Werbeanzeigen

Mein Review zu den AirPods im Praxistest

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog,

lange habe ich mich dagegen gewehrt und vor knapp sechs Wochen habe ich sie mir dann doch schlussendlich gekauft. Der magentafarbene Konzern aus Bonn hatte sie schließlich in einem Shop verfügbar und ich konnte so noch meinen 40,00€ Gutschein dafür verwenden; sodass es nicht ganz so doll weh tat. Ihr habt es längst bemerkt; ich rede von den AirPods. Diese waren lange zeit so schwer lieferbar, dass man dachte es handelt sich hierbei um den sagenumwobenen Ring aus der Herr der Ringe Trilogie….

Die Verpackung der AirPods ist Apple-typisch gewohnt schlicht und unaufdringlich. Auf der Front sind nur die AirPods in einer Art Relief-Aufdruck abgebildet; die Rückseite bildet das sogenannte Charging-Case ab. Auf der oberen Stirnseite noch der Schriftzug „AirPods“ und links und rechts ein silbernes Apple Logo.

Ebenfalls sehr aufgeräumt ist der Inhalt der Verpackung. Es gibt eine kurze Bedienungsanleitung, dier AirPods im Charging-Case und darunter ein Lightning-Kabel. Was direkt auffällt; ist die Hochglanz-Optik des Charging-Case. Darauf werde ich nämlich noch einmal später drauf zurück kommen…

Kommen wir nochmal kurz zum berühmt/berüchtigten ZDF (Zahlen, Daten, Fakten)

  • Bluetooth
  • spezielle Chipsteuerung durch eigens entwickelten W1-Chip
  • 4 Gramm Gewicht pro einzelnen Kopfhörer
  • 2 optische Sensoren pro Kopfhörer
  • 2 Beamforming Mikrofone
  • Bewegungsbeschleunigungssensor
  • Stimmbeschleunigungssensor
  • Laufzeit von max. 5 Stunden
  • Mithilfe des Charging Case max. 24 Stunden Laufzeit
  • 4 Gramm Gewicht pro einzelnen Kopfhörer
  • 38 Gramm Gwicht Charging Case

Die angesprochene gute Verarbeitungsqualität und das geringe Gewicht wird direkt beim ersten Auspacken ersichtlich. Einzig die extrem glatte oberfläche der AirPods gibt etwas Anlass zu Kritik, sind sie somit etwas tricky aus dem Charging Case zu entnehmen. Am Besten „verdreht“ man die AirPods etwas um sie aus dem Charging Vase entnehmen zu können.

fullsizeoutput_6d2

Apple verspricht mit den AirPods eine nahezu vollständige kabellose Zukunft die obendrein auch auch super komfortabel für Euch sein soll. Denn ein „aktiver“ Verbindungsaufbau bzw. ein aktiv durchgeführtes Koppeln soll nicht mehr notwendig sein.

In der Tat war die Erstinbetriebnahme wirklich überraschend einfach; die AirPods ausgepackt, das Charging Case neben meinem iPhone 7 Plus liegend aufgeklappt und nach ca. 10 Sekunden poppte die Animation auf dem iPhone auf (eine angeschaltete Bluetooth-Verbindung ist selbstverständlich Voraussetzung). Dabei werden die Daten aus dem iCloud-Account übertragen und somit tauchen die AirPods dann auch auf den übrigen, mit demselbem iCloud-Account verbundenen, Geräten (in meinem Fall iPad Air 2, MacBook, MacBook Pro Retina 15″ und Apple TV 4) auf. Hier versprach Apple tatsächlich nicht zuviel; andere Bluetooth-Kopfhörer haben da schon deutlich mehr Zickereien verursacht…

Es ist allerdings so, dass sich die Grafik nicht jedes Mal an meinem iPhone einblendet; bzw es eine extreme Verzögerung dabei gibt. Nur über ein akustisches Signal im Kopfhörer höre ich, dass die Verbindung erfolgreich zustande gekommen war. Das ist definitiv nicht das was Apple versprach!

Auch ist die Bluetooth-Verbindung trotz W1-Chip keinesfalls so stabil wie Apple behauptet. Es passiert schon, dass entweder einer der beiden Kopfhörer nicht angespielt werden kann bzw. kurzzeitig der Kontakt verloren geht oder aber die Musikwiedergabe Aussetzer hat. Meine Bose QC35 halten da jedenfalls deutlich stabiler und zuverlässiger die Bluetoothverbindung zu meinem iPhone 7 Plus. Ganz nett ist allerdings, dass sich die AirPods auch automatisch mit meiner Apple Watch verbinden und ich darüber sogar den Akkustand erfragen kann.

Kommen wir aber nun zu den wirklich wichtigen Dingen und das ist der Klang. Ich war, nun ja, sehr gespannt, auf die Leistungsfähigkeit der AirPods.

Wie immer nutze ich für solche Dinge meine Audio Test Playlist von Spotify; Interessierte können gerne hier reinhören >> Audio Test

Um es vorweg zu nehmen; Licht und Schatten sind bei den AirPods sehr, sehr nahe beinander. Apple produziert eine enorme Lautstärke mit den Dingern, die gefühlt mit dem Update auf iOS 11 und dem damit verbundenen Firmware-Update noch einmal zugelegt hat. Grundsätzlich bieten die Kopfhörer eine für ihre Größe erstaunliche Dynamik an. Sie können also in den Tiefen durchaus satt aufspielen. Leider geht damit ein gewisses „Verschlucken“ der Mitten und Höhen einher. Dadurch erklingt beispielsweise „Entre dos tierras“ von Heroes del Silencio seltsam dumpf; als wären die Mitten und Höhen irgendwie „verschleiert“. Sehr schön kann man das bei dem Gitarrensolo raushören. Das sehr prägnante Schlagzeug ist allerdings mit guter Bühne vorhanden. Das wiederholt sich auch bei Eminem´s „Not Afraid“, da geht die Power und Aggressivität seiner Rap-Parts nahezu vollständig unter.

Das Gezeigte reproduziert sich leider nahezu vollständig mit jedem Track auf der Playlist. Es scheint so, als hätte man das Audio-Profil der Beats-Kopfhörer direkt übertragen. Angemerkt werden muss allerdings, dass man mit verschiedenen Equalizier-Einstellungen der Spotify-App das Klangbild massiv verändern kann. Das ist aber eine regelrechte Frickelei und macht wenig Spass; auch weil dann oftmals die Höhen unangenehm scharf und spitz werden. Außerdem steht es meiner Meinung nach absolut diametral zum Bedienansatz, welcher auch von Apple massiv beworben wird: „Einfach Einsetzen und in jeder Situation tollen Klang geliefert bekommen“ ist eben nicht der Fall wenn ich ständig den EQ bemühen muss. Zusätzlich belastet ein EQ natürlich auch den Akku des iPhone und der ist unter iOS 11 eh schon nicht berauschend. Das soll allerdings keinesfalls bedeuten, dass die AirPods grausig schlecht klingen; vielmehr muss Apple sich an seinen eigenen Ansprüchen messen lassen!

Boden gut machen die AirPods allerdings mit der Siri-Steuerung respektive der „Touch-Steuerung“. Eine wirkliche Touch-Steuerung ist zwar nicht wirklich vorhanden; vielmehr muss man doppelt auf den Hörer tippen! Warum bei Auslieferung der AirPods nur das Starten von Siri mithilfe eines Doppeltipp möglich war, weiß wahrscheinlich Apple selbst nicht einmal. Unter iOS 11 wurde das Ganze etwas aufgewertet, sodass sich beispielsweise das „Wiedergabe/Pause“ via Doppeltipp auf einen Hörer legen lässt. Dazu müsst Ihr allerdings in die Einstellungen des iPhone navigieren. Von der „Multifunktionalität“ der EarPods und des integrierten RemoteMic sind wir allerdings noch gefühlte Lichtjahre entfernt. Warum ist beispielsweise kein „Dreifachtipp“ für „Zurück“ möglich, wenn das doch bei den EarPods problemlos klappt?

Trotz allem werden die Grundkommandos wie „Hey Siri, rufe XY an“ recht zuverlässig erkannt; nämlich in neun von zehn Fällen. Auch Sachen wie „Hey Siri, schalte W-Lan aus“ usw. gehen gut. Eine Qual ist es allerdings, die Lautstärke damit verändern zu wollen. Das macht nicht wirklich Spass, ist extrem frustrierend und mit einem Griff in die Hosentasche zu meinem iPhone bin ich schneller am Ziel.

Die Sprachqualität der AirPods bewegt sich auf einem guten Durchschnittsniveau. Sowohl ich als Anrufer als auch der Gegenpart hatten immer eine verhältnismäßige natürliche und deutliche Sprachqualität bzw. Audioqualität. Lediglich die Geräuschunterdrückung sollte nochmals verbessert werden, was sich gerade bei sehr windigen Verhältnissen bemerkbar macht.

Kommen wir zum zweitwichtigsten; und das ist die Akkulaufzeit sowie der Tragekomfort. Apple selbst gibt eine Laufzeit von 5 Stunden an. Diese habe ich so gut wie nie erreicht und seit dem Firmware-Update, hervorgerufen durch iOS 11, ist dieses Ziel ferner denn je. Bei einer Spielzeit von ca. 45 – 50 Minuten, zwar bei voller Lautstärke was aber auch vor dem Update der Fall war, lässt sich ein erhöhter Akkuverbrauch von knapp 10% – 15% feststellen. Klingt erstmal nicht viel; bedeutet aber in der Praxis eine Verkürzung von bis zu 45 Minuten, bei solch einer knapp bemessenen Akkulaufzeit schon eine Hausnummer. Dementsprechend ist auch die Laufzeit mit Ladecase deutlich gesunken, was sich bei mir in der Praxis mit einer häufigeren Aufladung des Cases bemerkbar macht. War es vorher ca. 1x die Woche; so sind es jetzt zwei- bis dreimal die Woche bei identischer Benutzung wohlgemerkt, wo ich das Charging Case auftanken muss. Solch eine Verschlechterung der Laufzeit ist das Gegenteil von smart!

Der Tragekomfort und der Sitz sind insgesamt als ordentlich zu beschreiben. Auch wenn ich einen dicken Kapuzenpulli trug oder mit Schal herumlief, saßen die AirPods immer recht sicher in meinen Ohren. Eine Langzeitbenutzung über mehr als drei Stunden am Stück fing leider irgendwann an unangenehm zu werden. Da machte sich so ein extrem unangenehmes Drücken bemerkbar; was sich leider schlecht beschreiben lässt. Unter dem Strich aber gehen Sitz und Tragekomfort in Ordnung.

Fazit

Kommen wir also nun so langsam zum Fazit der AirPods. Genau hier tue ich mich extrem schwer. Wie schon angeklungen finde ich die Bedienung der AirPods irgendwie etwas halbgar bzw. unfertig und nicht konsequent zu Ende gedacht. Gute Features wie beispielsweise das integrierte Aufladen der AirPoids im mitgeliefertem Charging Case werden durch die verschlechterte Akkulaufzeit leider konterkariert. Auch die nicht immer eingeblendete Grafik beim Verbinden trübt den Bedienkomfort wenngleich ein akustisches Signal eine erfolgreiche Verbindung signalisiert. Da sind für meine Begriffe viele kleine Stellschrauben die nicht sauber ineinandergreifen und das Gegenteil vom berühmten „It just works“ vermitteln.

Vielleicht passt auch nicht die von Apple bei mir geweckte Erwartungshaltung und das Produkt zueinander. Untermauert wird dies durch den für mein Empfinden maximal mittelmäßigen Klang; auch wenn mit aktiviertem EQ noch etwas rauszuholen ist.

Ein Wort noch zur Verarbeitungsqualität. Diese lässt, Apple-typisch grundsätzlich kein Grund zu Beanstandung zu.

Bis auf die Oberfläche des Charging Case. Die dort verwendete „Glossy“-Beschichtung ist eine Vollkatastrophe. Schon nach extrem kurzer Zeit hatte ich unglaublich viele Macken und Kratzer drin wodurch es einfach „stumpf“ ausschaut. Meine Freunde fragten mich, ob ich die AirPods direkt nach Erscheinen kaufte; so schlimm war das.

fullsizeoutput_6db.jpeg

Als Tipp von mir; kauft Euch ein entsprechendes Silikon-Case dafür. Das verhindert auch größtenteils das typische Verschmutzen an der oberen Klappe. Das könnt Ihr aber mit einem nebelfeuchten Q-Tipp recht komfortabel reinigen.

Ich will die AirPods keinesfalls niederschreiben; schließlich habe ich meine trotz aller Kritikpunkte immer noch. Es macht schon Spass, die Dinger einfach aus dem Case zu nehmen, sich ins Ohr zu setzen und dann entsprechend Inhalte vom iPhone anhören zu können. Auch, dass die AirPods wirklich kabellos sind, ist ein enormer Fortschritt. Hier zeigt Apple also durchaus wie die Zukunft aussehen kann. Es sind also nur die Kleinigkeiten die das Produkt trüben und dadurch nicht den recht hohen Preis rechtfertigen können. Denn es gibt andere Bluetooth-Kopfhörer im gleichen Preissegment, die im Musikbereich deutlich besser aufspielen, einen unter Umständen besseren Tragekomfort gewährleisten und auch eine Steuerung von Siri über ein integriertes Mikrofon leisten. Selbst für knapp 100,00€ finden sich zumindest für den Audiogenuss deutlich bessere Bluetoothkopfhörer. Warum ich dies schreibe ist Folgendes:

Ihr sollt Euch bewusst sein, dass Ihr mit den AirPods im Bereich Kopfhörer-Konzeption und Bedienkomfort die Zukunft kauft. Dementsprechend müsst Ihr also etwaige Kompromisse machen. Ob Einem dieser Kompromiss 179,00€ wert ist; muss Jeder für sich selbst entscheiden. Denn dafür gibt es nämlich auch nur 1 Jahr Garantie und integrierte Akkus, dessen Austausch mit knapp 100,00€ bei nachlassender Akkuleistung zu Buche schlägt

An dieser Stelle sei nochmal angemerkt, dass die Telekom die AirPods nun auch in den lokalen T-Shops anbietet und sich somit eventuelle Gutscheine auf den Preis anrechnen lassen. Beim mir hat das genau so funktioniert und ich konnte die AirPods somit für 139,00€. Mehr sind sie meiner Meinung nach auch nicht wert. Wollt Ihr also welche haben, schaut Euch nach Angeboten um bzw. überprüft ob sich etwaige Gutscheine für den Kauf anrechnen lassen.

Wie beurteilt Ihr die AirPods? Habt Ihr selbst welche gekauft? Euer Feedback ist wie immer in den unten folgenden Kommentaren erwünscht.

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, euer Patrick

P.S. Hat Dir dieser Artikel gefallen? Dann unterstütze mich doch einfach via Paypal

Werbeanzeigen

4 Kommentare zu „Mein Review zu den AirPods im Praxistest

Gib deinen ab

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Powered by WordPress.com. von Anders Noren.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: