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Der Bose SoundTouch 10 – Die eierlegende Wollmilchsau unter den Streaming-Lautsprechern?

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog,

Update 2:

Darauf haben Fans der SoundTouch Produktfamilie von Bose lange gewartet. Seit gestern ist nun der offizielle Bose Alexa Skill für die Sprachsteuerung verfügbar. Damit lässt sich analog zu Sonos alle vorhandenen SoundTouch-Lautsprecher in den einzelnen Räumen ansprechen und steuern.

Zusätzlich lassen sich neben dem Start der Musikwiedergabe auch Klangeinstellungen via Sprache steuern.

Als Sprachbeispiele führt Bose folgende Beispiele an: „Alexa, erhöhe die Lautstärke im Wohnzimmer“, „Alexa, überspring den Titel im Esszimmer“ und „Alexa, halte die Musik im Schlafzimmer an“.

Der Skill kann ab sofort über die Amazon Alexa App heruntergeladen und installiert werden. Es muss aber zwingend eine Kontoverknüpfung per Hand durchgeführt werden; der Skill führt Euch da allerdings easy durch. Im Gegensatz zu Sonos ist nur ein einmaliges Anmelden notwendig

Update 1: 

Bose hat mit dem Update seiner App Ende September/Anfang Oktober 2017 das Layout seiner App durchaus noch einmal grundlegend geändert und durch das anhängende Firmware-Update einige interessante Funktionen nachgerüstet.

Am Wichtigsten ist dabei die Aufwertung des Aux-Eingangs zu nennen. Nun könnt Ihr eine Quelle via AUX Anschließen und sie nun über Multi-Rooming auf andere Lautsprecher in anderen Räumen verteilen (aktuell noch in der Betaphase). Bose weist hier explizit auf die Nutzung des 5 GHz Frequenzband im W-Lan hin. Der Clou dabei ist, dass Ihr in der App nämlich „Master“ und „Slave“ bestimmen könnt. Das bedeutet, dass Ihr die „Slaves“ in den anderen Räumen synchron abspielen lassen könnt; jedoch 3 Sek. zeitversetzt vom „Master“

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Wie eingangs erwähnt, ist das UI der App nochmals verbessert worden. Zum Einen ist nun der Betriebsmodi besser zu erkennen (also ob Ihr nun Bluetooth, Aux oder SoundTouch benutzt), zum Anderen ist nun der Zusammenschluss der übrigen Lautsprecher in Gruppen besser verfügbar.

Außerdem ist die Sektion „Just for You“ neu. Streng genommen wurde damit das „Zuletzt wiedergegeben ersetzt; allerdings um zwei neue Möglichkeiten noch ergänzt. Neben dem „Zuletzt wiedergegeben“ ist nun auch „Ihre beliebtesten Titel“ und „Beliebt bei Bose“ verfügbar.

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Gerade das „Beliebt bei Bose“ ist interessant; werden hier doch die beliebtesten Radiostationen, Playlist, Albums aller SoundTouch Nutzer eines Landes zusammengefasst. Wenn Ihr die Kategorien antippt, werden Euch weitere Unterkategorien angezeigt.

Zudem wird ein neues Entwickler-Portal namens „Works with Bose“ zum Ende des Jahres gelauncht; mit dessen Hilfe spezielle Entwicklerwerkzeuge an die Partner verteilt werden soll um das Bestmögliche aus den SoundTouch Produkten herauszuholen.

wer mich schon etwas länger verfolgt; weiß ja, dass Musik für mich eine durchaus wichtige und zentrale Rolle in meinem Leben spielt. Dabei war ich auch der Suche nach einem neuen Abspielgerät. Wer den Markt aufmerksam verfolgt, kommt um das Thema Multiroom-Lautsprecher nicht herum. Nachdem ich vergangenes Jahr den neuen Play:5 2nd Generation von Sonos testete (und bis auf den Preis sehr zufrieden war) wollte ich dieses Jahr nun auch endlich privat in diesem Bereich einsteigen.

Multiroom bedeutet eigentlich nichts anderes, als dass Ihr Lautsprecher in den verschiedenen Räumen untereinander vernetzen könnt. Dadurch kann man im Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche jeweils einen Lautsprecher aufstellen, diese untereinander verbinden und somit durch die Räume wandern und immer Musik in „voller“ Lautstärke genießen. Ihr könnt aber auch verschiedene Räume zu einer Gruppe sortieren bzw. in jedem Raum etwas anderes abspielen lassen. Anbei eine schematische Darstellung dazu:

Neben dem Platzhirsch Sonos gibt es ja noch Denon, Yamaha, Harman/Kardon und eben Bose. Klanglich sind alle Marken durchaus auf einem guten Niveau, wenn auch mit markenspezifischen Schwächen versehen. Für mich haben sich aber neben dem Klang drei weitere Anforderungen ergeben.

  • Eine vernünftige App
  • Bluetoothkonnektivität
  • eine Fernbedienung

Viele werden sich jetzt an den Kopf fassen und sagen: „Wozu Bluetooth bei einem Multiroom-System?!“ Nun, Bluetooth ist nach wie vor immer noch die erste Option zur Übertragung von Musik und ist zudem vergleichsweise universell. Selbst wenn mal das Internet ausfällt oder das W-Lan störanfällig ist kann eben über Bluetooth Musik an den Lautsprecher gestreamt werden. Außerdem habe ich zwei W-Lan Netzwerke eingerichtet. Mein internes Netzwerk, an dem alle meine Geräte angebunden sind und ein Gästenetzwerk mit eingeschränkten Funktionen für Freunde. Die wollen vielleicht auch Musik auf den SoundTouch 10 bringen; ohne dass ich dann einen Zugriff auf das interne Netzwerk gewähren will. Da ist Bluetooth eben einfach universell! Last but not Least lässt sich damit auch ein Amazon Echo Dot verknüpfen. Dazu später mehr in einem separaten Blog.

Aufgrund dieser Anforderungen schied Sonos leider aus. Bei Yamaha und Denon ist die App leider recht störanfällig, was in diversen Test und Reviews auch immer wieder bemängelt wurde. Damit blieb nicht mehr viel Auswahl übrig. Also schaute ich mir die Bose SoundTouch Produktlinie an. Insgesamt bietet Bose hier drei Multiroom-Speaker an; den SoundTouch 10, den SoundTouch 20 und den SoundTouch 30. Letztendlich lag der Ausschlag aber an der Bose SoundTouch 300 respektive dem Bose LifeStyle 650. Das ist eine extrem hochwertige SoundBar, die im Gegensatz zu der Playbar/Playbase von Sonos nämlich auch die digital hochauflösenden Klangformate „Dolby Digital“ und „DTS“ sowie der „4k-passthrough“ verarbeiten kann.

Für mich sind solche Überlegungen schon durchaus wichtig; möchte ich doch zukunftssicher sein und nicht vier, fünf verschiedene Insellösungen besitzen. Nachdem das geklärt war, entschied ich mich auch aufgrund der Größe meiner aktuellen Wohnung für den kleinsten Lautsprecher aus der SoundTouch-Serie. Dies ist folgerichtig der SoundTouch 10 in weiß (Meine Frau erlaubte keinen schwarzen Lautsprecher). Die Verpackung ist recht schlicht gehalten (wobei das Verpackungsdesign nun nochmal geändert wurde).

Beim Auspacken fällt einem zunächst die Bedienungsanleitung ins Auge. Da drunter befindet sich der Lautsprecher samt Zubehör. Bose legt hier sowohl einen Netzstecker für Europa als auch interessanterweise für die USA bei. Dazu kommt noch ein Micro-USB-Kabel (für die Wartung) sowie die Fernbedienung. Eine Knopfzelle für die Stromversorgung der Fernbedienung ist ebenfalls im Lieferumfang enthalten.

Der Lautsprecher selbst ist in Weiß durchaus edel gestaltet sofern das für Kunststoff gelten kann. Die Front wird von dem hellgrauen Stoffbezug der Lautsprecher-Membrane dominiert. Dazu befindet sich eine silberne Zierleiste mit dem SoundTouch Logo. Direkt darüber befindet sich das Bose-Logo sowie vier kleine Status-LED für W-Lan, Bluetooth, AUX und die Netzwerkverbindung in der graumelierten Kunststofffront. Ein darstellendes Display ist nur den großen Brüdern SoundTouch 20 und SoundTouch 30 vorbehalten. Die Fernbedienung ist wiederum bei allen SoundTouch-Modellen inklusive

Die Aufstellung war super einfach. Den Lautsprecher am gewünschten Ort aufstellen, das Netzkabel hinten einstöpseln und in die Steckdose damit.

Die Einrichtung ist grundsätzlich nur über die jeweilige Bose SoundTouch App für iOS- oder Android-App sowie über die Desktop-Applikation für macOS oder Windows möglich. Folglich müsst Ihr dazu den jeweiligen App-Store aufsuchen bzw. für die Desktop-Applikationen die Bose Website aufsuchen. 

Die App bietet bei Erstinbetriebnahme des Lautsprechers die Einbindung entweder per W-Lan oder Ethernet an; was recht witzig ist, kommt der SoundTouch 10 ohne entsprechende Ethernet-Buchse. Die eigentliche Einbindung ins W-Lan ist vergleichsweise einfach, auch wenn es bei mir beim ersten Mal nicht direkt klappen wollte. Da ich in der Zwischenzeit aber auch andere SoundTouch Modelle eingerichtet habe und es dort beim ersten Mal klappte ist es deshalb ohne weitere Bewertung. Abschließend könnt Ihr noch einen spezifischen Namen für den Lautsprecher vergeben. Leider gibt es einen dicken Wermutstropfen; Bose zwingt Euch zur Anlegung eines Kundenkontos und somit zur Registrierung.

Sonos allerdings geht hier deutlich rigoroser vor. Um deren Produkte weiterhin nutzen zu können müsst Ihr zwingend dem Abgleich Eurer personenbezogenen Daten zustimmen. Tut Ihr das nicht, schließt Sonos Eure Produkte einfach von weiteren zukünftigen Updates aus und legt somit mittelfristig die Geräte still. Kein feiner Zug!!!

Nach der erfolgreichen Einbindung bzw. dem System-Setup fängt die eigentliche Einrichtung erst an.

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Dabei die spielen die sechs Preset-Tasten eine ganz zentrale Rolle. Dort könnt Ihr nämlich Internet Radio-Stationen, eine favorisierte Spotify-Playlist (Voraussetzung hierfür ist ein Spotify-Premium Account) oder eine Playlist von Amazon Music hinterlegen. Sogar Euer NAS-Laufwerk lässt sich so mit einbinden.

Einmal eingerichtet;  könnt Ihr den Lautsprecher ohne ein temporäres Verbinden einer Zuspiel-Quelle zum Erklingen bringen, was ein echter Bedienkomfort ist und so bei keinem anderen mir bekannten Multiroom-Sytem vorhanden ist. Das Smartphone, Tablet oder der Computer können getrost in der Tasche oder an der Lademöglichkeit bleiben. Doch Bose war das nicht genug und man spendierte noch einen Aux-Eingang (3,5mm Klinkenanschluss für beispielsweise einen alten MP3-Player) UND eine Bluetooth-Schnittstelle. Das ist alleine aus marketing-technischen Gesichtspunkten ein cleverer Schachzug.

Gerade auch auf der Arbeit erlebe ich es tagtäglich, dass potenzielle Kunden sich via Bluetooth mit einem Lautsprecher verbinden wollen. Müsste ich eine Zahl angeben, würde sie bei acht von zehn Kunden liegen. Das liegt zum Einen natürlich am Segment „Mobile Audio“ die allesamt auf Bluetooth-Konnektivität setzen und zum Anderen daran, dass Bluetooth sich nun schlicht im Massenmarkt als Verbindungsoption gesetzt hat. Zudem können oftmals viele Verbraucher sich unter Multiroom noch nichts konkretes vorstellen. Das geht sogar soweit, als dass größte Wettbewerber aufgrund seiner fehlenden Bluetooth-Konnektivität  im heimischen US-Markt sogar extra Werbung dafür lancieren musste.

Um den Bedienkomfort abzurunden gibt es on top noch eine Fernbedienung dazu, was sich ebenfalls vom Markt abhebt! Das bedeutet, dass nach erfolgreicher Ersteinrichtung sich der SoundTouch 10 ohne Zuspielquelle vollkommen autark über die Fernbedienung bedienen lässt (solange Ihr die Preset-Tasten nicht neu belegen wollt).

Wenn ich der abgespielten Musik meines ausgewähltem (und abgespeichertem) Radio-Senders überdrüssig bin, kann ich auf der Fernbedienung (natürlich geht das auch auf dem Lautsprecher selbst) mit einem Knopfdruck den nächsten gespeicherten Favoriten auswählen. Bei Sonos ist man leider immer sklavisch an die App gehalten, lediglich Vor und Zurück sowie die Lautstärke lassen sich am Speaker selbst regulieren. Will man da aber eine andere Radio-Station oder eine andere Favoriten-Playlist auswählen; muss immer zur App auf einem Spartphone, Tablet oder Computer begriffen werden.

Doch all der „Bedienkomfort“ nützt nichts, wenn die Kiste keinen guten Klang abspielt. Soviel möchte ich vorab verraten; der Klang hat mich ob seiner Größe absolut beeindruckt. Bevor wir darauf näher eingehen, möchte ich Euch kurz und vereinfacht den Aufbau und die Ausmaße des Lautsprechers zeigen. Das ist schon nicht unwichtig um die Leistung des SoundTouch 10 entsprechend zu würdigen.

Die Maße erinnern etwas an ein Pfund Mehl, bei einem Gewicht von knapp 1,3Kg und den Abmessungen von 14,1 x 8,7 x 21,2cm.

Bose verbaut hier einen sogenannten Breitband-Lautsprecher, welcher nämlich auch die auftretenden Vibrationen des Gehäuse nutzt, anstatt separater Hoch- und Mittel/Tieftöner wie andere Hersteller das tun. Das hat den Vorteil, dass nämlich noch Platz für die patentierte, hauseigene Wave-Guide Technologie verbleibt. Die sorgt mithilfe einer speziellen Schallführung im Gehäuse dafür, dass nicht für möglich gehaltene Bässe erzeugt werden!

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Cobyright by Computerbild

Gerade im direkten Unterschied zu einem Sonos Play:1 wird das sehr schön deutlich; bei steigender Lautstärke dreht der Sonos nämlich die Tieftöne zurück um ein Verzerren zu vermeiden.. Der Bose SoundTouch 10 hat da hingegen noch Reserven und somit können auch Räume von 20m² – 25m² beschallt werden. Auch ein Stereobetrieb mit zwei SoundTouch 10 ist inzwischen möglich. 

Wie immer bei solchen Reviews möchte ich darauf hinweisen, dass Klang natürlich immer subjektiv ist und mein Hörempfinden darstellt. Um dem etwas entgegen zu wirken, habe ich von den Genres her einen recht breit gefächerten „Tesparcour“ bzw. eine entsprechende Playlist angelegt.

Die Playlist besteht wie üblich aus den folgenden Titeln:

  • Phil Collins „In the Air Tonight“ 2015 Digital Remastered
  • Heroes Des Silencio „Entre dos Tierras“
  • Adele  “ Hello“
  • Linkin Park „In the End“ und „Lost in the Echo“
  • Foreigner “ Night Life“
  • Red Hot Chili Peppers „Otherside“ und „Dani California“
  • Samy Deluxe „Poesie“ und „Hände Hoch“ aus „Up2Date – Live aus der KunstWerkStadt“
  • Ante Perry „Der Urknall“
  • Eminem “ Not Afraid“ und „Monster“
  • Fort Minor “ Remember the Name“
  • Kriss Raize „Turn me on – Stereoact Radio Cut“
  • Cam Meekins „Slow Down“
  • John Miles „Music“
  • Donna Summer “ She works hard for the money“
  • Earth, Wind & Fire „Boogie Wonderland“

Ich denke, dass ich da durchaus einen großen Querschnitt und somit eigentlich alle wichtigen Sounds abgedeckt habe.

Gerade der erste Song, „In The Air Tonight“,  auf der Playlist ist durch das berühmte Drum-Solo eine Herausforderung. Doch der Song kommt sowohl in den Höhen klar daher und der Bass ist satt und klar. Jedoch hat mich das durchaus räumliche Drum-Solo mächtig beeindruckt. Man kann bei geschlossenen Augen tatsächlich hören, wie er die einzelnen Toms abspielt. Dabei wird allerdings nicht nur einzig der Bass betont, auch der Gesang von Phil Collins kommt dabei klar und deutlich ohne Verzerren zu Geltung.

Das der Lautsprecher eine, für seine Größe, entsprechende „räumliche“ Bühne abspielen kann beweist der nächste Track. Auch wenn er mittlerweile hierzulande etwas unbekannt ist, so ist gerade das Intro von „Entre Dos Tierras“ durch seine Naturgeräusche nicht ohne. Das „Heulen“ des Windes wird trotz beginnender Gitarre sauber dargestellt. Auch das mächtige Einsetzen des Schlagzeugs ist für das Windgeräusch nicht das Problem.

Adele´s „Hello“ ist jedoch die allererste Belastungsprobe für den Speaker. Sowohl der Gesang als auch das Klavier sind vergleichsweise tief und in den Tönen langanhaltend. Beim Beginn des Refrains allerdings zeigt Adele auch Ihre Qualitäten in den mittleren Tonlagen während der eigentliche Refrain trotz des Klaviers vollständig durch ihre Stimme in den hohen Tonlagen dominiert wird. Außerdem werden die hohen Töne von Adele vergleichsweise lang gehalten. Die Ingenieure von Bose liefern hier vom ersten Eindruck ein Meisterstück ab. Der Bass ist warm und druckvoll und zugleich „trocken“ gehalten während die Stimme sich voll entfalten kann.

Linkin Park hingegen ist eine vollkommen andere Hausnummer. „In the End“ punktet mit einem genialen Rap von Mike Shinoda und der wahnsinnig beeindruckenden Stimmgewalt von Chester Bennington (Leider viel zu früh von uns gegangen). Zudem ist das Piano im Hintergrund immer schön präsent während die Gitarre mit dem Schlagzeug einen permanenten Vorwärtsgang einlegt. Das Piano im Hintergrund gibt der Lautsprecher schön wieder und die Stimme Benningtons kommt gerade bei seinem Solo derart brachial rüber, dass ich immer wieder eine Gänsehaut bekomme. Lediglich die Gitarre ist bei maximaler Lautstärke etwas unsauber.

„Lost in the Echo“ wiederum lebt von seinen elektronischen Klängen, dem treibenden Drums und dem Bass. Chesters Refrain ist aufgrund seiner Shooter-Qualitäten und den damit verbundenen langen Vokalen für solch ein Lautsprecher eigentlich ziemlich undankbar. Die Urgewalt in Chesters Stimme bringt der SoundTouch 10 allerdings phänomenal rüber.

Violine und extrem pumpende Beats bestimmen Fort Minors „Remember thy Name“. Das vermag der Speaker wirklich gut abzubilden ohne aber den Flow des Raps aus den Augen zu lassen. Die Schellentamburine im letzten Drittel des Songs geht dabei allerdings keinesfalls unter.

Bass geht bei dem kleinen Lautsprecher definitiv, was „Der Urknall“ von Ante Perry beweist. Da verzehrt selbst bei maximaler Lautstärke so gut wie gar nichts. Trotzdem ist der Bass schön trocken und voluminös vorhanden.

Das Duett „The Monster“ von Eminem und Rihanna ist eine wahre Freude. Die Wut und Verzweiflung seitens Eminem wird schön sauber transportiert und der einsetzende Refrain von Rihanna rundet die Stimmung des Songs gut ab. Auch die schnellen Rap-Parts werden ohne Schwächen wiedergeben. Der treibend einsetzende Beat ab 3:34 Min verliert keinerlei Dynamik.

Einer meiner absoluten Lieblingssongs ist allerdings „Dani California“ von den Red Hot Chili Peppers, was aber an dem (Verzeihung für diesen Ausdruck) endgeilen Gitarrenriff zum Ende des Songs liegt. Das beginnt ja bekanntermaßen bei 3:47 Min. Leider sind diese Art von schrabbeligen Gitarrenriffs nichts, was der SoundTouch 10 wirklich gerne mag. Es klingt insgesamt einfach sehr eng und unsauber. Das hatte sich ja schon bei „In The End“ von Linkin Park angedeutet. Das finde ich arg schade; schmälert es doch zumindest mein Hörvergnügen durchaus. Der Song „Otherside“ ist wiederum kein Problem; was aber auch am präsenten Bass liegt. Hier wiederum wird die Gitarre einfach sauber durchgespielt.

Aber auch etwas aus der guten, alten Diskozeit darf natürlich nicht fehlen. Exemplarisch steht für mich neben der Gruppe Earth, Wind & Fire nämlich Donna Summer. Da habe ich mir den Sond „She works hard for the money“ mal angehört. Gerade der Synthie am Anfang des Songs kommt klasse rüber. Die Stimme von Donna Summer kommt klar und deutlich an; insgesamt wird einfach der Drive der Nummer klasse transportiert.

Insgesamt aber ein gelungenes Set-Up. Der Bose SoundTouch 10 kommt für meine Begriffe mit recht unterschiedlichen Genres sehr gut aus und produziert eine nicht für möglich gehaltene Lautstärke. Dazu kommen knackige Beats und ein strammer Bass, welcher so gar nicht zu den kompakten Ausmaßen des Lautsprechers passen will. Ebenso gut gefällt mir die „warme“ Klangabstimmung des Speakers. Das ist für mich sehr angenehm und erzeugt eigentlich immer ein „Ich-muss mitwippen“-Gefühl (Boogie-Effekt); wie es ein richtig guter Song auch vermag. Ein Übersteuern ist nur in Ausnahmefällen zu hören. Außerdem können zwei SoundTouch 10 auch zu einem Stereo-Paar in der App gekoppelt werden, was diesem Effekt nochmals entgegen steuert. Um zwei SoundTouch 10 zu einem Stereopaar zu kopplen; muss in der App die Einstellunge eines SoundTouch 10 bemüht werden.

Die Bedienung, lässt sich wie oben schon angerissen, auf mehreren Wegen realisieren. Zu der SoundTouch Produktfamilie gibt es die gleichnamige App im entsprechenden App-Store bzw. auch als Desktop-Applikation für macOS und Windows. Hierbei sind Licht und Schatten sehr nahe beieinander. Gut gefällt mir das helle und durchaus aufgeräumte User-Interface; welches recht übersichtlich gegliedert ist. Leider geht diese Gliederung etwas unter sobald man mehr als ein SoundTouch Produkt sein Eigen nennt. Dann wird es etwas tricky sich da einzufuchsen.

Auch die recht reduzierten Dienste stören mich nicht weiter; bin ich doch schon seit 2011 Spotify-Premium Kunde. Meiner Meinung nach bietet hier Spotify einfach das beste Gesamtpaket. Warum Apple Music nicht mit dabei ist kann ich nicht so recht nachvollziehen; ist aber auch kein Verlust da Sie nur mit max. 256 Kbit/s streamen. Die Sonos-App ist doch mittlerweile ob der Vielfalt etwas erschlagend.

Was mich aber zutiefst störte, war die Instabilität der Applikationen. Sowohl unter macOS als auch unter iOS konnte ich ganz oft auf einem zweiten Gerät mithilfe der App NICHT auf den Lautsprecher zugreifen. Dann hieß es immer, der Lautsprecher sei nicht in Reichweite; obwohl ich in meinem Netzwerk gerade darüber Musik streamte. Mittlerweile ist das doch deutlich besser geworden und tritt nur noch ganz vereinzelt auf. Zusätzlich agiert die App hin und wieder sehr träge. Das bedeutet, dass sich der angezeigte Titel in der App nicht mit dem tatsächlich wiedergegebenen Titel deckt. In meinem Workflow war es zwar nicht ganz so dramatisch, da ich überwiegend via Spotify Connect (steht nur Spotify Premiumkunden zur Verfügung) auf den Lautsprecher zugreife. Mit dieser Funktion lässt sich der Lautsprecher direkt aus der Spotify-App heraus ansteuern sowie die Lautstärke ändern. Trotzdem wollte ich diese Sache nicht unerwähnt lassen.

Außerdem ist seit Ende Juli auch endlich Amazon Music verfügbar. Somit lassen sich auch von dort Playlists auf Eure Preset-Tasten legen. Entgegen vieler Rezensionen aus dem Internet funktioniert das bei mir tadellos. Auch im Media Markt ließ sich Amazon Music problemlos auf alle drei SoundTouch Speaker auf eine der Preset-Tasten legen.

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Die Preset-Tasten lassen sich jederzeit aufrufen; es sei denn man ist im jeweiligen EInstellungsmenü des Lautsprechers. Das Verschieben der Presets auf eine andere Taste ist sehr einfach; man drückt einfach länger auf das entsprechende Icon. Die Vorgehensweise ist identisch; wenn eine neue Playlist von einem entsprechenden Musik-Dienst hinzugefügt werden soll.

Was ich in der App vermisse; ist ein Equalizer für die individuelle Abstimmung des Lautsprechers. Ihr könnt lediglich in den Einstellungen Eures jeweiligen SoundTouch den Bass „rausnehmen“. Auch sonstige Einstellungen sind doch arg rudimentär. Es lässt sich noch die Gerätebezeichnung ändern (falls Ihr euren SoundTouch in einem anderen Raum aufstellen wollt) sowie die Liste der verbundenen Bluetooth-Geräte öffnen.

Zudem finde ich es extrem schade, dass die App bei Spotify oder Amazon Music nicht das Cover des gerade abgespielten Songs im Vollbild anzeigt. Nur ein kleines Bild unten rechts am Bildschirm gibt eine Information. Das kann man zwar anklicken und dann erscheint es auch im Vollbild doch schön ist es nicht. Das wirkt, ehrlich gesagt, doch etwas arg lieblos. Ferner ist mir aufgefallen, dass bei der Benutzung des integrierten Internet-Radios weder Interpret noch Titel angezeigt werden. Dies ist nur unter TuneIn der Fall. Bei meinem SoundTouch 10 aufgrund des fehlenden Display obsolet; nur interessant für die potenziellen Käufer eines SoundTouch 20 oder SoundTouch 30.

Fairerweise muss ich sagen, dass ich die App selten nutze. Für längere Musik-Sessions steuere ich den Lautsprecher mithilfe von Spotify Connect direkt aus der Spotify heraus an. Daher fallen für mich die sporadischen Verbindungsprobleme mit der SoundTouch App nicht so ins Gewicht.

Als äußerst praktisch haben sich sowohl die Bluetooth-Funktionalität als auch die Fernbedienung erwiesen. Eure Freunde können sich supereinfach mit Eurem SoundTouch verbinden und Ihre Musik abspielen; ohne das Euer Setup durcheinander gebracht wird. Einfach länger auf die Taste mit dem Bluetooth-Symbol drücken und warten bis die entsprechende LED anfängt blau zu blinken. Abschließend im Bluetooth-Menü des Smartphones den Lautsprecher ausgesucht und auf „Verbinden“ geklickt.

Die Verbindung ist auch vergleichsweise stabil und kommt an die knapp 10m ran. Je weiter Ihr Euch allerdings entfernt, desto höher ist die Störanfälligkeit der Verbindung. Grundsätzlich solltet Ihr ob der deutlich höheren Datendurchsatzrate immer auf W-Lan und somit auf die Preset-Tasten bzw. Spotify Connect setzen. Trotzdem ist die Bluetooth-Option sehr angenehm und wird bei mir recht häufig eingesetzt! Außerdem kann der Speaker, welcher das Bluetooth-Signal empfängt, dieses auch im Multiroom an die anderen SoundTouch-Lautsprecher weitergeben. Sehr schön, Bose!

Sobald ich nicht mehr am Rechner sitze; kommt die Fernbedienung zum Einsatz. Dies ist eigentlich jeden Morgen der Fall. Die hat eine mehr als solide Haptik und ist zudem schön kompakt. Das komplette Tastenfeld besteht aus einem Silikonmaterial. Als Batterie kommt eine Knopfzelle im Einsatz, welche von Bose im Lieferumfang beigelegt wird. Die einzelnen Tasten sind aufgrund von Erhebungen recht gut ertastbar. Technisch gesehen ist es eine Infrarotfernbedienung; Ihr müsst also immer in „Sichtweite“ zu dem Speaker sein, damit sie funktioniert. Zudem ist die Tastenbelegung mit dem Tastenfeld auf dem SoundTouch 10 nahezu identisch. Darüber kann alles Wesentliche gesteuert werden. Angenehm ist die Like-Funktion auf der Fernbedienung. Tasten für „Vor“, „Zurück“ und ein „Play/Pause“ finden sich auch auf der Fernbedienung. Damit lassen sich aus einer Spotify-Playlist Titel favorisieren, welche in Spotify zu einer entsprechenden Playlist zusammengefügt werden. Lediglich Spotify Connect kann durch die Fernbedienung nicht gestartet werden und die Presets lassen sich damit nicht neu belegen. Trotzdem wird die Bedienung sehr angenehm gemacht und bietet mir gegenüber Sonos einen angenehmen Mehrwert.

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Damit kommen wir so langsam auch zum Ende dieses Tests. Klanglich habe ich mich recht ausführlich mit dem SoundTouch10 beschäftigt. Dieser gefällt mir außerordentlich gut, da dort viele Genres in einer guten Qualität wiedergegeben werden. Die Abstimmung ist ausgewogen, warm und kommt mit dem gewissen Drive daher. Die App ist für die alltägliche Bedienung recht übersichtlich; die Gruppierung der einzelnen Lautsprecher könnte grafisch noch etwas besser gelöst sein. Bluetooth stellt meiner Meinung nach einen absoluten Mehrwert da. Der Dealbreaker schlechthin ist aber die Fernbedienung. Für die Beschallung im Hintergrund muss somit kein Smartphone, Tablet oder Computer bemüht werden. Für mich eine absolute Erleichterung im Alltag. Preislich liegt der Lautsprecher bei 229,00€; der „Straßenpreis“ liegt bei ca. 189,99€. Für mich im Vergleich zu Sonos nicht nur günstiger; sondern eben auch flexibler von den Zuspielmöglichkeiten und durch die vorhandene Fernbedienung komfortabler.

Daher bekommt der Bose SoundTouch 10 von mir eine klare Kaufempfehlung. Den Bose SoundTouch 10 könnt Ihr über den nachfolgenden Link via Amazon kaufen und mich somit unterstützen >> Bose SoundTouch 10.

(ich bekomme dadurech eine kleine Provision. Somit könnt Ihr mich und meinen Blog unterstützen. Preislich ändert sich für Euch nichts!)

Was habt Ihr für ein System im Einsatz bzw. habt Ihr schon ein Multiroom-System? Seit Ihr zufrieden damit? Euer Feedback ist wie immer in den unten folgenden Kommentaren erwünscht.

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, euer Patrick

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7 Kommentare zu „Der Bose SoundTouch 10 – Die eierlegende Wollmilchsau unter den Streaming-Lautsprechern?

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    1. Echt toller Test – ich werde mir wohl auch eine Bose Soundtouch kaufen. Erwähnt werden sollte vielleicht noch folgendes: Man kann die Soundtouch auch mit einer vorhandenen Anlage kombinieren mit dem Bose Link Adapter. Aktuell gibts die Soundtouch 20 100,- billiger – da wird man schon schwach … Apple Music soll übrigens mit Airplay 2 folgen …

      1. Danke für dein Feedback. Der Wireless Adapter ist richtig, wird allerdings selten nachgefragt. Bezüglich AirPlay 2 hat Bose noch keine konkrete Aussage getroffen. Laut internen Quellen teste man das Feature; als Zu- oder Absage an AirPlay 2 sei diese Aussage nicht zu verstehen. Music hat auch eher ein anderes Problem, nämlich die Datenübertragungsrate. Diese liegt lediglich bei 256 Kbit/s, was ein klarer Qualitätsnachteil im Vergleich zu Spotify, Deezer und Co ist. Qbuz und Tidal als High-Res Dienste aussen vorgelassen

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