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Erfahrungen von macOS Sierra

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen blog von mir. Apple relaunchte ja am 20.09.2016 das neue Betriebssystem macOS Sierra.

Auch ich habe es mir natürlich zeitnahe am selben Abend auf meine beiden MacBooks installiert.

Wie sich das System schlägt, welche Stärken und Schwächen es hat, erfahrt Ihr nun nachfolgend.

Dem aufmerksame Leser und Apple-User ist natürlich die geänderte Nomenklatur aufgefallen.

Seit Apple 1997 nach der Übernahme von NeXt an einem neuen Betriebssystem werkelte, war klar dass sich wieder eine Änderung in der Namensgebung ergeben wird.

War Apple Ende der 1970er, Anfang der 1980er noch federführend mit Ihrem Betriebssystem, so verloren sie ab Mitte/Ende der 1980er vollkommen den Anschluss.

Dazu kamen noch fehlerhafte Hardware-Entscheidungen hinzu und so war Apple Mitte der 1990er Jahre fast vollständig pleite. So erwarb man wie oben erwähnt die Firma NeXt Step und im September 2000 veröffentlichte Apple endlich Mac OS X als Public Beta im September 2000.

War das System in den ersten Jahren durchaus extrem zäh und mit vielen Fehlern versehen, so entwickelte sich Mac OS X ab 2005 zu einem guten und stabilen Betriebssystem. Um für Außenstehende die jeweils neue Betriebssystemversionen kenntlich zu machen;benutzte man eine entsprechende Wildkatzenart. Dies sollte sich nun im Jahr 2016 ändern.

Der Hintergrund dafür ist so simpel wie genial:

Das OS in der Nomenklatur steht natürlich immer für Operating System. Die entsprechende Plattform wird einfach nur als Wortendung vorgesetzt. Somit weiß man ab sofort immer um welche Plattform es geht

  • iOS = Das mobile Betriebssystem für iPhones, iPad, iPod
  • watchOS = Das Betriebssystem der Apple Watch
  • tvOS = Das Betriebssystem der Apple Tv 4. Generation
  • macOS = Das Betriebssystem der Macs

Soviel also nun zur Erklärung der neuen Nomenklatur. Das Betriebssystem ist nun etwas mehr als anderthalb Monate auf meinen MacBooks und durchaus intensiv auf den Daily-Driver Gebrauch getestet worden. Zwischendurch gab es natürlich noch das Update auf macOS Sierra 10.12.1.

Fangen wir zunächst mit den offensichtlichen Dingen an. Der Download an sich war schnell, flüssig und unkompliziert. Scheinbar hat Apple das Peak bzw. die punktuelle Überlastung seiner Server nun dieses Jahr für macOS Sierra gut in den Griff bekommen. Somit dauerte der Download knappe 35 Min. mit einer 50.000er VDSL-Leitung der Deutschen Telekom im Entertain-System.

Ebenfalls recht kurz war die eigentliche Installation >> nach dem erfolgreichen Download hüpft im Dock der macOS Sierra Installationsassistent auf und ab und Ihr braucht nur draufklicken. Die eigentliche Installation dauert knappe 25 Minuten, was ebenfalls recht flott ist. neulich hatte ich mal ein altes MacBook Pro 13″ bei mir um darauf Mac OS X 10.9 a.k.a Mavericks zu installieren. Fairerweise sollte noch erwähnt werden, dass zwar eine mechanische HDD eingesetzt ist, trotzdem dauerte diese Installation fast geschlagene 90 Minuten.

Also ein ganz klarer Fortschritt diesbezüglich und eine große Zeitersparnis. Nach fertiggestellter Installation zeigt sich kurz das eigentliche Installationsmenü. Dort werdet Ihr einen wichtigen Einstellungspunkt finden Schreibtisch und Dokumente in iCloud-Drive speichern. Diese Option ist standardmäßig aktiviert.

Apple möchte somit ganz klar und deutlich macOS Sierra als iCloud-Betriebssystem etablieren. Für mich ein durchaus schwerwiegender Fehler, aber dazu später mehr.

Grundsätzlich ist die Performance als gut zu bezeichnen. Es gibt keine Ruckler oder Aufhänger in der GUI. Auch das Design wurder weitgehend beibehalten, was die Optik betrifft. Eher unschön am Design ist allerdings, dass Apple mal wieder einige Menüpunkte gerade im Finder geändert hat. Welchen Zweck das nun haben soll erschließt sich mir zumindest nicht. Vor allem weil von ehemals Mac OS X 10.10 auf Mac OS X 10.11 ebenfalls das Menü des Finders umstruktiert wurde. Durchaus etwas nervig.

Sehr schön aber zu bemerken, dass W-Lan Probleme offenkundig der Vergangenheit angehören. Auch unter der Haube wurde im Bereich der Perfomance Hand angelegt. Das OS geht nun doch nochmals etwas sparsamer mit dem RAM um, was in kniffligen Situation einfach für mehr Dampf sorgen kann.

Leider nahezu traditionell hat Apple aber mit dem OS in einem Workflow-Bereich sich wieder einen kapitalen Schnitzer geleistet: Das betrifft die Treiber der Drucker. Auch bei mir auf der Arbeit ist dieses Phänomenen zu beobachten. Drucker, welche oftmals ohne Klagen unter Mac OS X 10.11 funktionieren; produzieren unter macOS Sierra oftmals kuriose Fehlermeldungen.

Auch De- und Neuinstallation brachten nicht immer den gewünschten Erfolg!

Apple setzt hier leider die Schwächen fort und fährt den Userkomfort auch an anderen Stellen deutlich zurück.

Da wäre zum Einen Siri. So nützlich das Tool am iPhone für schnellen SMS-Empfang oder den Anruf sein kann, so wenig hilfreich und nahezu frustrierend ist es am Mac.

Das liegt zunächst einmal in der augenscheinlichen Schwäche der dahinterliegenden KI begründet. Denn nach wie vor ist Siri nicht in der Lage, Anglizismen bei der Einstellung „Deutsche Sprache“ zu erkennen und sauber zu verarbeiten. Oftmals wird hier auf die Bing-Suche verwiesen. Noch schwerfälliger wird Siri, sobal Ihr osteuropäische Worte benutzen wollt, wie den polnischen Nachnamen eures Freundes etc. pp. Siri verweigert da regelmäßig seinen Dienst. Kurzum gesagt, zwei Sprachen in einem Satz können von Siri knapp 6 Jahre nach Marktstart immer noch nicht erkannt werden. Die Konkurrenz ist dort um ein Vielfaches weiter. Ohne Not hat man hier seine Spitzenposition aufgegeben.

Was sehr schade ist, denn genau hier liegt meiner Meinung nach das größte Potenzial. Einfach um die Bedienung mit dem Schlachtschiff iTunes deutlich zu verbessern und intuitiver zu steuern. Oder aber um schnell mal eine Notiz abzulegen. Dazu muss Siri aber auch vernünftig funktionieren. Das widerum ist leider nicht der Fall; selbst mit Hochdeutsch versteht Siri Euch oft einfach nicht. Da möchte ich erst gar nicht wissen, wie es mit bayrischem oder gar schwäbischem Dialekt ausschaut….

Für die Dokumentensuche benötige ich Siri einfach nicht, da mein Finder immer griffbereit ist oder aber ich den Short-Cut für Spotlight benutze. Das ist eben schneller und effizienter für mich.

Im Englischen aber ist Siri durchaus brauchbarer auf dem Mac. Trotzdem ein Feature, welches meiner Meinung nach nicht hätte auf den Mac portiert werden müssen.

Wir oben bereits kurz angedeutet, will Apple macOS Sierra eigentlich als iCloud-Betriebssystem am Mac verstanden wissen.

Meiner Meinung nach extrem gefährlich für den Endkunden.

Apple hat einfach vergessen, eine genaue Differenzierung in den verschiedenen Einstellungen zu geben. Ferner fehlen bei den Menüoptionen einfach klar gekennzeichnete Parameter, nach denen das OS vorgeht.

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So könnt Ihr im schlimmsten Fall einen Datenverlust eurer Dokumente erzeugen. Das hinterlässt doch ein ziemlich ungutes Gefühl.

Bitte versteht mich nicht falsch; auf mein iCloud Drive und die Möglichkeit dort direkt Scans, Pages-Dokumente und ähnliches abzulegen und über alle Devices syncen zu können möchte ich auf gar keinen Fall verzichten. Die Kontrolle allerdings darüber abzugeben, ohne vorher die genauen Parameter zu kennen, kommt für mich definitiv nicht in Frage.

Auch die zweite, von mir sehnsüchtigst, erwartete Funktion entpuppte sich leider als ziemlicher Rohrkrepierer: Unter macOS Sierra könnt Ihr nun euren gesamten Schreibtisch in die Cloud einbinden und synchronisieren lassen. Grundsätzlich ein tolles Feature, da doch nach wie vor viele User Ihre wichtigsten Daten einfach auf dem Schreibtisch ablegen(ein Überbleibsel aus Microsoft-Zeiten) und somit durch diese Einstellung trotzdem von Unterwegs mit einem iPhone Zugriff drauf haben. Leider ist auch dies nicht wirklich benutzerfreundlich gelöst worden. Apple ermöglicht hier nur die komplette Synchronisation des Schreibtisches. So fand ich bei mir auf einmal auch den Zugriff zu Bioshock Infinite im synchronisierten Ordner wieder. Etwas was so gut wie gar keinen Sinn macht!

Die Funktion lässt sich zwar deaktivieren; jedoch der synchronisierte Inhalt nicht wieder entfernen. EDIT: unter macOS Sierra 10.12.1 war es dann Gott sei Dank wieder möglich.

Unterm Strich ist diese Funktion von mac OS Sirrera definitiv nicht zu empfehlen, da immer eine latente Angst eines eventuellen Datenverlustes mitschwingt.

Kommen wir also nun zu einem separaten Thema, welches unter macOS Sierra nicht jedne von Euch betrifft und das ist die Akkulaufzeit.

Die ist gelinde gesagt eine mittelschwere Vollkatastrophe. Bei identischem Workflow auf meinen beiden Books kann ich ein Einbrechen der Akkulaufzeit um kanpp 35% -40% berichten. Wie angemerkt nutze ich die Geräte absolut identisch; d.h. die gleichen Tools in der Finderleiste verichten ihren Dienst, die gleichen Programme mit eigentlichen gleichen Laufzeiten von der aktiven Nutzung usw. Auch eine mehrfache, saubere Neuinstallation mit und ohne BackUp einspielen brachte hier keine Verbesserung. Dadurch ist gerade mein 12″ MacBook aktuell als Daily Driver nahezu unbenutzbar geworden. Das gerät kaufte ich mit der Intention, extrem mobil vom Gewicht und vom Akku sein zu können. Dasist mit macOS Sierra geradezu konterkariert worden. Wenn ich glück habe, komme ich auf ca. 5 Stunden Akkulaufzeit wo vorher ohne Probleme 8,5h bis 10h drin waren. Das ärgert mich zutiefst, gerade da es ja eine wirklich lange Betaphase des OS gab.

 

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Kommen wir zum Fazit:

Das diesjährige Major-Update rechtfertigt nicht diesen großen Versionssprung. Viele Funktionen hätte man auch als Minor-Patch rausbringen können.

Die grundsätzliche Geschwindigkeit kann man als Gut bezeichnen und erfreulich das verbesserte RAm-Management.

Als negative Kritikpunkte muss hier die unübersichtliche iCoud-Schreibtisch Funktion sowie das „Speicher optimieren“ genannt werden. Der User bekommt keinerlei genaue Erklärung nach welchen Kriterien dort gearbeitet wird.

Der Akkuverbauch auf den MacBooks ist eine absolute Katastrophe und macht dadurch in meinen Augen das Update auf den Books gänzlich unbrauchbar.

Von daher empfehle ich nur das Update nur, wenn Ihr einen iMac habt und offen für diese Neuerungen seit. Ansonsten lasst Ihr besser die Finger davon.

Für meinen Teil bin ich einfach mittelschwer enttäuscht von macOS Sierra. Es ist das schlechteste Update seit Langem. Zentrale Punkte der Usability wurden für Schnickschnack aufgeben und somit hat man ohne Not seine komfortable Situation im Bereich der guten Bedienbarkeit aufgegeben.Menüpunkte werden im Finder einfach geändert; dieses ständige Gefrickel mit nicht funktionierenden Druckertreibern oder fehlerhaften W-Lan Verbindungen erinnert mich an meine allerschlimmsten WIndows XP-Zeiten und steht einfch nicht für Philosphie, aufgrund dessen ich damals den Umstieg vollzog.

Vielleicht ist aber auch das der neue Weg von Apple. Weg von den Usern, die sich damit auskennen, arbeiten und durch die Hardware vielleicht auch Ihren Lebensunterhalt verdienen wollen, hin zu den Kunden, die aufgrund des hippen Rufes und des Aussehens das Gerät kaufen.

Ein Kollege von Apfeltalk formulierte es neulich recht treffend: “ Der Apfel leuchtet nicht mehr“

Das bezog sich nicht nur auf das Logo der neuen MacBooks sondern auch auf die letzten 2,3 Jahre von Apple.

Der Slogan „it just works“ tritt leider immer mehr und mehr in den Hintergrund; passend dazu auch die im Netzt aktuelle Diskussion bezüglich der benötigten Adapter für die neuen MacBook Pro.

Wie schaut es den auf Euren Rechnern aus? Seit Ihr mittlerweile schon mit macOS Sierra unterwegs? Euer Feedback wie immer in den unten folgenden Kommentaren erwünscht.

 

Macht´s gut und bis zum nächsten Mal auf dem appletechnikblog, euer Patrick

 

 

 

 

 

 

 

 

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