Werbeanzeigen

Das iPad Pro 10,5″ – Anspruch und Wirklichkeit

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag hier auf meinem Blog,

heute soll es um das iPad Pro 10,5″ gehen. Schon bei der Vorstellung vergangenes Jahr äußerte ich mich sehr zurückhaltend zu dem Gerät (das iPad Pro 10,5″ und die Sinnfrage). Nun in der Zwischenzeit kaufte ich es mir dann doch, primär für meine Arbeit als Markenbotschafter für Bose, und konnte somit das Gerät einem durchaus intensiven Test unterziehen.

Das iPad Pro 10,5“ wurde von mir als Cellular-Variante mit einem Speicher von 256GB in der Farbe Space-Grau erworben.

Die Verpackung ist gewohnt minimalistisch gehalten was übrigens auch für den Inhalt gilt. Neben dem iPad Pro ist das 12-Watt Netzteil, das Lightning auf USB-A Kabel (warum das unverständlich ist, erkläre ich später), ein Quick-Start Guide sowie die obligatorischen Aufkleber enthalten.

Dafür verlangt Apple einen Listenpreis von 1059,00€, welcher als durchaus üppig zu bezeichnen ist. Der Einstieg ohne 4G und mit 64GB liegt zwar bei 729,00€ macht aber wenig Sinn. Schließlich ist das iPad für den mobilen Einsatz gedacht, nach wie vor gibt es keine flächendeckende W-Lan Versorgung (speziell in meiner Heimatstadt gibt es gerade mal eine Handvoll Cafes mit einem W-Lan Zugang) und ein mobiler Hotspot ist ziemlich belastend für den Akku eines Smartphones; nicht das die Smartphone gerade mit phänomenaler Akkulaufzeit, insbesondere das iPhone X, glänzen können.

Das war etwas abschweifend, zurück zum Thema. Im Grunde genommen halte ich also das nackte iPad Pro in der Hand. Das ist ein gutes Stichwort, denn die Verarbeitungsqualität ist gewohnt hochwertig und hat im Vergleich zu meinem iPad Air 2 (welches jetzt in meiner Küche als Schaltzentrale für mein Smart Home und YouTube-Maschine für die Küche in derselbigen hängt) nochmals zugelegt. Die Haptik ist nochmals gefälliger geworden was vor allem im direkten Vergleich an den rund geschliffenen Seitenrändern liegt. Die Bohrungen für die Lautsprecher sind absolut on point, die Lightning-Buchse perfekt eingesetzt. Kurzum, es ist das am besten verarbeitete Tablet am Markt.

Direkt ins Auge stechen allerdings die schmalen Displayränder links und rechts auf. Die sorgen nämlich für den Zuwachs der Displaygröße von 9,7″ auf nun 10,5″. Dabei ist das iPad Pro gegenüber dem iPad Air nur minimal größer geworden was dem Handling zu Gute kommt. Die 0,8″ klingen nicht viel, machen aber in der Praxis einen gewaltigen Unterschied aus. Dazu später mehr.

Nach dem ersten Einschalten sowie der Ersteinrichtung wird man nun auf das True Tone des Display hingewiesen. Damit wird der Weißwert des Displays immer automatisch dem Umgebungslicht angepasst. Das Prinzip dahinter ist recht simpel.

Ein weißes Blatt leuchtet unterschiedlich, je nachdem wie warm (also eher gelblich) oder kalt (eher bläulich) die Glühbirne scheint. Das Papier verändert seinen Weißwert analog dazu und genauso arbeitet das Display des iPad Pro 10,5″. Eine Technologie, die aber einen kleinen Haken hat. Sie neigt bei Filmwiedergabe dazu, die Farben für meinen Geschmack etwas zu verfälschen. Beim Lesen bzw. beim Arbeiten auf dem iPad Pro hingegen spielt sie ihr ganzes Potenzial aus.

True Tone wurde zwar schon beim iPad Pro 9,7″ eingeführt, ist aber trotzdem beeindruckend. Ganz neu hingegen ist dagegen das 120 Hz ProMotion-Feature. Damit ist die Bildwiederholungsrate gemeint. Wo der Vorgänger bei statischen 60Hz blieb, kann das neue iPad Pro 10,5″ hingegen die Bildwiederholungsrate dem Bildinhalt dynamisch von 24Hz bis 120Hz anpassen. Gerade bei Videowiedergabe wird so der Akku geschont (Videos haben in der Regel nur eine Framerate von 24 Bilder pro Sekunde) andererseits kann dadurch die Geschmeidigkeit beim Scrollen von Webinhalten massiv gesteigert werden. Da ruckelt absolut nichts mehr und das Surfen von Webseiten ist einfach mega fluffig.

Einschränkend muss ich dazu sagen, dass mich die niedrige Hz-Zahl des Displays bei meinem iPad Air 2 oder dem iPad Pro 9,7″ nicht wirklich stört. Trotzdem schön, dass der Innovationsgeist früherer Tage hier wieder bei Apple etwas durchblitzt.

Auch die Farbdarstellung weiß durch das HDR 10 zu gefallen. Gerade bei Videos, Filmen von iTunes oder Netflix weiß das Feature zu begeistern. Aber auch im übrigen Alltag ist die Farbdarstellung einfach genau auf den Punkt. Das ist aber auch Voraussetzung um dem Namenszusatz „Pro“ Rechnung zu tragen. Gerade bei Foto- und Videobearbeitung ist eine möglichst exakte Farbdarstellung einfach eine Grundvoraussetzung. Dabei kann ich bestätigen, dass alle wichtigen Apps, angefangen von Snapseed über Pixelmator (Pro) bis hin zu Affinity Photo, hervorragend auf das Display angepasst wurden und die Ergebnisse durch den neuen Farbraum P3 eine unglaubliche breite Farbdarstellung aufweisen. Zusätzlich sorgt die immens hohe Helligkeit von 600 cd/m2 für eine wirklich gute Ablesbarkeit, selbst unter strahlendem Sonnenschein. Nicht zuletzt deshalb hat das iPad Pro nun im Jahr 2018 zurecht die Auszeichnung „Display of the Year“ bekommen.

Passend dazu kommt gelegentlich auch der Apple Pencil zum Einsatz. Dieser muss zu einem Preis von 99,00€ (zum Beginn des Reviews lag der Preis dafür noch bei 109,00€) separat erworben werden ist aber alleine für sich gesehen sein Geld wert (ich nehme dazu später noch einmal Stellung). Das Schreiben, Skizzieren und Malen fühlt sich nach kurzer Eingewöhnungszeit durch die ausgezeichnete Balance sehr gut an. Bewegungen werden mit einer hohen Präzision erkannt und nahezu direkt umgesetzt wobei der minimale Versatz beim Schreiben/Zeichnen durch die Erhöhung der Bildwiederholungsrate des Display von 60Hz auf 120Hz kompensiert wurde. Trotz der guten Performance kann der Apple Pencil in Kombination mit dem iPad Pro nicht für Jeden das klassiche Blatt Papier mit einem Stift ersetzen. Das liegt daran, das die Oberfläche eines Blatt Papiers niemals ganz glatt ist sondern eine leichte Reibung erzeugt. Durch die lebenslange Gewöhnung ist das bei uns beim Zeichnen und Schreiben so dermaßen ins Blut übergegangen dass wir den Unterschied nur im direkten Vergleich bemerken. Da das für Jeden individuell ist kann man hier nicht von einem grundlegenden Pro oder Contra werten. Es gibt aber einige Cartoon-Künstler, speziell in den USA, die genau wegen diesem Umstand das iPad Pro nicht zum Zeichnen benutzen und bei einem Zeichentablet von Wacom bleiben…

Durch die Handballenerkennung werden auch grundsätzlich nur die Eingaben durch den Apple Pencil zugelassen. Es ist zudem immer wieder überraschend wie die verschiedenen Neigungswinkel erkannt und umgesetzt werden. Die Akkulaufzeit könnte allerdings für mein Empfinden besser sein.

IMG_1017.JPG

Dabei halten die austauschbaren Spitzen wirklich lange; ich musste meine bisher noch nicht austauschen. Insgesamt weiß auch die Verarbeitungsqualität des Apple Pencil zu gefallen. Die Liebe zum Detail wird dadurch ausgedrückt; dass das eingeprägte Logo auf der Kappe am oberen Ende immer dafür sorgt, dass der Stift immer mit dem ablesbaren Logo auf dem Tisch rollt. Die Akkulaufzeit ist leider recht schwankend auch und gerade im Standby-Betrieb. Zwar kann der Pencil direkt selbst am Lightning-Anschluss des iPads aufgeladen werden (5 Minuten Aufladen sollen für 30 Minuten Arbeiten ausreichen) allerdings steht der Pencil in einem 90° Winkel vom iPad ab; ich möchte mir nicht ausmalen was passiert, wenn der Stift irgendwo hängen bleibt oder noch schlimmer, das iPad fällt mit dem angeschlossenen Stift herunter…

Nervig ist allerdings, dass mit dem Apple Pencil nicht ohne Weiteres gescrollt werden kann. Das führt immer wieder gerade bei PDF´s zu ungewollten Beschriftungen, obwohl das Symbol für die Bearbeitung mit dem Apple Pencil nicht angeklickt wurde!

Verantwortlich für diese Leistung neben dem implementierten Mainboard des Apple Pencil ist der A10X Fusion im iPad Pro 10,5, welcher gewissermaßen das Herz darstellt. Die grundlegende Unterscheidung zwischen dem A10 Fusion und dem A10X Fusion sind die zwei zusätzlichen Rechenkerne. Wo das iPhone 7 Plus seinerzeit mit einer zweifachen Dual-Core CPU auskommen musste, gedieh Apple dem A10X Fusion im iPad Pro 10,5″ zwei weitere Rechenkerne an. Somit reden wir hier von einer Hexacore-CPU. Die Verteilung ist etwas abgewandelt worden; wir haben nun 3 High-Performance CPU`s und 3 High-Efficiency CPU´s die bei einer gleichen Taktrate von 2,3 Ghz aufweisen und im optimierten 10nm Verfahren gefertigt wird. Flankiert wird das Ganze von einer PowerVR GPU mit 12 Kernen. Fairerweise muss erwähnt werden, dass dem iPad Pro 10,5″ im Vergleich zum iPhone 7 Plus 4GB RAM statt 3GB RAM zur Verfügung stehen.

Um es kurz zu machen, das Ding hackt alles kurz und klein. Es gibt keine; ich betone KEINE, einzige Anwendung da draußen, die in der Lage ist den A10X Fusion auch nur annähernd ernsthaft in die Knie zu zwingen. Selbst der rechenintensivste Benchmark entlockt dem Gerät nur ein ziemlich müdes Lächeln. Die Hitzeentwicklung dabei ist auf einem absolut verträglichen Niveau. Das Gerät wird zwar warm aber niemals so unangenehm, dass das iPad aus der Hand gelegt werden muss. Um es mal in Zahlen auszudrücken; gegenüber dem Vorgänger hat man einen Leistungszuwachs von fast 50% erzielen können und selbst das war schon nicht gerade schwach motorisiert!

Das Teil ist eine pure Performance-Maschine und giert geradezu nach immer leistungsintensiveren Apps, ähnlich wie Muhammed Ali die Schläge seines Gegners nahezu herausforderte. Nicht eine Anwendung konnte das iPad Pro 10,5″ in die Knie zwingen!

AutoCad, Affinity Photo oder iMovie oder AR-Anwendungen laufen zu jederzeit butterweich und absolut flüssig. Obwohl der A10X Fusion nun knapp ein Jahr alt ist, wird er sich auch definitiv nicht vor dem neuen Snapdragon 845 verstecken müssen. Erstaunlichweise leidet dabei keineswegs die Akkulaufzeit. Die angegebenen Werte sind absolut erreichbar und somit alltagstauglich bis auf eine kleine Einschränkung. Das W-Lan Modul nebst dem LTE-Modem benötigen immer optimalen Empfang und die volle Leistung der Verbindung. Hat man nur drei Balken oder weniger, welche Verbindung spielt dabei keine Rolle, geht die Akkulaufzeit radikal in die Knie. Da ich diesen Fehler auch beim iPhone X beobachte schließe ich einen Hardwarefehler aus. Vielmehr scheint da im Bereich der Software etwas im Argen zu liegen…

Zuhause kann ich das iPad ohne Probleme für drei, vier Tage liegen lassen und habe trotzdem noch Saft. Auf der Arbeit hingegen, wo die Anbindung an das W-Lan extrem schlecht ist und durch den abschirmenden Bau des Gebäudes mobiles Internet de facto gar nicht möglich ist (ein Balken Edge) verliert das iPad bis zu 40% seiner Akkukapazität. Das muss Apple ganz dringend in den Griff bekommen zumal das auch beim iPhone X reproduzierbar ist. Da ist die Software einfach schlicht und ergreifend schlecht programmiert worden.

Software ist auch ein gutes Stichwort für die kommenden Zeilen. Apple hat ja mit dem iPad (Pro) schon mehrfach die Post-PC Ära ausgerufen. Stagnierende bzw. sinkende iPad-Verkäufe drückten allerdings das Gegenteil aus. Für viele Nutzer war das iPad eher eine Ergänzung als Hauptgerät. Ideal um abends auf dem Sofa nochmal im Netz zu surfen, Emails abzurufen oder im Urlaub zu netflixen und Bilder anzuschauen. Also nahm Cupertino noch einmal richtig Geld in die Hand und investierte massiv in die iPad-Sparte was sich auf Seiten der Hardware, wie oben beschrieben, durchaus gelohnt hat. Nur hat man dabei irgendwie die Software vergessen; allerdings nicht nur beim iPad sondern über alle Geräte hinweg, soviel sei vermerkt. Auf der letzten WWDC im Jahr 2017 erkannte man nun auch bei Apple das Problem und adressierte richtigerweise iOS als Baustelle.

Längst notwendige Schritte wie ein Dock, Drag& Drop von App zu App usw. wurden mit iOS 11 eingeführt. Am Nachhaltigsten dürfte sich dabei der Dateifinder erwiesen haben.

Wer mehr über die Neuerungen von iOS 11 erfahren möchte, klickt hier einfach auf den Artikel zu iOS 11 >> Alles neu in iOS 11?

Doch wie so oft hat sich Cupertino der Sache irgendwie doch nur halbherzig angenommen. Der neue Dateifinder ist ein gutes Beispiel dafür. Ich kann zwar nun an einer zentralen Stelle meine iCloud, Dropbox, Google Drive und Co durchsuchen; habe jedoch nur in der App „Dateien“ darauf Zugriff. Aus den Apps heraus muss ich immer den Umweg über das „Teilen“-Menü gehen.

IMG_0129.JPG

Es ist zwar ein Fortschritt gegenüber früheren iOS Versionen, so ein richtiger Workflow wie am Mac kommt allerdings nicht dabei auf. Dabei ist es bezeichnend, dass selbst produktive Apps von Apple selbst wie iMovie weit hinter den Möglichkeiten ihres Desktop-Pendants zurückbleiben. Filme können am iPad zwar geschnitten werden, es lassen sich Filter darüber legen aber so etwas Simples wie eine Auto-Verbesserung gibt es bei der iOS-Version von iMovie schlicht und ergreifend nicht! Von der Möglichkeit, Hintergrundgeräusche zu reduzieren oder eine Bildstabilisierung berechnen zu lassen, ganz zu schweigen. Ich meine, ich bin jetzt nicht der Experte für Video-Schnitt aber wenn sowas mich schon stört, wie müssen sich dann die Profis da draußen fühlen?!

Ich meine, ich kann doch das Gerät nicht als Ersatz für einen Computer deklarieren, wenn die dafür verfügbare Software so dermaßen zurückgeblieben ist?

Leider taucht dieser Widerspruch immer wieder auf und selbst Drittanbieter verschonen mich davon nicht. Zum Bloggen benutze ich WordPress als Plattform. Einerseits aus Bequemlichkeitsgründen andererseits auch aus rechtlichen Gründen. Aber darum soll es nicht gehen. Angenehm ist es, dass WordPress als natives Programm für den Mac und als iOS App für das iPhone/iPad gibt. Ich kann jederzeit das iPad auspacken, schreiben und loslegen; aber der Komfort beim Layouten ist unter iOS so unsäglich unkomfortabel. Das Setzen eines Hyperlinks (Verlinkung; ihr klickt auf ein Wort oder eine Phrase und es öffnet sich der entsprechende Link) ist unter iOS so umständlich. Wo ich unter macOS das Wort/die Phrase einfach markiere, cmd + k klicke und sich dann ein Menüfenster öffnet wo ich direkt auch ältere Artikel durch simples Anklicken, mittels Scrollen oder durch eine Eingabe im Suchfenster als Hyperlink setzen kann geht die iOS App einen völlig anderen Weg.

Unter iOS lässt sich zwar ebenfalls das Wort markieren und ein Menüfenster öffnen; allerdings kann ich da nur ein Link hineinkopieren. Eine Liste, wo ich in meinen bisher veröffentlichten Artikeln scrollen kann, suche ich vergebens.

fullsizeoutput_8a9.jpeg

Ich muss also den Broswer öffnen, meinen Blog aufrufen, auf der Webseite die Suchfunktion bemühen (was dank der Bildinhalte je nach Internetverbindung schon mal einen kleinen Augenblick dauern kann und zudem unterwegs fleißig mein mobiles Datenvolumen belastet), denn Link anschließend kopieren und erst dann kann ich den Link einfügen und als Hyperlink im Artikel setzen. Immerhin werden bereits zuvor kopierte Links in der Zwischenablage beim Aufrufen dieses Pop-Up Menüs in der iOS-App automatisch eingepflegt.

Das ich ja im Splitscreen arbeiten könnte ist nur ein schwacher Trost. Zwei geöffnete Webseiten auf einem 10,5″ Display sind nun auch nicht gerade die Offenbarung…

„WTF, Tim Cook. Das kannst Du doch nicht ernst meinen!!“

Und das zieht sich konstant durch wie ein roter Faden. Viele Apps reichen vom Umfang her immer noch nicht an ihr Desktop-Pendant heran, was wirklich schade und ein Grund dafür ist, dass die Leute nach wie vor trotz aller Anstrengungen im Marketing zu einem klassischen Computer greifen. Dabei ist das Arbeiten am iPad Pro unter iOS 11 im Multitasking durchaus komfortobal. Ein Bild zu schießen, es zu beschriften und in eine Notiz ablegen funktioniert ausgesprochen gut. Dabei hilft das Dock natürlich enorm.

Zusätzlich habe ich mir das Apple Smart Keyboard Cover geholt. Das ist eigentlich eine ganze Enttäuschung. Denn es hat lediglich den Dock-Connector, eine Velour-Beschichtung auf der Innenseite, bietet eigentlich nur einen Aufstellwinkel zum vernünftigen Arbeiten und das war es dann auch schon. Keine Sondertasten, keine Tastaturbeleuchtung, nichts.

Das Tippen darauf ist arg ungewohnt und führt bei mir schnell zu einem Ermüden meiner Finger durch den undefinierten Druckpunkt. Der ist nicht weich oder so aber mir gefällt eine richtige Tastatur am Mac bzw. dessen Haptik und Feedback deutlich besser. Trotz all dieser Kritikpunkte ist das Smart Keyboard Cover die beste Tastatur für das iPad Pro auf dem Markt. Denn sie ist vergleichsweise schlank und trägt nicht zu stark auf.

IMG_1019.jpg

Das liegt daran, dass das Smart Keyboard-Cover ausschließlich für die Front gedacht ist. Einen Schutz für die Rückseite gibt es nicht, auch kein separates Back-Cover wie es noch beim iPad Pro 9,7″ der Fall war. Nahezu alle Anbieter von Third-Party Lösungen haben zwar Tastaturen mit einem Schutz für die Rückseite im Angebot; tragen aber ungemein auf und sind leider nicht wirklich wertig verarbeitet. Daher hat mein iPad Pro eine Carbon-Folie von dbrand für die Rückseite spendiert bekommen.

IMG_1020.jpg

Die gleiche Folie habe ich schon für mein iPhone X und hier gibt es dazu sogar einen kleinen Beitrag dazu >> „Mal was Neues ausprobieren“

Die Linse der rückwärtigen Kamera wird leider nicht geschützt, was ich als echtes Manko empfinde. Wenn das iPad also plan auf dem Tisch liegt, können Krümmel, Stuabkörner etc. über die Nutzungsdauer doch zu Kratzern auf der Linse führen. Ich sprach es ja schon an; diese kleinen Ärgernisse bzw. nicht zu Ende gedachten Lösungen ziehen sich wie ein roter Faden durch das iPad Pro 10,5″..

Die Kamera nämlich ist für Tablet-Verhältnisse das absolute Nonplusultra. Kein Wunder; setzte man doch auf die gleiche Kamera wie im iPhone 7 (und iPhone 7 Plus, da es sich hierbei um die sogenannte Weitwinkellinse handelt). Wir reden also von einem Sony-Exmor-RS-Sensor bei einer Auflösung von 12 MP mit Phasenvergleichs-Autofokus (PDAF) kombiniert mit einer Weitwinkellinse mit 28 mm Brennweite und einer Blende von f/1,8. Außerdem kommen Full-HD Aufnahmen mit 30, 60 oder 120 Bilder pro Sekunde und selbst 4k-Aufnahmen beherrscht das iPad; wenn auch nur mit 30 fps. Sehr schön ist allerdings, dass Apple dem iPad Pro einen optischen Bildstabilisator spendiert hat; was angesichts der Größe und dem natürlichen Tremor eines jeden Nutzers der Bildqualität zu Gute kommt.

Um die Linse der Kamera so gut es geht zu schützen, habe ich mich zusätzlich für das braune Leder-Sleeve von Apple entschieden welches außerdem ein Einschubfach für den Apple Pencil anbietet. Schließlich möchte ich den Pencil sicher verstaut wissen, wenn ich nur das iPad mitnehme.

Und genau hier kommt wieder die Schlampigkeit bzw. die Inkonsistenz zum Tragen. Ich bin auf zusätzliches Zubehör angewiesen, damit ich den Pencil überhaupt unterwegs dabei haben kann was furchtbar frustriert und dazu auch noch teuer ist. Persönlich hätte ich mir da schon eine magnetische Funktion gewünscht, so wie sie Microsoft im Surface und dem dazugehörigen Stift umsetzt. Dabei fällt mir auch auf, dass Apple sich in der eigentlichen Funktion des Pencil, nämlich dem Schreiben, Schraffieren, Zeichnen und Anmerken wahnsinnig viel Mühe gegeben hat aber den Blick für die komfortablen Details verloren hat. Mir ist das schon so oft passiert, dass ich beim Radieren den Stift einfach umdrehte und auf dem Display hantierte. Nein, man muss diese Funktion erst manuell antippen um sie anschließend nutzen zu können. Auch hier ist Microsoft deutlich komfortabler… Man kann zwar meinen, dass es nicht so ein großes Ding ist; ich muss aber trotzdem in meiner Bewegung/in meinem Arbeitsschritt innehalten, die gewünschte Funktion auswählen und kann erst danach meinen Arbeitsschritt fortsetzen. Das nervt und irritiert dann doch gerade im Bezug auf die sonst wirklich großartigen Möglichkeiten des Pencils

Als Entertainment-Maschine weiß das iPad Pro 10,5″ allerdings auf ganzer Linie zu überzeugen. Das Konsumieren von Netflixinhalten macht gerade durch das hervorragende Display durch die Unterstützung von HDR10 UND Dolby Vision einfach Spass und ist ein absoluter Augenschmaus. Überrascht wurde ich aber von der unglaublich kraftvollen und trotzdem präzisen Audio-Ausgabe der Quad-Lautsprecher. Solch ein Volumen habe ich dem iPad Pro 10,5″ nicht zugetraut. Gerade die Bässe vermögen mit einer gewissen Dynamik zu überzeugen ohne zu sehr zu verzerren. Das und die gute Abstimmung von Mitten und Höhen ermöglichen eine vergleichsweise hohe Lautstärke bei Wiedergabe von Musik und Filmen. Wenn ich mit meiner Frau im Park bin, das iPad dabei habe, muss ich deshalb keinen zusätzlichen Bluetooth-Lautsprecher mitnehmen.

Fazit

Dieses Review hat für mich ungewöhnlich lange gedauert; einfach weil es mir so schwer fiel, das iPad Pro zu bewerten. Wenn es mir einfach machen will, würde ich sagen dass das iPad Pro weder Fisch noch Fleisch ist.

Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Unbestritten ist die Hardware. Die Leistung des iPad Pro 10,5″ sucht seinesgleichen, auch 12 Monate nach seinem Erscheinen. Die Kombination aus dem A10X Fusion, den 4 GB RAM und dem 120 Hz-Display ist eigentlich so dermaßen überzüchtet dass einem die Worte fehlen. Zumal mit iOS 12 nochmal einiges an Geschwindigkeit dazukommen dürfte. Auch die Qualität der Quad-Lautsprecher ist beeindruckend, wenn man sich einmal das extrem schlanke Gehäuse vor Augen führt.

Doch wie so oft ist nicht die Hardware entscheidend sondern die Software gibt den Ausschlag. Und genau hier bin ich wahnsinnig enttäuscht worden. Versteht mich nicht falsch, iOS 11 mit dem Drag&Drop, das Dock und der neue Dateifinder sind definitiv die richtigen Schritte in die richtige Richtung; und doch wurde ich nicht überzeugt. Durch so viele Kleinigkeiten im Bereich von Apps, deren Umfang unter iOS immer noch deutlich unter ihren Desktop-Pendants liegt, als auch von iOS selbst wurde ich immer wieder ausgebremst. Vereinfacht lässt sich sagen, dass iOS 11 und die Güte der Apps einfach immer noch der Flaschenhals für das iPad Pro 10,5″ sind.

Das ist für meine Begriffe schon verwunderlich, denn Apple hat, um den sinkenden Abverkaufzahlen des iPad entgegenzuwirken, unheimlich viele Ressourcen und Geld in der Entwicklung des iPad Pro 10,5″ in die Hand genommen. Dabei wirkt es so als hätte man sich nur auf die Hardware konzentriert und die Software außer Acht gelassen.

Die beeindruckende Hardware-Leistung lässt Apple sich nach wie vor exorbitant gut bezahlen. Das günstige iPad Pro 10,5″ mit 64GB Speicher ohne Cellular schlägt mit immerhin 729,00€ zu Buche. Doch um alle Vorteile des iPad Pro ausnutzen zu können, gehören der Apple Pencil f. 99,00€, das Smart-Keyboard Cover f. 179,00€ sowie ein Apple Care+ f. 99,00€ aufgrund des immens hohen Reparaturpreises von knapp 600,00€ zwingend dazu. Außerdem ist das iPad Pro ein mobiles Gerät mit dem man überall arbeiten kann weshalb man also auch immer die Cellular-Variante nehmen sollte.

Spätestens hier wird man aber heftig schlucken müssen; zahlt man dafür doch schlanke 160,00€ Aufpreis. Damit kommen wir in der Basisausstattung des iPad Pro mit allen, in meinen Augen wichtigen Zusatzartikeln, auf einen Gesamtpreis von 1266,00€. Und wir reden hier wohlgemerkt über ein iPad mit all seinen Kompromissen…..

Wenn man, wie ich, die Variante mit 256GB nimmt (man kann den Speicher wie üblich nachträglich nicht mehr erweitern) kommt man auf einen Preis von 1436,00€. Das ist dann auch ein Preis für Profis. Lege ich nun die Maßstäbe zugrunde, mit denen sich Apple misst und mit anderen vergleicht, ist das iPad Pro leider völlig überteuert. Ich meine, für 13,00€ mehr bekommt man das aktuelle 12″ MacBook; welches ähnlich kompakt und leicht ist (bezieht sich auf das iPad Pro mit angeschlossenem Smart Keyboard-Cover) aber mit einem vollwertigen Betriebssystem kommt und dadurch nochmal um Einiges flexibler ist und im Bereich der Third-Party Software deutlich umfangreichere Qualität anbietet.

Auch Apple hat das in der Zwischenzeit erkannt und stattet das neue iPad 2018 mit der Funktionalität des Apple Pencil aus. Natürlich kann man beide iPad Modelle nicht direkt miteinander vergleichen, dafür unterscheidet sich die übrige Hardware im Bezug auf Display, RAM, Kamera usw. dann doch zu stark. Was aber beim Kunden hängen bleibt, ist dieser immense Preis bzw. der gewaltige Preisunterschied zwischen den beiden Modellen.

Die Frage ist dabei jedoch, wer überhaupt die Unterschiede in der Rechenleistung und dem Display bemerkt? Und wer ist dann bereit, denn dafür immensen Aufpreis zu zahlen?

Persönlich mag ich mein iPad Pro wirklich gerne; es ist ein tolles Produkt mit einer wahnwitzigen Performance, hervorragender Verarbeitung und einem genialen Display.

Doch im Nachhinein muss ich sagen, dass der Preis auch in Anbetracht meiner Nutzung sowie den Nutzungsszenarien nicht angemessen ist und ich es mir wohl nicht noch einmal kaufen würde. Im Grunde schaue ich überwiegend Netflix, mache Skizzen im Verkaufsgespräch bei Beratungen von HiFi-Systemen und surfe damit im Netz. Zu mehr fehlt mir auch aufgrund diverser Einschränkungen in Apps und iOS einfach die Lust. Vielleicht kommt mit iOS 13 (ich habe bewusst iOS 13 geschrieben; iOS 12 ist eher 2.0 Version von iOS 11 da es überwiegend um Leistung und Stabilität geht) da noch nochmal ein Schub; allerdings ist dann das iPad Pro 10,5″ mehr als 2,5 Jahre auf dem Markt.

Für mich ist aus diesen Gründen das iPad Pro 10,5″ mitnichten ein Ersatz für einen vollwertigen Computer, auch wenn Apple das etwas anders sehen will. Zuviele Einschränkungen in der Software, die Qualität und der Funktionsumfang der Apps sowie die Preisgestaltung sprechen für mich ganz klar gegen diesen Anspruch und das Marketing.

Daher ist es schwer, eine Empfehlung dazu abzugeben. Wer sich keine Gedanken um Geld machen muss bekommt mit dem iPad Pro 10,5″ das nach wie vor beste Tablet auf dem Markt mit dem sich in bisher nie dagewesener Qualität Netflix, das Internet usw. genießen lässt. Zudem hat man Zukunftssicherheit durch den Dock-Connector und die Unterstützung des Apple Pencil. Zudem profitiert man beim Schreiben von den 0,8″ mehr an Displaydiagonale denn die Tastatur, sowohl die On-Screen Tastatur als auch das Smart Keyboard Cover sind damit gemeint, sind nun weniger gedrungen und gerade die Sondertasten Ö, Ä und Ü lassen sich mit besser erreichen.

Wer allerdings nur ein aktuelles iPad haben möchte mit dem man im Internet surfen kann und den Apple Penicl nur als nettes Gimmick betrachtet sollte das iPad 2018 in betracht ziehen. Der deutlich günstigere Preis in Kombination mit ausreichend schneller Hardware durch den A10 und der Funktionalität für den Apple Pencil lassen das iPad Pro 10,5″ (leider“ für viele unattraktiv werden.

Das war es von meiner Seite diesbezüglich. Wie seht ihr das iPad Pro 10,5″? Habt Ihr vielleicht selbst eins und wenn ja, wie zufrieden seit Ihr damit? Hinterlasst mir doch einfach ein Feedback dazu.

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem Appletechnikblog, Euer Patrick

P.S. Hat Dir dieser Artikel gefallen? Dann unterstütze mich doch einfach via Paypal

Werbeanzeigen

3 Kommentare zu „Das iPad Pro 10,5″ – Anspruch und Wirklichkeit

Gib deinen ab

  1. Ich bin da bei einem ähnlichen Fazit gelandet wie Du, allerdings ohne Hinblick auf das 2018er-iPad. Das 10,5″ ist ein feines Gerät, aber selbst jetzt mit iOS 12 ist es noch „kastriert“ und das ärgert mich jedes Mal. Welches Potential hätte ein iPad mit einem MacOS mit angepasster GUI? So gut iOS auf dem iPhone ist – auf dem iPad kommt es an seine Grenzen…

    1. Hallo Christian,

      zunächst einmal vielen Dank für dein Feedback. Persönlich mag ich mein iPad Pro gerne und es macht Spass damit zu arbeiten, vor allem bei „meiner“ Fotobearbeitung ist es enorm hilfreich. Das iPad 2018 (also die 9,7″ Größe) ist ja gerade vom Aufbau des Display in keinster Weise mit dem iPad Pro 10,5″ vergleichbar. Doch nur wenige Kunden wissen diesen durchaus gravierenden Unterschied entsprechend einzuschätzen. Unter iOS 12 habe ich selbst noch gar nicht soviel an meinem iPad gearbeitet. Das werde ich mal nachholen 😉 Ich freue mich sehr, dass mein Review sich mit deiner Meinung deckt; ist eben eine schöne Bestätigung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Powered by WordPress.com. von Anders Noren.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: