat jeder Führer von Nationen, Unternehmen und Gemeinschaften eine besondere Handlungslast. In diesem Jahr hat Apple unsere Fortschritte beschleunigt. Wir wurden CO2-neutral für unsere weltweiten Unternehmensemissionen. Bereits jetzt helfen wir 95 unserer Lieferanten beim Übergang zu 100% erneuerbarer Energie, eine Zahl, die wir weiter ausbauen.

Wir haben einen Plan vorgestellt, der in seinem Ehrgeiz unübertroffen ist, bis 2030, 20 Jahre vor dem von den Vereinten Nationen gesetzten Ziel, Kohlenstoffneutralität für unsere gesamte Lieferkette und Produktnutzung zu erreichen. Wir sehen jeden Teil unseres Gerätelebenszyklus, von der Konstruktion über die Herstellung, über Haltbarkeit und Reparatur bis hin zum Recycling, als Chance für Umweltinnovationen, die uns auf unser Ziel einer geschlossenen Lieferkette zubewegt.

Die Wahl zwischen dem Endergebnis und der Zukunft unseres Planeten ist falsch, und jede neue grüne Innovation bietet den Beweis. Dies ist keine Zeit für Änderungen der Margen. Gemeinsam können wir zu einer CO2-neutralen Wirtschaft übergehen und eine neue Ära integrativer Möglichkeiten einläuten. Dies ist ein Moment für Ehrgeiz, Zusammenarbeit und Führung. Wir bei Apple sind stolz darauf, Ihr Partner zu sein, und wir fordern Unternehmen und Regierungen auf der ganzen Welt auf, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, um 2021 zu dem Jahr zu machen, in dem wir endgültig den entscheidenden Schritt gehen.

Tim Cooks Rede findet Ihr im Übrigen etwa ab 2 Stunden und 40 Minuten im nachfolgenden Video, welches die Vereinten Nationen online gestellt haben

Wie passen die letzten Berichte über die Zuliefererkette dazu

Interessant an dieser Rede ist zudem ein Bericht vom Wochenende, wonach Apple es entgegen den Beteuerungen mit dem Schutz von Umwelt und Mitarbeitern in seinen Zuliefererbetrieben weit weniger Ernst nehmen soll als man Glauben machen will.

Wie der Aktionär berichtet, sollen vor allem Mitarbeiter von Wistronim indischen Bengaluru mit massiven und gewalttätigen Ausschreitungen gegen die Arbeitsbedingen protestiert haben. „Passend“ dazu äußerten sich nun ehemalige Kontrolleure von Apple dahingehend, dass das Top-Management bei Apple schon seit Jahren regelmäßig bei Verstößen gegen die Arbeitszeiten wegsieht.

Apple habe höhere Kosten und einen größeren Ressourcen-Einsatz sowie verzögerte Produkteinführungen befürchtet und entschied sich gegen ein Eingreifen, so die Informanten.

Zulieferer haben oftmals keine andere Möglichkeit

Daten aus dem Jahr 2018 zeigen: Das Problem besteht weiterhin. Ein Beispiel kommt vom Auftragsfertiger Quanta. In einer Fabrik, in der Apple Watches hergestellt werden, arbeiteten 2018 5.000 Zeitarbeiter bei 13.000 regulär angestellten Kräften. Die Quote von 27 Prozent lag damit deutlich über der Zehn-Prozent-Grenze des Gesetzes. Auch 2019 gab Apple zu, dass Foxconn das Limit regelmäßig überschreite, nachdem China Labor Watch skandalöse Arbeitsbedingungen vor Ort vorfand. Pegatron erwischte man kürzlich bei einem ähnlichen Vergehen: Hier fälschten sogar Manager entsprechende Dokumente, um den illegalen Einsatz von Studenten zu vertuschen. Demenstprechend arbeitet das Unternehmen zurzeit auf „Bewährung“. Der iPhone-Konzern aus den USA wolle zunächst keine neuen Verträge mit dem chinesischen Konzern abschließen, bis das Problem gelöst sei, hieß es aus der Konzernzentrale.

Ein weiteres Problem stellen die äußerst aggressiven Produktionsquoten dar, die Apple vorgibt. Ein nicht namentlich erwähnter Apple-Manager sagt in dem Artikel: „Wir machen es unseren Zulieferern schwer, dieses Gesetz einzuhalten, denn zehn Prozent Leiharbeiter reichen einfach nicht aus, um die Spitzen der Arbeitsnachfrage zu decken.“ So muss sich Apple entscheiden, ob es den Druck senkt oder mutigere Konsequenzen für Verstöße umsetzt. Solange das Verhalten des Konzerns aus Cupertino so bleibt, müssen die Fabriken weiter Wege suchen, um die Vorgaben zu erfüllen.

Arbeitsschutz ist auch eine Form von Umweltschutz

Nun kann man sich zurecht fragen, was Arbeitsschutz mit Umweltschutz zu tun hat? In meinen Augen eine ganze Menge, denn nur ausgeruhte und fitte Mitarbeiter denken selbstständig und arbveiten vor allem zuverlässig und gewissenhaft. Und genau das ist ein zentraler Bestandteil von Umweltschutz. Denken wir nur einmal an den Unfall der Exxon Valdez im Jahr 1989 zurück. Oder das Unglück der Costa Concordia – die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, Euer Patrick a.k.a. Meister des Apfels

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