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Der Beats Solo3 Wireless im Test

Hallo und herzlich willkommen aus dem sonnigen Ungarn zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog,

Heute geht es mal wieder um Kopfhörer (Einige von Euch wissen ja, dass dies meine heimliche Leidenschaft ist). Speziell soll es heute einmal um den neuen Beats Solo3 Wireless gehen. Dieser Kopfhörer wurde komplett unter der Führung von Apple nach der Übernahme von Beats konzipiert. Kann Beats also den Qualitätsanspruch der Kalifornier halten; aus rein marketingtechnischer Perspektive waren sie Apple ja schon ebenbürtig.

Zunächst einmal ein großes Danke an die Firma adamSoft in Braunschweig für das Bereitstellen eines Test-Exemplares.

Der Beats Solo3 Wireless ist ein sogenannter On-Ear Kopfhörer. Das bedeutet, dass die Ohrmuschel nur auf dem Ohr aufliegt. Für weitere Erklärungen bitte einfach diesen Artikel hier anklicken >> Die unendliche Vielfalt von Kopfhörern

Als Testgerät habe ich die „Special Edition Black“  Variante bekommen. Dieses Modell besticht durch eine matte Oberfläche und sieht meiner Meinung nach am Hochwertigsten aus. Zudem fallen feine Kratzer weniger schnell auf, als bei den anderen Hochglanz-Modellen.

Die Verpackung war gewohnt hochwertig. Im Inneren befand sich neben dem Kopfhörer noch eine Tasche für den Transport, ein Klinkenkabel inklusive integrierter Remote Control sowie ein USB-auf-Micro-USB-Kabel zum Aufladen des integrierten Akkus. Warum nicht Lightning als Ladeanschluss verbaut wurde; bleibt Apple´s Geheimnis.

Der integrierte Akku kommt nun mit einer Leistung von 40h Spielzeit her. Das stellt mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Vorgänger Beats Solo2 mit da. Dieser hatte eine maximale Laufzeit von 17h. Zusätzlich ist der von Apple entwickelte W1-Chip mit dabei. Er soll zum Einen das Koppeln via Bluetooth vereinfachen (was in meinen Augen etwas sinnbefreit ist) und zum Anderen den Sound verbessern…. Außerdem ist dieser Chip besonders energiesparend. Ein Flugzeug-Adapter war leider nicht im Lieferumfang enthalten.

Die Verarbeitung war insgesamt auf einem guten Niveau. Nach wie vor kommen Kunststoff und Kunstleder zum Einsatz. Trotzdem war kein übermäßiges Knarzen zu vernehmen und auch die Gelenke hatten einen vernünftigen Druckpunkt. Allerdings sind diese für meinen Geschmack etwas suboptimal eingesetzt. Die Ohrpolster sind aus einem Kunstleder und die Nähte sind ebenfalls auf einem gutem Niveau verarbeitet. Zusätzlich hat der Bügel kleine Metall-Elemente spendiert bekommen; auf welchen der Zusatz „wireless“ prankt.

Ein Austausch der Polster, sollten die Nähte doch mal aufgehen, ist leider nicht möglich. Das ist ein ganz klarer Minuspunkt, vor allem in diesem Preissegment. Der Kopfhörer hat ebenfalls ein zusätzlich integriertes Mikrofon für die Annahme von Telefongesprächen. Hierbei gibt es allerdings die erste Einschränkung. Das beschriebene Zubehör sowie die genannten und nachfolgend genannten Optionen stehen ausschließlich Kunden mit einem iPhone 5 inklusive iOS 10 in voller Funktionalität zur Verfügung.

Der Sitz des Kopfhörers ist recht fest, ohne zu stramm zu sein. Eine klare Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Gilt allerdings nur für Menschen ohne Brille. Bei Brillenträgern macht sich nach ca. 30-45 Min. ein leichtes Drücken an den Ohren bemerkbar. Die Hitzeentwicklung hält sich erfreulicherweise ebenfalls in Grenzen; ist allerdings dem Konzept des On-Ear-Kopfhörers geschuldet. Außerdem garantiert der Kopfhörer durch den festen Sitz eine erstaunlich gute passive Geräuschisolierung.

Das Wichtigste aber ist natürlich der Klang. Hier tue ich mich tatsächlich etwas schwer. Insgesamt lässt sich übergeordnet feststellen, das im Klang sich Beats „etwas breiter“ aufgestellt hat.

Für den Test habe ich den identischen „Testparcour“ benutzt wie für mein Review des Play:5 2nd Generation und meines Bose QC35. Allerdings ist das Klangempfinden wie immer subjektiv und spiegelt ausschließlich meine eigene Meinung wieder. Meine Referenz-Kopfhörer sind der Bose QC35 und ein AKG 545.

Phil Collin´s „In the Air tonight“ war schon sehr anspruchsvoll für den Kopfhörer. Im Nachhinein leider zu anspruchsvoll. Den Raum bzw. die Bühne konnte der Kopfhörer leider zu keiner Zeit abbilden und auch das Drum-Solo kam leider etwas „matschig“ rüber.

Diese fehlende Spielfreude und Luftigkeit zieht sich auch bei „Entre dos Tierras“ von Heroes del Silcenio und Adele´s „Hello“ durch. Den Mitten und Höhen fehlt es schlicht und ergreifend am Frequenzgang und Luftigkeit. Zudem wird einfach kein Raum abgebildet. Es klingt alles leider „eng“ in den einzelnen Bereichen.

Etwas besser wurde es bei „In the End“ von Linkin Park und „Superheld“ von Samy Deluxe. Allerdings ist bei diesen Songs eine recht konstante Bass-Line geradezu typisch.

Tracks dürfen allerdings nicht zu dominant im Bass sein, sonst verzerrt der Kopfhörer leider den Klang. Sowohl bei „Der Urknall“ von Ante Perry als auch bei „Not Afraid“ von Eminem ließ sich dieses Verhalten reproduzieren.

Erstaunlicherweise lässt sich aber mit eingeschaltetem Equalizer doch noch eine Menge aus dem Kopfhörer raus holen. Dabei ist aber definitiv das richtige Set-Up auszuwählen. Unter Spotify habe ich die Einstellung „Kleine Lautsprecher“ ausgewählt. Siehe da, der Kopfhörer konnte doch Boden gut machen. Insgesamt gewann der Kopfhörer deutlich an Dynamik und war somit auch in der Lage, Mitten und Höhen sauberer zu trennen und das Klangergebnis deutlich homogener zu gestalten. Der Zugewinn von „Luftigkeit“ und Transparenz hielt sich jedoch etwas in Grenzen was durch den Song „Night Life“ von Foreigner bestätigt wurde.

Unterm Strich ist MIT eingeschaltetem EQ die deutlich breitere Aufstellung im Klang seitens Beats zu erkennen und dadurch kommt zumindest etwas wie Hörvergnügen auf.

Welche Musik kann also mit dem Beats Solo3 ohne Einschränkungen konsumiert werden?

Im Grunde alles, was eine konstante Bass-Line hat und nicht allzu abwechslungsreich in den Mitten und Höhen ist. Sprich; Hip-Hop, R´n´B, Drum`n´Bass. Rockmusik, sowie alle Arten von Liveaufnahmen zählen leider nicht zu seinen Stärken. Allerdings hat er gegenüber seinem Vorgänger klanglich deutlich zugenommen. Fairerweise muss ich auch erwähnen, dass die Musikstücke über Spotify mit 320 kbit/s sowie über iTunes mit Hi-Res abgespielt worden. Ein Umstand der bei über 90% der Nutzer eines Beats Solo3 Wireless NICHT zum Tragen gewohnt. Interessanterweise stellt Apple Music auch nur max. 256 kbit/s als Qualität zur Verfügung.

Mit dem Kopfhörer kann auch man auch kabellos telefonieren. Wohlgemerkt kann, denn ein wirkliches Vergnügen ist es nicht. Bei mir auf der Anrufer-Seite war immer ein latentes Rauschen zu vernehmen und mich hörte der Angerufene stets etwas blechern. Dabei spielte es keine Rolle ob es eine Verbindung zu Mobilfunk oder Festnetz war. Alles in allem eine etwas schwache Performance.

Ist der Kopfhörer also gänzlich schlecht. Mitnichten, denn meine Ansprüche sind durchaus höher als dem Durchschnitts-Hörer. Das sollte bitte nicht vergessen werden.

Unter dem Strich lässt sich Folgendes festhalten:

Apple hat hier einen soliden Kopfhörer auf den Markt gebracht, welcher in den wesentlichen Punkten gegenüber dem Vorgänger deutlich verbessert wurde. Davon ab ist die Spielzeit mit 40h (welche in der Praxis realistisch bei knapp 34h liegt) für einen Kopfhörer dieser Größe phänomenal. Da kann ihn meines Erachtens kein Konkurrent schlagen. Außerdem hat auch der Solo3 Wireless die „Fast-Fuel“-Technologie integriert, welches ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal ist. Knapp fünfminütiges Laden reichen aus um drei weitere Stunden Musik hören zu können. Klanglich hat der Kopfhörer gegenüber seinen Vorgängern einen großen Schritt nach vorne gemacht und ist für die Verhältnisse von Beats recht „neutral“ abgestimmt.

Leider leistet sich der Kopfhörer auch einige Schwächen. Klanglich wurde schon alles besprochen. Nicht auswechselbare Ohrpolster dürfen in der Preisklasse ebenfalls nicht sein. Zusätzlich finde ich die Gelenke zum Falten des Kopfhörers etwas ungünstig positioniert.

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Auch die NUR einjährige Garantie stößt ob des Preises etwas bitter auf. Bisher zeigte sich Beats überwiegend recht kulant; man ist aber trotzdem im zweiten Jahr dem Hersteller „ausgeliefert“. Insgesamt ist der Beats Solo3 Wireless ein solider Lifestyle-Kopfhörer für Kunden mit einem iOS Device die sich als typische Apple-Lifestyle User sehen. Preislich gesehen ist er mit 299,00€  UVP allerdings klar zu hoch angesiedelt. Nicht umsonst gab es diverse Hochglanz-Varianten des Solo3 Wireless in Aktionen bei einigen Händlern schon für 199,00€; wo ich den Kopfhörer auch eher vom Preis/Leistungsverhältnis sehe. Denn für nur  knapp 30,00€ gibt es beispielsweise den Bose QC 35, welcher nicht nur Over-Ear ist sondern eben auch mit seinem tollen Active-Noise-Cancelling, einem Flugzeug-Adapter UND zwei Jahren Garantie glänzen kann. Auch ein JBL Everest Elite 700  beispielsweise ist bei harmonischerem Klang und identischer Auslegung im Bass etwas günstiger. Für mich persönlich wiegen die Vorteile des Beats Solo3 Wireless leider nicht seine Nachteile auf. Darum kann ich persönlich den Kopfhörer nur eingeschränkt empfehlen.

Das mit der Marke verbundene Image des Beats-Logos allerdings ist für Einige von Euch durchaus ein Kaufkriterium 😉

Welchen Kopfhörer nutzt Ihr eigentlich privat? Wie steht Ihr zur Firma Beats? Euer Feedback ist wie immer in den unten folgenden Kommentaren erwüncht.

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal hier auf dem appletechnikblog, euer Patrick

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2 Kommentare zu „Der Beats Solo3 Wireless im Test

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